Home
http://www.faz.net/-gqg-75ucd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 20.01.2013, 12:04 Uhr

Armut und Reichtum Das bisschen Haushalt ...

In vielen Ländern auf der Welt arbeiten Frauen laut einer neuen Studie der OECD deutlich mehr als Männer - vorausgesetzt, man betrachtet nicht nur die bezahlte Arbeitszeit, sondern auch die unbezahlte.

© Getty Images Gestern wie heute - Hausfrau bei der Arbeit

In vielen Ländern auf der Welt arbeiten Frauen deutlich mehr als Männer - vorausgesetzt, man betrachtet nicht nur die bezahlte Arbeitszeit, sondern auch die unbezahlte, die Hausarbeit also, das Versorgen der Kinder und die Pflege der betagten Eltern. Genau diesen Ansatz verfolgt eine Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Demnach verbringen Frauen jeden Tag im Durchschnitt fast doppelt so viel Zeit mit der Hausarbeit wie Männer. 8 Stunden und 13 Minuten arbeiten Frauen der Studie zufolge im Mittel jeden Tag, davon 4 Stunden und 37 Minuten im Haushalt. Die Männer kommen im Schnitt auf täglich 7 Stunden und 52 Minuten Arbeitszeit, davon 2 Stunden 20 Minuten im Haushalt.

Julia Löhr Folgen:

Die Zahlen variieren von Nation zu Nation: In Ländern wie Indien und Japan halten sich die Männer aus der Hausarbeit weitgehend raus, während sie sich etwa in Dänemark und Schweden überdurchschnittlich engagieren. In Deutschland kommen Frauen nach OECD-Angaben auf täglich 7 Stunden 30 Minuten Arbeitszeit, davon 4 Stunden 29 Minuten unbezahlt. Männer arbeiten hierzulande 7 Stunden und 26 Minuten, davon 2 Stunden 44 Minuten unbezahlt.

Mehr zum Thema

Das unterschiedliche Pensum an Hausarbeit zwischen Männern und Frauen erklärt sich zum Teil dadurch, dass viele Frauen nach der Geburt eines Kindes ihren Beruf nicht mehr oder nur noch in Teilzeit ausüben - weil sie es so wollen oder weil es keine Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt. Die OECD betont allerdings, dass selbst in Lebensgemeinschaften, in denen die Frau der Hauptverdiener ist, nicht etwa die Männer das Gros der Hausarbeit übernehmen, sondern es dann gerade einmal zum Gleichstand kommt: In dieser Konstellation wenden beide täglich 4 Stunden 2 Minuten für die Hausarbeit auf.

Dass die unbezahlte Arbeit im Haushalt in erster Linie Sache der Frauen ist, halten die Forscher für einen der Gründe, warum Frauen oft weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, selbst in gleicher Position. Wer nach getaner Arbeit schnell zum Supermarkt oder zur Kita hetzt, hat in der - besonders in Deutschland gepflegten - Präsenzkultur der Unternehmen das Nachsehen.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ehegattensplitting Und das soll gerecht sein?

Unverheiratete Paare zahlen Tausende Euro mehr Steuern als Eheleute. Das ist ziemlich ungerecht - und ließe sich gerechter machen. Mit einer ungewöhnlichen Lösung. Mehr Von Dyrk Scherff

01.02.2016, 15:14 Uhr | Finanzen
Tunesien Demonstration gegen die Regierung

Tunesien erlebt zurzeit die schlimmsten sozialen Unruhen seit Ausbruch der arabischen Aufstände vor fünf Jahren. Hintergrund ist die hohe Arbeitslosigkeit sowie die schlechte wirtschaftliche Lage. Junge Männer und Frauen sind frustriert. Sie fordern, dass die Regierung mehr Jobs schafft. Mehr

26.01.2016, 15:01 Uhr | Politik
Auf einen Espresso Zwei mal drei macht vier

Wir machen uns die Welt, widde-widde-wie ... aber diese Woche so richtig! Mehr Von Patrick Bernau

30.01.2016, 17:31 Uhr | Wirtschaft
Oscars Modisch auf dem roten Teppich

Der Weg zur Oscar-Verleihung führte wie immer über den roten Teppich. Und da haben die Modeexperten ein paar Trends erkannt: Schlicht, hell und wenig Accessoires bei den Frauen und klassisch bei den Männern. Mehr

04.02.2016, 15:36 Uhr | Feuilleton
Wahl in Amerika Der 27-Dollar-Mann bittet zur Revolution

Die Wähler in New Hampshire haben Hillary Clinton gedemütigt. Viele von ihnen glauben dem Sozialisten Bernie Sanders, dass seine Rivalin käuflich sei. Jetzt haben die Latinos und Afroamerikaner das Wort. Mehr Von Andreas Ross, Washington

10.02.2016, 18:33 Uhr | Politik

Das Syriza-Virus

Von Leo Wieland, Lissabon

Wie in Griechenland gefährdet in Portugal und Spanien die Politik die wirtschaftliche Erholung. Portugals Ministerpräsident sagt das Richtige, tut dann aber das Falsche. Mehr 19 22


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Keine Ahnung - aber Meinung

Wenn es um China geht, sind die meisten Deutschen einer Umfrage zufolge in Sorge. Ebenfalls die meisten sagen aber auch, eigentlich nichts darüber zu wissen. Mehr 4