30.03.2006 · Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März um 72.000 auf 4.976.000 gesunken. Das waren 290.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März wieder unter die Marke von fünf Millionen gesunken. Bei den Arbeitsagenturen waren 4.976.000 Männer und Frauen als arbeitslos gemeldet. Das waren 72.000 weniger als im Februar und 290.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 12,0 Prozent zurück.
Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte, die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt lasse noch auf sich warten. Auf Grund der sehr kalten Witterung habe sich der Abbau der saisonalen Arbeitslosigkeit verzögert. Die Entlastung werde sich erst im April deutlicher zeigen, sagte Weise.
Müntefering unzufrieden
Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl im März um 30.000 auf 4,730 Millionen. Im Westen erhöhte sich die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 27.000, im Osten stieg sie um 3.000, berichtete die Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) nannte die Lage „nicht befriedigend“. Die Zahl der Arbeitslosen sei weiterhin zu hoch und „nicht so gut, wie wir es uns wünschen“, sagte Müntefering am Donnerstag im Bundestag bei der Debatte über seinen Haushalt.
Im Westen sank die Zahl der Arbeitslosen nach BA-Angaben im März um 54.000 auf 3,316 Millionen, im Osten ging sie um 18.000 auf 1,660 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Westen binnen Monatsfrist von 10,2 auf 10,1 Prozent; im Osten sank sie von 19,5 auf 19,3 Prozent.
Volkswirte mit verhaltenem Optimismus
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem saisonbereinigten Rückgang von 6.000 gerechnet, warnen aber davor die Entwicklung überzubewerten.
Bernd Weidensteiner von der DZ Bank sagte: „Den Anstieg der saisonbereinigten Zahl sollte man relativieren. Das liegt am ungewöhnlich kalten Wetter, das vor allem die Außenberufe unter Druck gebracht hat. Das darf man nicht als Hinweis für den Trend einer Verschlechterung am Arbeitsmarkt nehmen. Im April sollte sich das dann ins Gegenteil umkehren; dann dürften wir einen deutlichen Rückgang der saisonbereinigten Zahl sehen.
Ähnlich äußerte sich Alexander Koch von der Hypo-Vereinsbank: „Das entspricht unseren Erwartungen. Normalerweise nehmen die Arbeitslosenzahlen im Frühjahr wetterbedingt ab. Wir hatten aber einen kälteren März als üblich. Wir erwarten keine spürbare Belebung auf dem Arbeitsmarkt und die positiven Effekte der Konjunktur werden nur leicht die strukturellen Entlassungen kompensieren können.“
Frühjahrsbelebung
Eberhard Ottlinger (Ottlinger)
- 30.03.2006, 13:33 Uhr
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