03.01.2007 · Das Institut für Arbeitsmarktforschung analysiert den Verdrängungswettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt. Eine aktuelle Erkenntnis: Nur jeder dritte Bewerber mit Hauptschulabschluss bekommt einen Ausbildungsplatz.
Der zunehmende Verdrängungswettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt macht die Situation für Hauptschüler immer schwieriger. Wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) in einer jetzt veröffentlichten Analyse festgestellt hat, bekam nur gut jeder dritte bei den Arbeitsagenturen registrierte Bewerber mit Hauptschulabschluss einen regulären Ausbildungsplatz. Größte Gruppe der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten und vermittelten Bewerber sind Jugendliche mit Realschulabschluss. Die Arbeitsämter vermittelten 53 Prozent von ihnen einen Lehrvertrag.
Die Zahl der bei der BA registrierten Lehrstellenbewerber ist im vergangenen Jahr auf 763 000 gestiegen. 2005 waren es noch 740 500. Die Zahl der bis zum 30. September 2006 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg von 550 000 im Jahr 2005 auf nunmehr 576 500. „Mit dem Anstieg der Bewerber erhöhte sich aber auch die Zahl derjenigen, die eine Alternative zur Berufsausbildung suchten oder fanden oder ,unbekannt verblieben' waren“, heißt es in der IAB-Analyse. Während Jugendliche mit Abitur sich dabei häufig für ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium entschieden, suchte ein wachsender Teil der anderen nicht vermittelten Jugendlichen als Ungelernter einen Arbeitsplatz.
Überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Ausländern
Das gilt vor allem für junge Männer aus ausländischen Familien. Ausländische Schulabgänger streben in etwa im gleichen Ausmaß wie deutsche eine betriebliche Ausbildung an. Doch konnte 2005 nur jeder dritte männliche und weibliche Bewerber vermittelt werden. Jeder vierte, der keine Lehrstelle fand, suchte einen Job als Ungelernter. „Damit besteht zusätzlich die Gefahr, dass sich bei weiter gesunkenen Vermittlungsquoten bei jugendlichen Migranten die überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Ausländern verfestigt“, stellt das IAB fest.
Während Jugendliche mit Hauptschulabschluss die geringsten Vermittlungschancen hatten, fanden 63 Prozent der Jugendlichen ohne Abschluss einen Ausbildungsplatz - ein zumindest auf den ersten Blick überraschendes Ergebnis. Diese Quote lässt sich erklären, weil viele, die die Schule ohne Abschluss verlassen, bei den Arbeitsagenturen gar nicht erst als Bewerber registriert werden. „Anders ausgedrückt: Nur die besseren von ihnen treten überhaupt als Bewerber auf den Ausbildungsmarkt“, schreibt das IAB.
52 Prozent suchten im Westen eine Lehrstelle
Jugendliche in den neuen Ländern sind interessierter an einer Lehre als ihre westdeutschen Altersgenossen. Während im Westen 52 Prozent der Schulabgänger eine Lehrstelle suchten, waren es im Osten 62 Prozent. Wegen der von der BA geförderten überbetrieblichen Berufsausbildung wurden Jugendliche in den neuen Ländern erfolgreicher in eine Berufsausbildung vermittelt.
Während in Ostdeutschland jeder sechste Bewerber in einer außerbetrieblichen Ausbildung landete, spielte diese Förderung im Westen mit einem Prozent praktisch keine Rolle. Das IAB schlägt in seiner Analyse vor, die Förderung wegen der niedrigen Vermittlungsquoten für Hauptschulabgänger auch auf die strukturschwachen Regionen des Westens auszuweiten.
Zuwanderer auswählen wie die Amerikaner
Stefan Seel (stefanmrh)
- 04.01.2007, 00:13 Uhr
Re: Hauptschule = Resteschule
Bernhard Arnold (subjektiveWahrheit)
- 04.01.2007, 12:56 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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