07.02.2013 · Allen Vorurteilen zum Trotz wird die Unterschicht in Deutschland kaum größer. Allerdings gelingt es weniger Armen, in eine höhere Schicht aufzusteigen.
Von Christoph SchäferRichtlinien für Lesermeinungen
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Die heutigen Arbeitslosen sind mitnichten „Lumpenproletariat“
Ergänzend und erklärend zu meinem Beitrag möchte ich noch erwähnen,dass es unlauter ist,die heutigen Arbeitslosen ganz generell mit dem Begriff des „Lumpenproletariats“ zu verleumden.Denn der unter Marx erwähnte „Pauper“-auch städtischer Pöbel genannt-war zu dieser Zeit mehr noch ein Überbleibsel der gerade untergehenden Gesellschaft.Im Übrigen hatte dieser „Pöbel“ in der Französischen Revolution eine revolutionäre Rolle inne;es speiste sich aus ihm der Sturmbock gegen die alte Macht,versinnbildlicht mit dem „Sturm auf die Bastille“,in dem ja bekanntermaßen eine sog. „Waschfrau“ die Initiative ergriffen haben soll.Unter kapitalistischen Verhältnissen gesellten sich jetzt jene Teile auch des modernen Proletariats dazu,die den Kampf aufgegeben haben,zumal der Klassenkampf unter kapitalistischen Verhältnissen diesem Proletariat ein hohes Klassenbewusstsein abverlangte. Jenes wurde dann Lumpenproletariat genannt,da es an den Rändern der Gesellschaft mit dem überkommenen „Pöbel" verschmolz.
Hier auf Mauritius gibt es einen Steuerfreibetrag, der gestaffelt wird
nach "dependent Members" der Familienzgehörigkeit. Wer
also Single ist, hat im Jahr 380000 Rupies steuerfrei (40 Rupies etwa 1
€), Wer einen abhängigen mitversorgt 400000 Rs, wer zwei
mitversorgt 440000 Rs, wer drei und mehr 480000 Rs. Alles darüber
wird mit 15% versteuert. Im Endeffekt zahlen etwa 15% der
Erwerbstätigen Steuern! Es gibt Hotels, die zahlen gar nichts, da
sie alle 8 Jahre renovieren! Viele Firmen tricksen mit den Einnahmen,
vor allem die mit HauptSitz im Ausland.
Da wird das Produkt von der Mutterfirma zu einem lächerlichen Preis
eingekauft vom Werk in Mtius und die Posten im Ausland sind TOP bezahlt,
während die Malocher auf der Insel nicht mal so viel verdienen, um
Steuern bezahlen zu dürfen. Soziale Gerechtigkeit?
Kommen Sie mir jetzt nicht mit " aber die verdienen ja mehr als die
in der Sahelzone".
Anbei bemerkt: Der "LEIHER" definiert sehr gut, was Arm sein
bedeuten kann, trotz Arbeit!
Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der H4-Reform (Studie IAB, Uni Leipzig 2011)
Als Konsequenz lässt sich festhalten, dass das Problem
(Verweildauer Transferleistung), um das es der Hartz-Reform zentral
ging, nicht existierte; oder, dass es nicht gelungen ist, die
Arbeitslosigkeitsdauern weiter zu reduzieren. Denkbar ist, dass die
Umstellung von Sozial-/ Arbeitslosenhilfe auf H4 neben ihrem
»Erfolg« bei der Gestaltung von Arbeitsanreizen +
Verweildauern auch soziale und politische Probleme nach sich gezogen
hat: Zunahme von sozialer Ungleichheit* und Armut, höhere
Beschäftigungsunsicherheit sowie Armut trotz Arbeit (working poor),
die als soziale Reformkosten zu Buche schlagen und Gerechtigkeitsnormen
verletzen. Wenn die H4-Reform gegen gesellschaftlich breit geteilte
Gerechtigkeitsvorstellungen verstoßen hat, dann steht diesen
Kosten kein Nutzen gegenüber.
*Die Armutsrisikoquote ist nach der Hartz-Reform von 13% auf 16 %
gestiegen und der Gini-Koeffizient als Maßzahl für die
Ungleichheit der Einkommensverteilung in einer Gesellschaft wuchs von
2,6 auf 3,0 an.
Mit HartzIV hat man doch nur erreicht, dass die Menschen jeden Job annehmen müssen,
der irgendwie verfügbar ist. Komischerweise gibt es seitdem doch
diesen Niedriglohnsektor von 7 Millionen Menschen, die zu ihrem
Verdienst noch aufstocken müssen, und Leiharbeiter, die die gleiche
Arbeit machen wie die Festangestellten. Dazu kommt noch, dass in vielen
Branchen damit die Löhne gedrückt werden können. Denn
genauso wie das Niveau nach oben gehen kann, kann es auch nach unten
gehen. So lange keine reguläre Bezahlung der geleisteten Arbeit
erfolgt, setzt sich dieser Effekt überall durch. Eigentlich war das
Ziel auch eine Ausweitung der Dienstleistungsgesellschaft, aber die
Dienstleistungen können von vielen nicht bezahlt werden.
Und Armut mit absoluter Armut zu vergleichen, ist auch nicht richtig.
Darauf zu warten, dass man den Menschen die Armut ansieht wie im vorigen
Jahrhundert, um es als Problem zu sehen?
Das Proletariat unterscheidet sich vor allem durch sein Klassenbewusstsein
Schon sehr früh hat Karl Marx das Proletariat aufgrund dessen Klassenbewusstseins vor allem von den anderen Klassen unterschieden.Der Begriff Lumpenproletariat,welcher mit Pauperismus identisch zu setzen wäre,entstand u.a. in der Polemik gegen Max Stirner,der das revolutionäre Proletariat wie folgt zu beschreiben suchte:„Dies besteht aus "Industrierittern,Buhlerinnen,Dieben,Räubern und Mördern,Spielern,vermögenslosen Leuten ohne Anstellung und Leichtsinnigen…“ Marx hielt dem in „Deutsche Ideologie“ entgegen:„Unser Heiliger (gemeint ist Max Stirner) hat ganz dieselbe Vorstellung vom Proletariat wie die guten ‚behaglichen Bürger‘ und namentlich die ‚treuen Beamten‘.Er identifiziert konsequenterweise auch Proletariat und Pauperismus…“ (MEW 3, S. 183) An anderer Stelle zeigt Marx auf,wie dieses „Lumpenproletariat“ sich aus allen Klassen und Schichten der Gesellschaft rekrutiert, und da mangels Klassenbewusstsein gegen dieses Proletariat leicht zu mobilisieren ist,wie eben unter Bonaparte.
Man nehme einen Single, gebe ihm eine den Standards entsprechende und
entsprechend ausgestattete Wohnung, kleide und ernähre ihn
angemessen, finanziere ihm Hygiene etc., finanziere übliche
Freizeitangebote und einen ordentlichen Urlaub, stelle ihm ein
durchschnittliches Auto oder genügend Geld für andere
Verkehrsmittel inklusive Taxi zur Verfügung usw.
Dann mache man einen Strich und berechne die notwendigen Kosten, die
eine diesen Lebenshaltungskosten angeglichene Altersversorgung betragen,
und lege noch diverse Euro für die Familienplanung obendrauf.
Dann mache man erneut einen Strich und zähle zusammen. Und obwohl
ich sicherlich noch einiges vergessen habe, hat man dann die
Armutsgrenze und den Mindestlohn ziemlich genau definiert. Und ebenso
hat man damit die Würde eines Menschen in unserer Gesellschaft zum
Teil definiert. Denn solange es noch Menschen in unserer Gesellschaft
gibt, die davon nach unten und nach oben abweichen, ist die Würde
des Menschen nicht gewahrt.
Und man sollte auch nicht verschweigen, wer von dieser "Armut" prächtig lebt
Ein Beispiel: junge Frau, 21 Jahre alt, stand nach mehreren
Schulwechseln 2011 kurz vor der Mittleren Reife. 3 Monate vor dem
Abschluß wurde sie nach 40 Fehltagen ("0-Bock") und
mehreren Abmahnungen der Schule verwiesen. Seitdem verweigert sie sich
jeder Aus- oder Weiterbildung sowie jeder Arbeitsaufnahme. Sie lebt mit
3 weiteren "Kolleginnen" ungestört in einer vom Sozialamt
betreuten Wohngruppe, verbringt ihre Freizeit deutschlandweit bei Occupy
(klar!), bezieht Grundsicherung, darf seit 2 Jahren 1x wöchentlich
zum Therapeuten...
Sie ist statistisch "arm" und fühlt sich auch so.
Würde sie arbeiten, gingen dem Therapeuten Stunden verloren, die
Sozialarbeiterin in der WG verlöre einen Teil ihrer
Daseinsberechtigung und auch die Sachbearbeiterin des Sozialamtes
hätte einen "Vorgang" weniger auf der Liste. Also wird
diese "Armut" in stiller Übereinkunft zwischen allen
Beteiligten gepflegt. Und das ist kein Einzelfall.
Hätten Sie meinen Beitrag nur gelesen...
Um Ihr Beispiel aufzugreifen: Polizei und Gerichte bekämpfen die
Kriminalität. Die von mir genannten Vetreter der
"Armutsindustrie" pflegen sie zum eigenen Vorteil - das ist
der Unterschied. Wären im konkreten Beispiel jemals Sanktionen
angedroht oder ausgesprochen worden, wäre diese "Armut"
ganz fix beendet worden. Viele Verbände, Parteien und
Interessensvertretungen leben von der "Armut", sie darf also
nicht beendet werden.
Ich könnte jetzt den Bogen schlagen, zur
"Entwicklungshilfeindustrie" und deren "Erfolgen".
Aber dann würden Sie vermutlich auch wieder
"Verschwörungstheorien" wittern...
Ist das wieder so eine "Verschwörungstheorie"?
Herr Schraube,
natürlich gibt es Berufsgruppen, die partiell von Armut
"profitieren" indem sie ihren Lohn daraus beziehen. Deswegen
kann doch Armut nicht gesellschaftlich akzeptiert werden. Sie muss
bekämpft werden! Und sei es - rein utilitaristisch - aus dem Grund,
dass gesamtgesellschaftlich ein Schaden entsteht, der den vermeintlichen
"Nutzen" den Arme durchs Hilfsleistungen und z.B.
Sozialarbeiter durch ihren lohn beziehen, deutlich übersteigt.
Mit der gleichen Logik könnte man ja auch der Polizei
"vorwerfen", sie profitiere von Kriminalität.
In Deutschland gibt es keine Armut
Ein Kollege von mir war zwei Jahre beruflich in Argentinien stationiert.
Er hat Armut gesehen. Das kann man hier garnicht wiedergeben, weil das
ausserhalb unseres Vorstellungsvermögen ist. Nur ein Beispiel.
Kinder leben in Pappkartons neben einer viel befahrenen Haupttrasse.
In Deutschland hat jeder Anspruch auf
* eine Wohnung
* Heizungsgeld
* Lebensunterhalt
* freie ärztliche Versorgung
* freier Rechtsbeistand
* Zugang zur Weiterbildung
Die "Mittelschicht" berichtet er lebt dort schlechter als hier
ein H4 Empfänger. Die Definition von Armut ist sehr relativ.
Ich finde, die Sozialleistung hier in D sind schon auf einem
sehr hohen Niveau. Natürlich möchte ich nicht freiwillig auf
H4 Niveau
leben wollen, aber ich könnte es, wenn's sein muss.
In Deutschland gibt es keine ABSOLUTE Armut
Absolut arm ist, wer von weniger als 1,25$ am Tag leben muss. Das gibt
es in Deutschland nicht!
Es gibt in Deutschland jedoch RELATIVE Armut. Beispielsweise steigt die
Zahl der Menschen, die bei den Tafeln essen massiv an. Offensichtlich
können sich viele Menschen zunehmend häufiger kein Essen mehr
leisten. Denn eine alternative Erklärung, etwa, dass sie zu den
Tafeln gehen, weil sie ihr Geld lieber für Zigaretten ausgeben,
würde nicht den steigenden Trend erklären.
Seit 1978 steigt die relative Armut in Deutschland deutlich an! D ist im
EU Vergleich nicht Spitzenreiter in Sachen relative Armut, aber bei
weitem kein Vorbild, sondern im oberen Drittel angesiedelt! Vor allem
Kinder sind in Deutschland häufig (relativ) arm! Damit muss man
sich auseinandersetzen, selbst wenn die Sozialleistungen in D sicher
eher hoch sind.
Ich würd gern in Ihrer Welt leben!
Wo steht, dass jeder Anspruch auf eine Wohnung hat?
In welchem Gesetz gibt es Heizungsgeld?
Ärztliche Versorung gibt es in Deutschen Kliniken NUR mit
Versichertenkarten. Bevor jemand sie überhaupt anschaut, werden Sie
nach der Krankenkassenkarte gefragt!!
Freier Rechtsbeistand, wo soll es dann denn geben? Meinen Sie den
Beratungsschein vom Amtsgericht mit dem kein Anwalt tätig wird?
Oder meinen Sie die Prozesskostenhilfe, die dann in kleinen Raten
zurückgezahlt wird?
Zugang zu Weiterbildung? IHK? Nicht kostenlos. Volkshochschule?
Nichtkostenlos?
Und glauben Sie mir, es ist verdammt anstrengend, auf Hartz 4 - Niveau
zu leben.
Arm unter Armen oder arm unter Reichen
Armut ist relativ. Das wird z.B. in Südafrika deutlich. Etwas pauschaliert kann man sagen, dass es nirgendwo in Afrika der armen schwarzen Bevölkerung besser geht. Und trotzdem sind die Armen dort besonders unzufrieden, weil sie ihre Ausgrenzung und Ausbeutung deutlicher und schmerzhafter erleben als anderswo.
...keiner zur "Mittelschicht" aufschliessen kann, oder dort
per Definition bleibt überrascht wohl niemanden.
Eine mögliche Lösung - Ausbildung statt Hartz4
viel interessanter...
...dass man einmal Reich nicht mehr arm werden kann...denn man lebt dann genau so nur noch vom Geld und der Arbeit anderer Leute...
Was ist mit dem Abstieg der Gutbetuchten?
Schauen wir mal auf die Millionärsstatistiken, dann werden sie
sehen, dass Deutschland immer weiter absteigt. In Frankreich gibt es
10-mal!!! so viele Millionäre wie bei uns. Es sollte in der Debatte
der Umverteilung auch mal jemand für uns sprechen. Nicht immer nur
wegnehmen. Gerade in Frankreich sieht man ja wozu das führt - die
Leistungsträger geben ihre Staatsbürgerschaft zurück.
>>>Wenn wir die Umverteilung nicht stoppen, wird eine 2
Klassengesellschaft in dieser Welt entstehen in der die Macht sich immer
mehr in Hong Kong, Singapur oder Monaco konzentriert und wir jegliche
Kontrolle darüber verlieren!!!
Was sollte die Unterschicht sonst tun?
Was ist aber die Unterschicht?
Unten ist ja nicht dort wo das wenigste Geld ist.
Ich sehe gar keinen Zusammenhang von oben und unten in Verbidung mit Geldvermögen.
Ich schlage vor das sie über die Verteilung von Einkommen und
Vermögen schreiben und diverse Schlagworte weglassen.
Ob der Mann am Mülleimer ein Konto in der Schweiz hat kann ich gar
nicht erkennen.
ggf wurde das Bild in der Schweiz gemacht dann har er sehr
wahrscheinlich auch ein Konto in der Schweiz.
PS Wir könnten Unterschicht auch per se mit kriminell gleichsetzen.
Opfer sexualisierter Gewalt werden je nach Schätzung ca 10% der
Bevölkerung völlig unabhängig vom Einkommen und der
Pfarrer mit überdurchschnittlichem Einkommen als Täter
wäre automatisch Mitglied der unersten denkbaren Schicht.
Zunächst muss einfach zwischen Einkommen und Vermögen unterschieden werden
Eine Hunderttausend Hartz IV Empfänger leben im eigenen oder
Elterlichen Anwesen / Haus.
Sind die nun wirklich arm ?
Mal ehrlich 993 € monatlich zur Verfügung soll Arm sein ?
990 € unter der Armutsgrenze ?
Ich fühle mich arm. Nicht, weil ich mir keinen Urlaub leisten kann, sondern weil ich kein Wohngeld bekomme, meine Wohnung ist angeblich (mit 310 Euro Kaltmiete) nicht angemessen. Ich fühle mich arm. Nicht, weil ich seit Jahren in keinem Restaurant mehr war, sondern weil ich täglich 13 Stunden unterwegs bin und keine Kraft und Zeit mehr habe für Bekannte, Freunde, Hobbies. Und bevor jetzt wieder zahlreiche Schlaules schreien: Hättest Du doch was Gescheites gelernt… Ich habe Abitur, 2 Berufsausbildungen und ein Ingenieur-Diplom. Meine Firma machte 2007 pleite und ich bin 56.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 18:40 UhrHerr Ari, was ist das für ein kaltes empathieloses Land geworden !
Ihre Ausführungen sprechen für sich, auch das man Herrn
Sperling mit "Leiher" anspricht.
Ich könnte mir denken, dass trifft am meisten, als Leiher
angesprochen zu werden.
Und Herr Sperling wäre eigentlich der, den man händeringend
sucht, falls man der Bundesregierung glaubt.
Und das genau sehen die anderen europ. Länder - wie Deutschland zu
seinem Wohlstand gekommen ist, Reichtum für Konzerne und
Oberschicht und immer mehr Minijobber,
Leiharbeiter, die vom Aufschwung gar nichts haben, Wertschätzung
gleich Null.
Von aussen betrachtet aus dem Süden, aus einem PIIG-Land -
schlimmer noch als finanzielle Armut, ist die Armut - die aus ihrem
Beitrag spricht! So überheblich geht man hier nicht miteinander
um, und hier sind viele ohne jegl. staatl. Unterstützung.
Arm ist, wer verliert
Mancher der in die Klauen von Hartz IV gerät, wird vom Staat ausgeplündert und in die Altersarmut getrieben. Wer z.B. so unklug war, mangels genügender Rentenanwartschaften mit einer Kapitallebensversicherung eigenverantwortlich für sein Alter vorzusorgen, dem wird seine Altersanlage bis auf einen dürftigen Rest weggenommen. Es gibt aber eine kuriose Ausnahme. Ausgerechnet besserverdienende Freiberufler, also Ärzte, Apotheker, Anwälte, Notare, Steuerberater usw. genießen einen Zugriffsschutz, falls diese jemals zum Hartz IV-Fall werden (§ 12 Abs. 3 Nr. 3 SGB II). Die Bundesregierung weiß das, weigert sich aber, diesen gesetzgeberischen Murks zu korrigieren. Die Lobby lässt grüßen.
Ich verstehe Sie sehr gut und ja wie sie sich fühlen das kann man nachfühlen. Nur
Nach dieser blöden Definition sind sie Mittelschicht.
Zählen keines Falls als arm.
Ja ich verstehe wirklich sehr viele alle in anderen Situationen.
Bis vor kurzem mussten wir zu dritt ein Student der noch
Kindergeld berechtigt ist
1300 € Rente plus 184 € Kindergeld also zu dritt weniger
als 1500 €
Aber nein laut Statistik kaum mehr als die Hälfte der
Armutsgrenze betrifft.
Aber arm fühlten wir uns nie.
und ich Arbeite härter, länger und steige noch ab!
Ich auch, nicht weil ich in so einer unschönen Lage bin wie Sie.
Dafür haben sie wirklich mein volles Mitleid. Doch ich fühle
mich auch Arm, weil ich beruflich in Hong Kong und London zu tun habe.
Weil ich in Deutschland den Spitzensteuersatz zahle und meine
ausländischen Freunde mich aus Mitleid Einladen, weil ich mir die
Flasche Dom Perignon für 2.000€ im Club nicht leisten kann.
Auch weil die Chartermieten für Yachten inzwischen stark gestiegen
sind und anders als in Osteuropa wir kaum reicher werden. Weil mein
Stammhotel in St Moritz und in StTrop exponentiell teurer geworden sind
und ich 300 Tage im Jahr arbeiten muss. Weil in D meine Mehrleistung an
Transferempfänger geht und gleichzeitig in meiner Welt die Preise
überdimensional steigen.
Sehen Sie, Armut ist reine Definition und in der Produktion meiner Firma
in Indien, fühlen sich die Angestellten mit 10US$/Tag schon gut,
weil wir sie aus den Slums geholt haben. Versuchen wir, uns etwas von
denen abzuschauen.
Ihr A.G.
Sie kaufen ihre Kleidung S. Oliver oder Jack Wolfskin. Ich bei Aldi & Co. Sie haben 30 oder mehr Tage Urlaub und fahren nach Norwegen, in die Schweiz oder nach Thailand. Ich habe 20 Tage bleibe zu Hause. Frisör? Fehlanzeige. Schwimmbad? Zu teuer. Restaurantbesuch? Unbezahlbar. Ich verdiene 1100 netto - also mehr als die genannten 993 Euro. Trotzdem fühle ich mich arm. Aber nicht, weil ich keine Jack Wolskin Jacke trage, sondern weil ich in der Firma seit 3 Jahren mit: „He Leiher, komm mal her!“ angesprochen werde. Obwohl ich im Schnitt 12-13 Aufträge am Tag abwickle und die Festangestellten 7-9. Ich fühle mich arm. Nicht, weil ich mir kein Auto leisten kann, sondern weil ich böse angehupt werde, wenn ich bei Kälte, Wind und Schneeregen über die Straße renne, um meinen Bus zu erreichen. Der nächste fährt in 30 Minuten.
Als ich nach einem 10 h Arbeitstag, mit Regel mit 10 Pause im
Schneeregen bei 0°C an der Ampel stand und an mir die Q 5 und X3 und
C-Klassen und Minis und Passats vorübersausten und ich meinen Bus
vorbeifahren sah - ohne mich - fühlte ich mich ziemlich arm.
Fast alle anderen Mitarbeiter sind vor 2 Stunden in ihr Auto gestiegen
und nach Hause gefahren, ohne sich um das Wetter zu kümmern. Aber
sie sind direkt bei der Firma angestellt und sie arbeiten 37,50 h /
Woche, ich bin „Leiher“ - ja, so werde ich angesprochen -
und arbeite 43,75 h pro Woche.
Sie können sich einen Golf oder die schon länger dort
abeitenden Personen einen Passat leisten. Bei mir reicht es gerade so
für die Monatskarte.
Sie sitzen alle längst in ihrer warmen, schönen Wohnung oder
im Häuschen am Standrand, wenn ich um etwa 19:30 in eine kühle
Mini-Wohnung weit draußen ankomme.
Neurotischer, Teilhabegerechtigkeit ängstlich weitgehend ausblendender Diskurs
Was irritiert an dem Umstand,
dass der private Reichtum in Deutschland zwar rasch steigt (Reichtumsuhr),
dass jedoch für das reichste Zehntel sich diese Zunahme sehr viel
schneller vollzieht,
dass für das ärmste Zehntel stattdessen eine Abnahme
("Negativwachstum") festzustellen ist,
dass das Gemeinwesen (Staat) sich trotz Wirtschaftswachstum immer weiter verschuldet,
dass die nötigen Zinszahlungen aus den Staatsschulden die privaten
Anleger mästen,
dass ab einer bestimmten Größe (too big to fail) sich
verspekulierende Anleger (Bankenrettung) auf Kosten des Gemeinwesens
gerettet werden müssen,
dass die Zahl derer steigt, die auch vollbeschäftigt von ihrer
Arbeit allein nicht mehr leben können, ..., ...,
obwohl doch nach dem Scheitern des seinerzeitigen Sozialismus endlich
Wohlstand für alle auf dem Boden einer freiheitlich-demokratischen
Grundordnung in Deutschland Wirklichkeit hätte werden können?
An der Wirtschaftsleistung liegt es nicht, das Sozialprodukt stieg
stetig linear.
Einteilung der Bürger in Klassen
Bitte diesen Text nicht zensieren oder löschen. Ich bin
tatsächlich der Meinung, dass es sinnvoll wäre, die
Bürger in Klassen oder Kasten einzuteilen wie es auch in Indien
üblich ist. Dieses sollte auch in einem speziellen Ausweis
dokumentiert werden. Klassen könnte man nach Schulnoten einordnen,
so wäre die Klasse 1 beispielsweise Bankmanager, Ärzte,
Rechtsanwälte, Politiker etc..
So könnte man individuelle Leistungstarife schaffen. Die Klasse 1
kann so z.B. Rabatte eingeräumt bekommen oder Automobile als
Probefahrer oder Urlaub für Weiterbildung auf den Sardellen usw.
Ganz einfach deswegen, weil sie auch als potentielle Käufer in
Frage kommen. Die Klassen 5 oder 6 könnten bestimmte Zonen in der
Stadt erhalten, in denen sie exclusiv die Papierkörbe durchsuchen
dürfen. Das Alleinrecht für das Leeren von
Lebensmittel-Abfallbehälter hat selbstverständlich Klasse 6.
Kaste 3 und 4 ist Noname und für Steuerzahlungen und
Bußgelder zuständig, da sie nie aufmüpfen. Die
Melkkühe also.
Zukunft
Es scheint, als vollzöge sich diese Entwicklung bereits ganz aus sich heraus.
durch Fernsehen, HARTZ IV-Ansprüche und mangelnde gesellschaftliche Traute, das Lumpenproletariat auch als solches zu bezeichnen und dementsprechend differenziert zu behandeln, wird diese Schicht nie verschwinden. Dazu sind bürokratische Hürden und das sozialistisch-feministische Anspruchsdenken, was alles heutzutage zum Leben so dazu gehören soll, ebenfalls kein Antrieb, sich nach oben zu arbeiten. Und wenn Erziehung nicht mehr Aufgabe der Eltern sein soll, sondern der KiTa und 68er-Gleichmacher-Schulen, dann wird die Einebnung des Niveaus nach unten zum Programm.
Wenn 10 Prozent der Bevölkerung 60 Prozent des Vermögens
besitzen, das 10 Billionen Euro beträgt, können diese
wenigstens als "nicht-arm" bezeichnet werden. Das ist doch
schonmal toll.
Die viel interessantere Problemstellung, als die Definition des Begriffs
Armut, umfasst die Gründe, warum es in Deutschland ca. 3 Mio.
Arbeitslose, 7 Mio. geringfügig Beschäftigte und 6 Mio.
Menschen gibt, die ALG II (Hartz 4) beziehen.
Da davon ausgegangen werden kann, dass diese Gruppe einfach keine Lust
hat, eine der 100 Mio. offenen, unbefristeten Vollzeitstellen zu
überhöhten Löhnen anzunehmen, braucht auch nicht
darüber nachgedacht zu werden, dass der wirtschaftliche
Strukturwandel dazu führt, dass es für 20% der
Bevölkerung dauerhaft keinen adäquaten Arbeitsplatz geben wird
und Armut zementiert bleibt.
Auch wenn sich "Fachkräftemangel" und
"demographischer Wandel" viel attraktiver anhört, muss
man nicht alles glauben, was Mutti glaubhaft machen will.