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Studie Beruflicher Erfolg hängt stark von den Eltern ab

 ·  Wie der Vater, so der Sohn, sagt der Volksmund. Und was sagt die Wissenschaft? Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung rangiert Deutschland am unteren Ende der Skala für Chancengleichheit.

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Das Elternhaus hat in Deutschland einen erheblichen Einfluss auf den späteren Berufserfolg der Kinder. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) hervor. „Der Traum, vom Kind eines Tellerwäschers zum Millionär zu werden, ist nicht nur in den Vereinigten Staaten eine Legende, sondern auch in Deutschland“, fasst der Autor Daniel Schnitzlein das Ergebnis zusammen.

Konkret behauptet er, dass die unterschiedlichen Bildungserfolge der Menschen in Deutschland zu mehr als 55 Prozent von ihrem Elternhaus abhingen. Die Ungleichheit zwischen den individuellen Arbeitseinkommen ließe sich zu etwa 40 Prozent durch den Familienhintergrund erklären. Letzteres ist insofern nicht verwunderlich, als in einer „Wissensgesellschaft“ wie der deutschen der berufliche Erfolg eines Menschen maßgeblich von seiner Qualifikation bestimmt wird. Im internationalen Vergleich sei das Maß an Chancengleichheit in Deutschland erschreckend gering, sagt Schnitzlein. Die Bundesrepublik stehe auf einer Stufe mit den Vereinigten Staaten am unteren Ende der Skala für Chancengleichheit. Am anderen Ende der Skala rangiere Dänemark, wo maximal 20 Prozent der Ungleichheit der Arbeitseinkommen auf familiäre Einflüsse zurückgehe.

Der Umstand, auf den das DIW am Mittwoch aufmerksam machte, ist nicht neu. Der Bericht ist eine Kurzzusammenfassung der Doktorarbeit des Autors, die er bereits 2011 veröffentlichte - weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die Dissertation wiederum fußt auf der Untersuchung jährlicher Durchschnittseinkommen der Jahre 2002 bis 2008. Die neuesten verfügbaren Daten wären heute etwa zwei Jahre jünger.

Die generelle Stoßrichtung des DIW-Berichts dürfte dennoch richtig sein. Einer Allensbach-Studie von 2011 zufolge besuchen 77 Prozent der Kinder, deren Eltern selbst Abitur gemacht haben, ein Gymnasium. Bei Kindern, deren Eltern lediglich eine einfache Schulbildung haben, sind es nur 29 Prozent. Auch im aktuellen Entwurf des vierten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung heißt es: „Die Familie ist als Erste verantwortlich für einen guten Start ins Leben.“ Kinder aus Familien mit niedrigem sozialökonomischen Status werden „häufiger wegen Sprach- und Sprechstörungen, psychomotorischen Störungen sowie intellektuellen Entwicklungsstörungen von der Einschulung zurückgestellt“. Der erreichte Schulabschluss wiederum präge später die Position am Arbeitsmarkt. Wer aus einem ungelernten Haushalt stammt, hat dem Armutsbericht zufolge ein erhöhtes Risiko, selbst ungelernt zu bleiben. 31 Prozent dieser Kinder verblieben in der Position des Vaters. Für diejenigen, die nicht in einer ungelernten Familie aufwachsen, betrage der Vergleichswert 14 Prozent.

Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der „sozialen Mobilität“ innerhalb einer Gesellschaft. Einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge wird der Wechsel zwischen den sozialen Schichten in Deutschland zunehmend schwierig. „Die Dynamik absoluter Aufwärtsmobilität scheint trotz anhaltender Bildungsexpansion deutlich erlahmt zu sein. Dies bedeutet, dass die Mitte nicht mehr aus dem Zustrom von Aufsteigern wächst.“

Die Diskussion über dieses gesellschaftliche Phänomen hat in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen. Am deutlichsten betonte dies zuletzt Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Antrittsrede im März 2012: „Wir dürfen nicht dulden, dass Kinder ihre Talente nicht entfalten können, weil keine Chancengleichheit existiert.“ Die Menschen dürften nicht den Eindruck gewinnen, „der Aufstieg sei ihnen selbst dann verwehrt, wenn sie sich nach Kräften bemühen“.

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