Home
http://www.faz.net/-hoa-72tjb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Statistisches Bundesamt Jeder siebte Deutsche ist von Armut bedroht

Trotz kräftigen Aufschwungs ist das Armutsrisiko im vergangenen Jahr fast in ganz Deutschland gestiegen. Bundesweit gilt jeder Siebte als armutsgefährdet. Am stärksten stieg das Armutsrisiko in Berlin.

© F.A.Z. Vergrößern

Der Anteil der von Armut bedrohten Bürger ist im vergangenen Jahr in fast allen Bundesländern gestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag hervor. Die sogenannte Armutsgefährdungsquote stieg 2011 auf 15,1 Prozent, nach 14,5 Prozent im Jahr davor. Das höchste Armutsrisiko trifft Bremer mit 22,3 Prozent und Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 22,2 Prozent. In 13 der 16 Bundesländer nahm die Armutsgefährdung im vergangenen Jahr zu, obwohl die Wirtschaft insgesamt mit drei Prozent überdurchschnittlich wuchs. Im Westen lag das Armutsrisiko bei 14 Prozent, im Osten (einschließlich Berlin) mit 19,5 Prozent deutlich höher.

Armutsgefährdet sind nach EU-Definition Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen der Haushaltsbefragung Mikrozensus galten 2011 Einpersonen-Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 848 Euro als armutsgefährdet.

Mehr zum Thema

Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen ging das Risiko, in die Armut abzurutschen, leicht zurück. „Beide Länder haben damit den kontinuierlichen Rückgang der letzten Jahre fortgesetzt und erreichten 2011 jeweils den bisher niedrigsten Wert der Armutsgefährdung“, erklärten die Statistiker. Im Gegensatz dazu gab es in Berlin (21,1 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (16,6 Prozent) durch beständige Anstiege seit 2006 nun jeweils einen neuen Höchststand. Das niedrigste Armutsrisiko gibt es in Baden-Württemberg. Im Südwesten trifft dies nur jeden Neunten.

Quelle: Reuters, DAPD

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gehaltsgefälle Frauen und Niedriglöhner holen langsam auf

Männlich, Industriefachkraft, Arbeitsplatz im Westen: Diese Mischung bürgt hierzulande für den höchsten Lohn. Aber es verschiebt sich etwas. Mehr

22.07.2014, 17:17 Uhr | Wirtschaft
Allensbach-Analyse Die Sehnsucht der Städter nach dem „Land“

Je weniger Menschen Kontakt zum wirklichen Leben auf dem Land haben, desto eher wird dieses zur Projektionsfläche ihrer Phantasie. Die Menschen leben auf dem Land glücklicher, glauben die Städter. Mehr

16.07.2014, 06:56 Uhr | Politik
Katholische Kirche Zahl der Austritte deutlich gestiegen

Beinahe 180.000 Katholiken haben ihrer Kirche im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, sieht die Ursache dafür in einem „Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust“. Mehr

18.07.2014, 15:14 Uhr | Politik

Der Regionalflughafenwahn

Von Bernd Freytag

Steuergeld in kaputte Geschäftsmodelle zu stecken ist keine Lösung. Trotzdem wird die baldige Schließung des Verkehrsflughafens Zweibrücken eine Ausnahme bleiben. Die EU traut sich nicht. Mehr 1 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Russen glauben nicht an westliche Stärke

Die Vereinigten Staaten oder Europa als Wirtschaftsmächte? Daran glauben die Russen nicht. Viel eher sehen sie China vorn. Vielleicht zeigt sich Präsident Putin deshalb weitestgehend unbeeindruckt von Sanktionen. Mehr 6