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Arbeitsmarkt Importverbot für Wissen und Ideen

21.02.2007 ·  Fachkräftemangel wird zur Wachstumsbremse. Doch der deutsche Arbeitsmarkt bleibt für ausländische Spezialisten verriegelt, während das heimische Personal nicht einmal den Hauptschulabschluss schafft. Statt mit Familienförderung sollte sich die Politik auch mit diesen Themen befassen.

Von Nico Fickinger
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Wer etwas mitbringt, ist immer willkommen. Nach diesem Motto steuert Deutschland den Zuzug von Spitzenkräften aus dem Ausland: Wer hierzulande mindestens 84.000 Euro im Jahr verdient oder als Selbständiger eine Million Euro investiert und mindestens zehn Stellen schafft, ist ein gerngesehener Gast. Alle anderen müssen draußenbleiben.

Solche Absperrmaßnahmen zeigen nur, dass die Politik immer noch nichts begriffen hat. Jahrelang hat sie bloß einen sozialpolitisch motivierten Familiennachzug geduldet und sich dann über die mangelnde Qualifikation der Nachzügler gewundert.

Heimisches Personal schafft nicht die Hauptschule

Inzwischen wird der Fachkräftemangel zu einer ernsthaften Wachstumsbremse. Doch statt die Hürden für ausländische Spezialisten zu senken (die man ohnehin eher locken denn bremsen muss, nach Deutschland zu kommen), bleibt der deutsche Arbeitsmarkt verriegelt - selbst gegenüber den neuen EU-Mitgliedern.

Ein solches Importverbot für Wissen und Ideen aber, so hat die Grünen-Politikerin Thea Dückert treffend formuliert, können wir uns nicht leisten. Natürlich wäre es schön, den Bedarf mit heimischem Personal decken zu können. Doch das schafft nicht einmal den Hauptschulabschluss, bekommt keinen Ausbildungsplatz oder bricht entnervt ein praxisfernes Studium ab.

Wer qualifizierte Kräfte will, sollte sich statt mit Familienförderung und Krippenplätzen gelegentlich auch mit diesen Themen befassen.

Quelle: F.A.Z., 21.02.2007, Nr. 44 / Seite 11
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