http://www.faz.net/-gqe-7pma5

Strahlenschutz-Chef : Atommüll-Endlager frühestens 2050

  • Aktualisiert am

Wohin mit dem Atommüll? Ein deutsches Endlager wird es wohl vor 2050 nicht geben, sagt der oberste Strahlenschützer des Landes. Bild: dpa

Alle früheren Zeitvorstellungen für die Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland hätten sich als falsch erwiesen, sagt der Chef des Bundesamtes für Strahlenschutz. Schon 2050 sei „ambitioniert“.

          Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, rechnet frühestens im Jahr 2050 mit einem betriebsbereiten Atommüll-Endlager in Deutschland. „Das wäre sehr ambitioniert“, sagte König der Nachrichtenagentur DPA vor der ersten Sitzung der Endlager-Kommission am Donnerstag. Sie soll bis 2016 Kriterien für die bundesweite Suche erarbeiten. „Alle früheren Zeitvorstellungen haben sich als falsch erwiesen“, betonte König. Bis 2031 soll ein Ort gefunden und dann dort ein Endlager gebaut werden.

          Bei Schacht Konrad, dem geplanten Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, habe das Atomforum zum Beispiel 1984 gesagt, es werde 1989 in Betrieb gehen. Nun sei von 2022 die Rede. König betonte, für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle komme nicht ganz Deutschland infrage, mögliche Endlagerregionen gebe es unter anderem in Norddeutschland. „Das, was wir brauchen, ist eine Tiefenlagerung. Als Wirtsgesteine kommen Salz, Ton und im Prinzip auch Granitgestein in Frage“, betonte der oberste Strahlenschützer.

          Atommüll nicht ins Ausland abschieben

          Die Abfälle müssten auch gegen mögliche Klimaveränderungen sicher abgeschirmt werden. Neben den schwierigen fachlichen Erwägungen müsse zudem noch die finanzielle Frage geklärt werden. „Wer stellt sicher, dass genug Geld für den Abriss und die Endlagerung zur Verfügung steht, wenn wir es erst mehrere Jahrzehnte später brauchen?“, fragte König mit Blick auf die jüngste Debatte um die Rückstellungen der Atomkonzerne.

          Ein Abschieben des Atommülls etwa nach Russland dürfe keine Option sein. „Schon aus ethischen Gründen dürfen wir nicht den billigsten Weg der Auslandsentsorgung gehen“, betonte König.

          Quelle: DPA-AFX

          Weitere Themen

          Neues Deutsches Fernsehen Video-Seite öffnen

          „4Blocks“ und Co. : Neues Deutsches Fernsehen

          Mit einem Jahrzehnt Verspätung beginnt auch in Deutschland das Zeitalter ambitionierter Serien. Der Wille, Geschichten zu erzählen, die auch internationales Publikum finden, ist groß wie nie. Aber haben deutsche Serienmacher dafür auch genug Freiheiten?

          Machtübernahme durch Militär Video-Seite öffnen

          Putsch in Zimbabwe : Machtübernahme durch Militär

          In der Hauptstadt Harare sind Streitkräfte aufgefahren. Ein Militärsprecher betonte, man wolle Kriminelle verhaften. Um einen Aufstand gegen Langzeitpräsident Mugabe soll es sich aber nicht nicht handeln.

          Topmeldungen

          Die FDP und Jamaika : Lindner fehlt das Vertrauen

          Die FDP war, was den Erfolg der Jamaika-Sondierungen angeht, nie besonders zuversichtlich. Da sie fürchtete, keines ihrer Projekte verwirklichen zu können, hat sie ein Versprechen platzen lassen.
          Post-Vorstand Jürgen Gerdes schaut aus einem Streetscooter heraus.

          F.A.Z. exklusiv : Die Post will mehr Porto und weniger Regulierung

          „Mit 70 Cent liegen wir in Deutschland immer noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt“, sagt Postvorstand Jürgen Gerdes im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Und neue Rekorde stellt er auch in Aussicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.