28.09.2006 · Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September um 134.000 gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren im September 4,238 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die BA bewertet die Entwicklung für das Gesamtjahr 2006 besser als bislang.
Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen ist von August auf September um 17.000 gesunken. Unbereinigt nahm die Zahl um rund 134.000 auf 4,238 Millionen ab, dies gab die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 23.000 ab, im Osten stieg sie um 6000.
Für das Gesamtjahr 2006 geht die BA von einem etwas stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit aus als bislang erwartet. Bisher habe man mit einem Jahresdurchschnitt von 4,6 Millionen Arbeitslosen gerechnet, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt am Donnerstag in Nürnberg. „Wir werden nach der guten Entwicklung nun etwas besser herauskommen“, sagte er. Nunmehr erwarte die BA eine Jahresdurchschnittszahl zwischen 4,5 und 4,6 Millionen Arbeitslosen. Im Oktober dürfte die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen, die Entwicklung im November und Dezember hänge unter anderem von der Witterung ab.
Ökonomen mit leichter Skepsis
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem saisonbereinigten Rückgang von 23.000 gerechnet. Sebastian Wanke von der Dekabank sagte zu den Arbeitsmarktdaten: „Wir hatten mit einem stärkeren Rückgang der saisonbereinigten Zahlen gerechnet, weil es im Vormonat einen Anstieg gab. Zumal sich die Konjunktur nach dem Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas nach wie vor sehr kräftig zeigt.“ Im Hinblick auf die mögliche weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes in diesem Jahr sehe er keine spürbare Verbesserung. Unter Hinweis auf die wahrscheinlich verhaltenere Entwicklung der Konjunktur zum Beginn des kommenden Jahres sagte Wanke: „Gerade mit Blick auf das erste Halbjahr 2007 werden die Unternehmen jetzt vorsichtiger werden mit Einstellungen.“
Etwas optimistischer äußerte sich dagegen Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort zu den vorgelegten Zahlen: „Das liegt nahe an dem, was wir erwartet wurde. Die Zahlen bestätigen den Trend der rückläufigen Arbeitslosenzahlen, die den kleinen Ausreißer des Vormonats wieder einfangen. Wir sind auf einem guten Weg in Deutschland. Das liegt wohl auch am robusten Wachstum. Und ich denke, dieser Trend wird noch einige Monate anhalten, sicher bis zum Jahresende.“
„Erfreuliche Entwicklung nicht bekämpfen“
Der Arbeitsmarkt hat nach Einschätzung der CDU die Talsohle verlassen. „Die Zahl der Arbeitsplätze steigt, die Zahl der Arbeitslosen sinkt“, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Donnerstag in Berlin. Die positive Entwicklung benötige aber weiter „Schubkraft“. Deshalb halte die CDU am eingeschlagenen Reformweg fest. Dazu gehöre auch eine „zusätzliche Absenkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung auf vier Prozent“.
FDP-Vize Rainer Brüderle warnte die Bundesregierung davor, die „erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“ nicht durch höhere Steuern und Beiträge zu bekämpfen. Mehrwertsteuererhöhung und eine „vermurkste Gesundheitsreform“ mit höheren Kassenbeiträgen seien der falsche Weg. „Die Bundesregierung pflügt das Feld um, bevor die Ernte eingefahren ist“, kritisierte Brüderle.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |