Home
http://www.faz.net/-hoa-75l8x
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Armut und Reichtum Weltwirtschaftsforum warnt vor Ungleichheit

Experten und Wirtschaftsführer sehen laut einer neuen Umfrage des Weltwirtschaftsforums die Einkommensunterschiede weltweit und die wachsende Staatsverschuldung als die größten globalen Risiken.

© dpa Vergrößern Obdachloser in Athen

Die wachsende Kluft bei der Entwicklung der Einkommen wird nach Ansicht von Experten immer mehr zu einer Gefahr für die Weltwirtschaft. Zusammen mit chronischen Ungleichgewichten der Haushalte vieler Staaten gehört das Auseinandergehen der Einkommensschere laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) voraussichtlich zu den „beiden vorherrschenden globalen Risiken“ der nächsten Jahre.

Weniger wahrscheinlich, aber potenztiell erheblich folgenschwerer sind dem am Dienstag in London vorgestellten Bericht „Globale Risiken 2013“ zufolge ein völliger Ausfall des internationalen Finanzsystems sowie eine große Trinkwasserknappheit als Resultat des Klimawandels. „Die Welt steht wachsenden Risiken gegenüber, während die anhaltende Finanzkrise die öffentliche Aufmerksamkeit vom Klimawandel ablenkt“, warnen die Autoren der Studie.

Der Welt-Risiko-Report soll in zwei Wochen beim WEF-Jahrestreffen in Davos (23.-27.1.) diskutiert werden. Dazu werden wieder einflussreiche Wirtschaftslenker, Wissenschaftler und Politiker erwartet - unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Sie wollen Möglichkeiten erörtern, die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftssysteme gegenüber globalen Risiken zu stärken und gleichzeitig die Gefahr von Umweltkatastrophen einzudämmen. Das Motto des WEF-Treffens lautet in diesem Jahr „Widerstandsfähige Dynamik“.

„Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben“, sagte der geschäftsführende WEF-Direktor und Herausgeber der Studie, Lee Howell. Eine weitere Zunahme von Treibhausgasemissionen bewerteten die Teilnehmer der weltweiten Befragung als das drittwahrscheinlichste globale Risiko nach den Folgen der wachsenden Kluft bei den Einkommen sowie der Haushaltsungleichgewichte.

Die Probleme des globalen Wirtschaftssystems würden auch in nächster Zukunft die volle Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft verlangen, während gleichzeitig das Ökosystem der Erde unter Druck gerate, erklären die Autoren der Studie. „Sind beide Systeme parallel Verwerfungen ausgesetzt, könnte dies den ‚perfekten globalen Sturm’ auslösen mit potenziell verheerenden Folgen.“

Mehr zum Thema

Zugleich listet die Studie eine Reihe weiterer potentieller Gefahren auf. Dazu gehören neben der Gefahr von Pandemien und der weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenz möglicherweise unvorhergesehene Folgen der Biotechnologien ebenso wie Gefahren aus dem Internet-Missbrauch. Dabei wird auf gewalttätige Proteste nach der Verbreitung eines islamfeindlichen Films über die Video-Plattform YouTube verwiesen. Dies zeige, wie „digitale Flächenbrände“ entstehen oder auch inszeniert werden können, während die traditionelle Wächterfunktion der Medien weiter erodiere.

Grundlage des Berichts ist alljährlich die Befragung von mehr als 1000 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu 50 weltweiten Risikopotenzialen in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt, Geopolitik, Gesellschaft und Technologie.

Quelle: FAZ.NET mit du./dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bis 12,3 Milliarden Menschen Die Bevölkerungsexplosion wird afrikanischer

Das Wachstum der Weltbevölkerung kommt doch nicht zum Stillstand: Die Zahl der Menschen auf dem Planeten wird bis 2100 auf mehr als zwölf Milliarden Menschen steigen, sagen neue Berechnungen. An Asien liegt das nicht.  Mehr

18.09.2014, 22:09 Uhr | Wissen
Sicherheitskorridor für MH17-Ermittler vereinbart

Die Experten der internationalen Untersuchungskommission sollen dauerhaft ungehinderten Zugang zur Absturzstelle erhalten. Vertreter Russlands, der OSZE und der Regierung in Kiew verständigten sich auf die Schaffung eines "sicheren Korridors" für die Untersuchungsteams. Mehr

01.08.2014, 09:17 Uhr | Politik
Bundesbankpräsident Weidmann: Zunehmend Risiken durch EZB-Krisenpolitik

Gerade erst hat die EZB ein weiteres Anti-Krisenpaket aufgelegt. Nun warnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann, die Politik könnte in ihren Reformanstrengungen nachlassen. Und das ist noch nicht alles. Mehr

13.09.2014, 17:36 Uhr | Wirtschaft
Niederländer sollen Untersuchungen leiten

Niederländische OSZE-Mitarbeiter haben den Zug mit den Leichen inspiziert. Die ukrainische Regierung will die Leitung der Ermittlungen den niederländischen Experten überlassen. Sie hätten die meisten Opfer zu beklagen. Mehr

21.07.2014, 16:55 Uhr | Politik
Weitere Meldungen SABMiller hat Interesse an Heineken

Zwei der weltweit größten Brauereikonzerne haben über eine mögliche Fusion gesprochen, während die neuen Russland-Sanktionen die Arktis-Förderpläne von amerikanischen Ölriesen Exxon bedrohen. Und der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich angesichts des Preiskampfs erneut auf weniger Geschäft ein. Mehr

15.09.2014, 07:22 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.01.2013, 14:19 Uhr

Der Apple-Hype ist zurück

Von Carsten Knop

Egal ob Europa, Amerika oder Australien: Überall stehen Kunden vor den Apple-Stores in langen Warteschlangen, um die neuen iPhones zu kaufen. Die Erben des Steve Jobs führen die Marke perfekt weiter. Mehr 19 12


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Auf dem Weg in eine neue Internetblase?

In den Vereinigten Staaten mehren sich die Stimmen, die vor einer neuen Technologie-Blase warnen. Denn die Risikobereitschaft der Investoren ist so hoch wie lange nicht mehr. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden