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Risikoabsicherung

Atomunglück Frankreich berechnet die Katastrophe

Ein schwerer Atomunfall im Ausmaß der Katastrophe von Fukushima würde Frankreich 430 Milliarden Euro kosten. In verschiedenen Szenarien wurden zwischen 10.000 und 100.000 Flüchtlinge unterstellt.

© dapd Vergrößern Das französische Atomkraftwerk Cattenom

Wenn Frankreich ein Atomunglück im Ausmaß der Katastrophe von Fukushima heimsuchen würde, beliefen sich die Kosten auf rund 430 Milliarden Euro. Dies entspräche fast einem Viertel der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Selbst ein Unfall mit geringeren Folgen würde immer noch Schäden in Höhe von etwa 120 Milliarden Euro verursachen. Das ergab eine am Mittwoch im Atomforschungszentrum Cadarache vorgestellte Untersuchung des französischen Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN).

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Das Institut untersuchte unter anderem den hypothetischen Fall, dass in einem Reaktor mit einer Leistung von 900 Megawatt eine Kernschmelze stattfände. Es bezog die Auswirkungen auf die Wirtschaft, darunter die Landwirtschaft und Tourismus, mit ein. In verschiedenen Szenarien wurden zwischen 10.000 und 100.000 Flüchtlinge unterstellt. Solche Katastrophen seien aber „sehr unwahrscheinlich“, sagte Patrick Momal, ein Ökonom des IRSN.

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Frankreich will den Anteil der Nuklearenergie an der Stromerzeugung von 75 Prozent auf 50 Prozent senken. Deutschland will von 25 Prozent auf null kommen. „Wir liegen also etwa im gleichen Ausmaß“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag bei einem Treffen mit seiner französischen Amtskollegin Delphine Batho in Paris. Die beiden Länder wollen künftig beim Ausbau der erneuerbaren Energien enger zusammenarbeiten.

Eine seit 2011 bestehende Koordinierungsstelle soll daher zu einem „Deutsch-französischen Büro für Erneuerbare Energien“ mit erweiterten Kompetenzen ausgebaut werden. Frankreich bemüht sich besonders, im Bereich der Windenergie seinen Rückstand gegenüber den Nachbarländern Deutschland und Großbritannien aufzuholen. Bis Ende 2016 soll das Atomkraftwerk Fessenheim an der deutschen Grenze, das die beiden ältesten Reaktoren des Landes enthält, geschlossen werden.

In Kreisen der französischen Atomindustrie gilt dieser Zeitplan als ehrgeizig, Ministerin Batho hält ihn jedoch für realisierbar. Altmaier erinnerte in Paris daran, dass Deutschland in zwei Jahren acht Kernkraftwerke stillgelegt habe. Ihre Klimaziele werde die Bundesregierung dennoch einhalten. Nach eigenen Worten bedauert es Altmaier aus heutiger Sicht jedoch, dass Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie nicht von Anfang an mit seinen europäischen Nachbarn abgestimmt habe.

Quelle: F.A.Z.

 
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