Home
http://www.faz.net/-hoa-75ucd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Armut und Reichtum Das bisschen Haushalt ...

In vielen Ländern auf der Welt arbeiten Frauen laut einer neuen Studie der OECD deutlich mehr als Männer - vorausgesetzt, man betrachtet nicht nur die bezahlte Arbeitszeit, sondern auch die unbezahlte.

© Getty Images Vergrößern Gestern wie heute - Hausfrau bei der Arbeit

In vielen Ländern auf der Welt arbeiten Frauen deutlich mehr als Männer - vorausgesetzt, man betrachtet nicht nur die bezahlte Arbeitszeit, sondern auch die unbezahlte, die Hausarbeit also, das Versorgen der Kinder und die Pflege der betagten Eltern. Genau diesen Ansatz verfolgt eine Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Demnach verbringen Frauen jeden Tag im Durchschnitt fast doppelt so viel Zeit mit der Hausarbeit wie Männer. 8 Stunden und 13 Minuten arbeiten Frauen der Studie zufolge im Mittel jeden Tag, davon 4 Stunden und 37 Minuten im Haushalt. Die Männer kommen im Schnitt auf täglich 7 Stunden und 52 Minuten Arbeitszeit, davon 2 Stunden 20 Minuten im Haushalt.

Julia Löhr Folgen:  

Die Zahlen variieren von Nation zu Nation: In Ländern wie Indien und Japan halten sich die Männer aus der Hausarbeit weitgehend raus, während sie sich etwa in Dänemark und Schweden überdurchschnittlich engagieren. In Deutschland kommen Frauen nach OECD-Angaben auf täglich 7 Stunden 30 Minuten Arbeitszeit, davon 4 Stunden 29 Minuten unbezahlt. Männer arbeiten hierzulande 7 Stunden und 26 Minuten, davon 2 Stunden 44 Minuten unbezahlt.

Mehr zum Thema

Das unterschiedliche Pensum an Hausarbeit zwischen Männern und Frauen erklärt sich zum Teil dadurch, dass viele Frauen nach der Geburt eines Kindes ihren Beruf nicht mehr oder nur noch in Teilzeit ausüben - weil sie es so wollen oder weil es keine Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt. Die OECD betont allerdings, dass selbst in Lebensgemeinschaften, in denen die Frau der Hauptverdiener ist, nicht etwa die Männer das Gros der Hausarbeit übernehmen, sondern es dann gerade einmal zum Gleichstand kommt: In dieser Konstellation wenden beide täglich 4 Stunden 2 Minuten für die Hausarbeit auf.

Dass die unbezahlte Arbeit im Haushalt in erster Linie Sache der Frauen ist, halten die Forscher für einen der Gründe, warum Frauen oft weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, selbst in gleicher Position. Wer nach getaner Arbeit schnell zum Supermarkt oder zur Kita hetzt, hat in der - besonders in Deutschland gepflegten - Präsenzkultur der Unternehmen das Nachsehen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Arbeitsmarkt Frauen arbeiten mehr - in Teilzeit

Die Zahl der Erwerbstätigen erreicht einen neuen Höchststand. Vor allem Frauen kommen wieder besser unter. Allerdings setzen sie auch neue Trends, was ihr Beschäftigungsmodell betrifft. Mehr Von Dietrich Creutzburg

20.02.2015, 14:00 Uhr | Beruf-Chance
Der steinige Weg zum K-Popstar

Sechs junge Frauen arbeiten hart für ihren Traumberuf: Die Mitglieder der südkoreanischen Girlgroup Billion wollen K-Popstars werden, doch vor dem erträumten Glamour-Leben stehen 16-Stunden-Tage und strenge Diätpläne. Ein erstes Album haben Billion veröffentlicht, der große Durchbruch lässt noch auf sich warten. Mehr

10.09.2014, 10:27 Uhr | Feuilleton
OECD-Bildungsstudie Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen bleiben

Wenn Mädchen und Jungen nach ihrer Einstellung gegenüber Mathematik und Naturwissenschaften gefragt werden, gehört Deutschland zu den Ländern mit den größten Geschlechterunterschieden. Das berichtet die internationale Bildungsorganisation OECD. Aber es gibt auch Zeichen für einen Wandel. Mehr Von Susanne Kusicke

05.03.2015, 11:08 Uhr | Politik
Rheinhessen Winzer hoffen auf Spitzenjahrgang

Der Weinjahrgang 2014 könnte in Rheinhessen außergewöhnlich gut werden, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Winzer Christian Braunewell und einige Helfer sind jedenfalls voll im Ernte-Einsatz und arbeiten sich durch die Reben. Mehr

18.09.2014, 10:29 Uhr | Stil
Verhaltensökonom im Gespräch Wir sind keine kalten Nutzenmaximierer

Will ein Unternehmen gute Ergebnisse erzielen, ist ein Klima der Kooperation im Büro wichtiger als Wettbewerb, sagt der Verhaltensökonom Matthias Sutter. Leider haben das viele Männer noch nicht kapiert. Mehr

27.02.2015, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.01.2013, 12:04 Uhr

Unfug vom Minister

Von Carsten Knop

Justizminister Heiko Maas hält die Frauenquote in Aufsichtsräten für den größten Beitrag zur Gleichberechtigung seit der Einführung des Frauenwahlrechts. Was für ein Unsinn! Mehr 3 24


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Hauptverdiener Mann

Bei den meisten Paaren in Deutschland sind die Männer nach wie vor die Hauptverdiener. Das ändert sich nur langsam. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden