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Auch EU will Glühlampen abschaffen „Glühbirnenverbot spart zwei Milliarden Euro“

18.06.2008 ·  Die Nutzung von herkömmlichen Glühbirnen wird in der EU voraussichtlich von 2009 an schrittweise verboten. Allein die deutsche Volkswirtschaft könnte dadurch jährlich zwei Milliarden Euro einsparen, sagte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zu FAZ.NET.

Von Hendrik Kafsack und Nadine Bös
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Die Nutzung von herkömmlichen Glühbirnen wird in der EU voraussichtlich von 2009 an schrittweise verboten. Die EU-Kommission lege derzeit Mindestumweltstandards für Glühbirnen fest, sagte der Sprecher des EU-Energiekommissars Andris Piebalgs am Mittwoch in Brüssel. Traditionelle Birnen dürften diese Standards - durch die auch der Kohlendioxidausstoß verringert werden soll - im Gegensatz zu Energiesparlampen nicht erfüllen.

Die neuen Vorgaben sollen sich an der Energieeffizienz und Wattzahl orientieren. Die Europäische Kommission will sie nach und nach verschärfen, so dass die klassische Glühbirne gegen 2015 vom europäischen Markt verschwunden ist. Das De-facto-Verbot und die daraus folgende Umstellung auf Energiesparlampen würde den Kohlendioxidausstoß in der EU nach Schätzung der Kommission um mehr als 20 Millionen Tonnen senken. Auch würden die Menschen wegen es niedrigeren Verbrauchs von Energiesparlampen mehrere Milliarden Euro sparen.

Würde das faktische Glühbirnenverbot in der Europäischen Union umgesetzt, ergäben sich auch Einsparpotentiale für die Deutsche Volkswirtschaft, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber FAZ.NET mitteilte. „Die deutsche Volkswirtschaft könnte durch ein Verbot herkömmlicher Glühbirnen 2 Milliarden Euro pro Jahr einsparen“, sagte die Leiterin der Abteilung Energie des DIW, Claudia Kemfert.

„Nur ein sehr kleiner Beitrag zum Klimaschutz“

Nach Angaben der Wissenschaftlerin Kemfert könnten in Deutschland durch ein Glühbirnenverbot etwa drei Millionen Tonnen Kohlendioxid je Jahr vermieden werden. Das entspricht etwa einem Neuntel bis einem Zehntel des Kohlendioxid-Ausstoßes des RWE-Braunkohlekraftwerks Niederaußem. „Das ist nur ein sehr kleiner Beitrag zum Klimaschutz, aber nicht ganz zu vernachlässigen“, sagte Kemfert. „Drei Prozent der gesamten deutschen Kohlendioxidemissionen lassen sich auf diese Weise vermeiden.“

Die Kommissionsschätzung zum Einsparpotential in der gesamten EU hält das DIW für realistisch. „In der gesamten EU könnte man größenordnungsmäßig 20 bis 23 Millionen Tonnen CO2 einsparen“, sagte Kemfert.

Glühbirnen gelten als besonders ineffizient

Kritikern, die den hohen Energieaufwand bei der Produktion von Energiesparlampen als Argument gegen ein Glühbirnenverbot ins Feld führen, tritt Kemfert entgegen: „Das Argument der energieintensiven Produktion von Energiesparlampen teile ich nicht.“ Die Energiebilanz der Energiesparlampen sei besser als ihr Ruf. Vergessen werde häufig, dass „auch herkömmliche Glühbirnen energieintensiv in der Produktion sind“.

Glühbirnen gelten als besonders ineffizient. Australien hat sie deshalb im vergangenen Jahr verboten. Die neuseeländische Regierung will das noch im Oktober tun. Die Kommission erlässt die Standards in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten. Basis dafür ist die Mitte 2007 in Kraft getretenen Ökodesignrichtlinie. Sie sieht vor, dass die EU für energieverbrauchende Produkte, bei denen es großes Potential für eine Senkung des Verbrauchs und damit der negativen Folgen für Umwelt und Klima gibt, strikte Mindestanforderungen festlegt.

Nach Angaben der Kommission wird es zunächst für 30 Produkte Umweltstandards geben. Die Ökodesignrichtlinie soll künftig auch auf solche Produkte, die einen Betrag zum Energiesparen leisten können, wie Fenster ausgeweitet werden. Entsprechende Vorschläge will die EU-Behörde kommende Woche vorlegen.

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