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Armut und Reichtum Weltwirtschaftsforum warnt vor Ungleichheit

Experten und Wirtschaftsführer sehen laut einer neuen Umfrage des Weltwirtschaftsforums die Einkommensunterschiede weltweit und die wachsende Staatsverschuldung als die größten globalen Risiken.

© dpa Vergrößern Obdachloser in Athen

Die wachsende Kluft bei der Entwicklung der Einkommen wird nach Ansicht von Experten immer mehr zu einer Gefahr für die Weltwirtschaft. Zusammen mit chronischen Ungleichgewichten der Haushalte vieler Staaten gehört das Auseinandergehen der Einkommensschere laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) voraussichtlich zu den „beiden vorherrschenden globalen Risiken“ der nächsten Jahre.

Weniger wahrscheinlich, aber potenztiell erheblich folgenschwerer sind dem am Dienstag in London vorgestellten Bericht „Globale Risiken 2013“ zufolge ein völliger Ausfall des internationalen Finanzsystems sowie eine große Trinkwasserknappheit als Resultat des Klimawandels. „Die Welt steht wachsenden Risiken gegenüber, während die anhaltende Finanzkrise die öffentliche Aufmerksamkeit vom Klimawandel ablenkt“, warnen die Autoren der Studie.

Der Welt-Risiko-Report soll in zwei Wochen beim WEF-Jahrestreffen in Davos (23.-27.1.) diskutiert werden. Dazu werden wieder einflussreiche Wirtschaftslenker, Wissenschaftler und Politiker erwartet - unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Sie wollen Möglichkeiten erörtern, die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftssysteme gegenüber globalen Risiken zu stärken und gleichzeitig die Gefahr von Umweltkatastrophen einzudämmen. Das Motto des WEF-Treffens lautet in diesem Jahr „Widerstandsfähige Dynamik“.

„Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben“, sagte der geschäftsführende WEF-Direktor und Herausgeber der Studie, Lee Howell. Eine weitere Zunahme von Treibhausgasemissionen bewerteten die Teilnehmer der weltweiten Befragung als das drittwahrscheinlichste globale Risiko nach den Folgen der wachsenden Kluft bei den Einkommen sowie der Haushaltsungleichgewichte.

Die Probleme des globalen Wirtschaftssystems würden auch in nächster Zukunft die volle Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft verlangen, während gleichzeitig das Ökosystem der Erde unter Druck gerate, erklären die Autoren der Studie. „Sind beide Systeme parallel Verwerfungen ausgesetzt, könnte dies den ‚perfekten globalen Sturm’ auslösen mit potenziell verheerenden Folgen.“

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Zugleich listet die Studie eine Reihe weiterer potentieller Gefahren auf. Dazu gehören neben der Gefahr von Pandemien und der weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenz möglicherweise unvorhergesehene Folgen der Biotechnologien ebenso wie Gefahren aus dem Internet-Missbrauch. Dabei wird auf gewalttätige Proteste nach der Verbreitung eines islamfeindlichen Films über die Video-Plattform YouTube verwiesen. Dies zeige, wie „digitale Flächenbrände“ entstehen oder auch inszeniert werden können, während die traditionelle Wächterfunktion der Medien weiter erodiere.

Grundlage des Berichts ist alljährlich die Befragung von mehr als 1000 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu 50 weltweiten Risikopotenzialen in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt, Geopolitik, Gesellschaft und Technologie.

Quelle: FAZ.NET mit du./dpa

 
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