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Armut und Reichtum : Mehr als 100.000 Selbständige beziehen Hartz IV

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Vor allem in den ersten beiden Jahren der Selbständigkeit reicht das Einkommen ohne Hartz IV oft nicht aus Bild: dapd

127.000 Selbständige haben 2011 einer neuen Studie zufolge zusätzlich zu ihren Einnahmen Hartz-IV-Leistungen erhalten. Fast zwei Drittel von ihnen erwirtschaften ohne Hartz IV rechnerisch weniger als fünf Euro netto pro Stunde.

          127.000 Selbständige haben zusätzlich zu ihren Einnahmen Hartz-IV-Leistungen erhalten, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer neuen Studie herausgefunden hat. Fast zwei Drittel von ihnen erwirtschaften ohne die ergänzenden Hilfeleistungen weniger als fünf Euro netto pro Stunde.

          Mehr als 42 Prozent der selbständigen Aufstocker arbeiten Vollzeit, hat das Institut ermittelt. Trotzdem werfe ihre Erwerbstätigkeit keinen ausreichenden Gewinn ab, um davon leben zu können. Der Anteil der Selbständigen in Hartz IV an allen Selbständigen liege bei weniger als drei Prozent, hieß es weiter. Er ist damit niedriger als der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an den Erwerbstätigen insgesamt (3,7 Prozent). Allerdings habe sich in dem untersuchten Zeitraum zwischen 2007 und 2010 die Zahl der selbständigen Aufstocker von 67.000 auf 127.000 fast verdoppelt.

          44 Prozent der selbständigen Aufstocker haben ihr Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren gegründet. Sie arbeiten häufig als Verkäufer im Laden oder an Marktständen, Friseure und Kosmetiker oder Gaststätten- und Imbissinhaber. Der Anteil von 16 Prozent an Akademikern geht zurück auf Selbständige in künstlerischen Berufen wie Komponisten, Musiker, Sänger oder Designer sowie freiberufliche Lehrkräfte und Sprachdienstleister.

          Drei Viertel verfügen über ein Einkommen von maximal 400 Euro. Nur fünf Prozent können laut IAB einen Gewinn von mindestens 800 Euro verbuchen.

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