Arbeitnehmer gehen immer später in Rente - bei der Altersrente im Schnitt mit mittlerweile 63 Jahren. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.
Laut dem sogenannten Altersübergangsreport hat sich zwischen 1996 und 2005 das Zugangsalter für Altersrenten um rund ein Jahr erhöht - allein seit 2003 um ein halbes Jahr. Grund sei unter anderem eine Verhaltensänderung der Versicherten nach der Anhebung der Altersgrenzen für einen abschlagfreien Rentenzugang.
Ein Drittel der Männer arbeitet bis 65
Bei den 60jährigen fanden die IAT-Arbeitsmarktexperten ein gegensätzliches Bild: Zwischen 1996 und 2003 ging der Anteil derjenigen, die mit 60 in Rente gingen, von 40 Prozent auf 22,8 Prozent zurück. Seitdem steigt er wieder: auf mittlerweile 24,4 Prozent im Jahr 2005. Grund könne eine steigende Inanspruchnahme der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit sein. Auch die Vermeidung der Bedürftigkeitsprüfung für das Arbeitslosengeld II im Vorjahr des In- Kraft-Tretens von Hartz IV könne ein Grund gewesen sein.
Etwa ein Drittel der Männer erreichte 2005 die Rente über die Regelaltersrente ab 65 Jahre. Zugänge in Erwerbsminderungsrenten sind für Männer und Frauen seit 1996 rückläufig, ebenso Altersrenten für Frauen. Nach Jahren zunehmender Inanspruchnahme geht die Bedeutung der Altersrenten nach Altersteilzeit seit 2003 wieder zurück. In den neuen Bundesländern gehen die Menschen häufiger vorzeitig in Rente als in den alten Bundesländern. Hauptgründe seien die schlechte Arbeitsmarktlage und die höhere Frauenerwerbstätigkeit.
