http://www.faz.net/-gqg-72tjb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 13.09.2012, 15:14 Uhr

Statistisches Bundesamt Jeder siebte Deutsche ist von Armut bedroht

Trotz kräftigen Aufschwungs ist das Armutsrisiko im vergangenen Jahr fast in ganz Deutschland gestiegen. Bundesweit gilt jeder Siebte als armutsgefährdet. Am stärksten stieg das Armutsrisiko in Berlin.

© F.A.Z.

Der Anteil der von Armut bedrohten Bürger ist im vergangenen Jahr in fast allen Bundesländern gestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag hervor. Die sogenannte Armutsgefährdungsquote stieg 2011 auf 15,1 Prozent, nach 14,5 Prozent im Jahr davor. Das höchste Armutsrisiko trifft Bremer mit 22,3 Prozent und Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 22,2 Prozent. In 13 der 16 Bundesländer nahm die Armutsgefährdung im vergangenen Jahr zu, obwohl die Wirtschaft insgesamt mit drei Prozent überdurchschnittlich wuchs. Im Westen lag das Armutsrisiko bei 14 Prozent, im Osten (einschließlich Berlin) mit 19,5 Prozent deutlich höher.

Armutsgefährdet sind nach EU-Definition Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen der Haushaltsbefragung Mikrozensus galten 2011 Einpersonen-Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 848 Euro als armutsgefährdet.

Mehr zum Thema

Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen ging das Risiko, in die Armut abzurutschen, leicht zurück. „Beide Länder haben damit den kontinuierlichen Rückgang der letzten Jahre fortgesetzt und erreichten 2011 jeweils den bisher niedrigsten Wert der Armutsgefährdung“, erklärten die Statistiker. Im Gegensatz dazu gab es in Berlin (21,1 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (16,6 Prozent) durch beständige Anstiege seit 2006 nun jeweils einen neuen Höchststand. Das niedrigste Armutsrisiko gibt es in Baden-Württemberg. Im Südwesten trifft dies nur jeden Neunten.

Quelle: Reuters, DAPD

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wahl in Mecklenburg-Vorpommern Jeder Fünfte will AfD wählen

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern könnte die AfD die CDU als zweitstärkste Kraft im Landtag verdrängen. Den Linken drohen laut einer Umfrage große Verluste. Mehr

25.08.2016, 19:41 Uhr | Politik
Royaler Besuch Prinz William verzaubert Düsseldorf

Zur 70. Geburtstagsfeier des Landes Nordrhein-Westfalen ist einer der prominentesten Briten überhaupt gekommen: Prinz William. Zusammen mit der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft, verlieh er der britischen Truppe ein Fahnenband zur Truppenfahne. Damit soll das Engagement der britischen Streitkräfte gewürdigt werden. Mehr

24.08.2016, 14:14 Uhr | Gesellschaft
Statistisches Bundesamt Weniger Verkehrstote im ersten Halbjahr 2016

In der ersten Jahreshälfte starben weniger Menschen auf Deutschlands Straßen – auch wenn die Zahl der Unfälle insgesamt stieg. Lag es am Wetter? Mehr

22.08.2016, 11:46 Uhr | Gesellschaft
Alternative Ernährung Berlin als Trendstadt für Veganer

Immer mehr Menschen wollen sich vegan, also ganz ohne tierische Produkte ernähren: 900.000 sollen es in ganz Deutschland sein. Fast zehn Prozent davon leben Schätzungen zufolge in Berlin, und so ist es nicht überraschend, dass die deutsche Hauptstadt hier Trendsetter ist. In Berlin gibt es mehr vegane Restaurants als in Paris oder London, und immer mehr vegane Betriebe schießen aus dem Boden. Mehr

23.08.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
70 Jahre Wie durch eine Zwangsheirat NRW entstand

Seit 70 Jahren gibt es das Kunstland Nordrhein-Westfalen. Es war der Grundstein für das westdeutsche Wirtschaftswunder. Und hätte es die Briten nicht gegeben, wäre alles vielleicht ganz anders gekommen. Mehr Von Reiner Burger, Düsseldorf

23.08.2016, 08:52 Uhr | Politik

Für den Steuerzahler

Von Kerstin Schwenn, Berlin

In Zeiten steigender Haushaltsüberschüsse sollte in Berlin das Bewusstsein dafür reifen, dass dieses Geld großenteils dem Steuerzahler gebührt. Die Leistungsträger haben das verdient. Mehr 1 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Türkeikrise bremst Fusionen und Übernahmen

Die Krise in der Türkei bestimmt weiter die Schlagzeilen. Aber was bedeutet sie für die Wirtschaft? Dazu gibt es jetzt eine erste Schätzung. Und die sieht ziemlich erschreckend aus. Mehr 0