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Auftritt vor dem Europaparlament : Hollande plädiert für Euro-Wechselkurspolitik

  • Aktualisiert am

Auch EU-Kommissionspräsident Barroso hört dem französischen Staatschef zu. Bild: REUTERS

Auch François Hollande sorgt sich offensichtlich um den starken Euro. Nachdem bedeutende politische Entscheidungsträger in Europa vor einem Währungskrieg gewarnt haben, fordert er eine aktive Wechselkurspolitik.

          Der französische Staatspräsident François Hollande hat eine aktive Wechselkurspolitik für den Euro gefordert. Die Gemeinschaftswährung müsse vor „irrationalen Bewegungen“ geschützt werden, sagte Hollande während einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg. „Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben, ansonsten wird sie mit einem Wechselkurs enden, der nicht dem wirklichen Zustand seiner Volkswirtschaft entspricht“, ergänzte er.

          Der französische Präsident reiht sich mit seiner Äußerung ein in die Gruppe ranghoher europäischer Politiker und politischer Entscheidungsträger, die derzeit die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung auf den Devisenmärkten öffentlich kommentiert. Grund dafür ist die offenbar vielerorts vorhandene reale Sorge, der zuletzt merklich gestiegene Außenwert des Euro erschwere europäischen Exporteuren das Geschäft - was umso misslicher erscheint angesichts der wirtschaftlichen Schwächephase, aus der sich die südeuropäischen Länder momentan heraus kämpfen.

          Warnung vor Währungskrieg

          Der gerade aus dem Amt geschiedene Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte explizit vor einem zu starken Euro gewarnt. Bundesbankpräsident Jens Weidmann und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble gaben unlängst verbale Warnschüsse in Richtung Japan ab, wo die Notenbank auf Druck der Regierung eine Politik verfolgt, die mindestens als Seiteneffekt bisher einen substantiell schwächeren Yen zur Folge hatte.

          In diesem Zusammenhang wird immer noch über einen „Währungskrieg“ auch zwischen den Industrieländern debattiert. Gemeint ist damit, dass die großen Zentralbanken durch eine lockere Geldpolitik versuchen, die eigene Währung zu schwächen und so die Preise jeweils im Inland hergestellter Güter und Dienstleistungen aus ausländischer Sicht verbilligen. Unter den Industrieländern hat indes einzig die Schweiz ein explizites Wechselkursziel des Franken gegenüber dem Euro eingezogen.

          Quelle: FAZ.NET/Reuters

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