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OECD-Studie : Wachsende Ungleichheit bremst deutsches Wachstum

Mit dabei oder außen vor: Bildung ist nicht nur Schulsache Bild: dpa

Zu wenig Geld für die Erziehung der Kinder, zu wenig soziale Mobilität - Gift für das Wachstum, wie die OECD aufzeigt. Die Folge: Deutschland erwirtschaftet seit Jahrzehnten weniger als möglich.

          Starke Ungleichheit in der Einkommensverteilung ist eine Wachstumsbremse. Zu diesem Schluss kommt ein neues Papier der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der Grund liege vor allem in geringen Bildungsausgaben durch den ärmeren Teil der Bevölkerung. Wenn dieser zu stark vom Rest abdrifte, unterblieben Investitionen in die Erziehung der Kinder, die soziale Mobilität lasse nach und schließlich leide eine ganze Volkswirtschaft unter einem Rückgang der allgemeinen Kompetenzen, schreiben die Autoren. Das treffe auch auf Deutschland zu, wo sich der Abstand zwischen Arm und Reich seit Mitte der achtziger Jahre vergrößert habe. Damals hätten die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung das Fünffache der ärmsten 10 Prozent verdient. Heute dagegen betrage die Relation 7 zu 1.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Wäre das Verhältnis zwischen Arm und Reich zwischen 1990 und 2010 gleich geblieben, dann wäre das Bruttoinlandsprodukt je Kopf um rund 32 Prozent gewachsen, schätzt die OECD. Wegen der gestiegenen Ungleichheit das Wachstum in diesem Zeitraum aber nur 26 Prozent. In Ländern wie Neuseeland und Mexiko seien die Wohlfahrtsverluste noch größer gewesen. In Spanien, Frankreich und Irland habe größere Gleichheit dagegen zu mehr Wachstum geführt. „Der Kampf gegen Ungleichheit muss in das Zentrum der politischen Debatte rücken. Wachsen und gedeihen werden vor allem jene Länder, die alles daransetzen, dass ihre Bürger von klein auf gleiche Chancen haben“, sagte OECD- Generalsekretär Angel Gurría.

          Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass umverteilende Maßnahmen wie Steuern oder Transfers dem Wachstum nicht zwangsläufig schaden. Sie müssen aber zielgenau gestaltet sein und zum Beispiel die Lernchancen von Kindern und jungen Erwachsenen verbessern. Dabei sei ein guter Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten, zu Weiterbildungsmaßnahmen sowie zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung „mindestens ebenso wichtig“ wie Geldtransfers, schreibt die OECD.

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