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Arbeitsmarkt Die Zeitarbeit ist ein Sprungbrett

23.04.2008 ·  Hilft die Zeitarbeit Arbeitlosen, eine richtige Stelle zu finden? Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft hat die Daten von mehr als 200 Zeitarbeitsunternehmen ausgewertet. Das Ergebnis: Jeder vierte Zeitarbeiter findet im Anschluss an seinen Einsatz einen Platz in der Stammbelegschaft.

Von Sven Astheimer
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Jeder vierte Zeitarbeiter findet im Anschluss an seinen Einsatz einen Platz in der Stammbelegschaft des Unternehmens, an das er zuvor ausgeliehen wurde. Weitere 22 Prozent erlangen zudem eine Festanstellung in einem anderen Unternehmen. Dies geht aus einer Studie hervor, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Bundesverbandes Zeitarbeit Personaldienstleistungen (BZA) erstellt hat. Für die Studie wurden die Daten von mehr als 200 Zeitarbeitsunternehmen mit mehr als 53.000 Beschäftigten ausgewertet.

Das Studienergebnis beweise, dass ein wirklicher „Klebeeffekt“ existiere, sagte BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen am Mittwoch in Köln nach der Vorstellung der Studie im Rahmen des Arbeitgebertages Zeitarbeit. Die Branche habe die Erwartungen in die Deregulierung des Arbeitsmarktes erfüllt. „Die Zeitarbeit ist ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt“, sagte Hinsen.

Rund 700.000 Zeitarbeiter in Deutschland

Gleichzeitig attackierte er die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung scharf, die zuletzt auf Grund einer Betriebsrätebefragung zu dem Ergebnis kam, dass in jedem vierten Unternehmen Teile der Stammbelegschaft durch Zeitarbeiter ersetzt werden. Außerdem sei in 40 Prozent der Fälle die Verleihdauer gestiegen. Diese Befragung sei methodisch fragwürdig, sagte Hinsen, „ein Gebräu aus Lügen und Diffamierung“.

Derzeit sind rund 700.000 Zeitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Wie IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös ausführte, sind 59 Prozent der Zeitarbeiter vorher arbeitslos oder Menschen, die etwa aus familiären Gründen eine Zeitlang nicht im Beruf standen. Weitere 13 Prozent kamen aus der Langzeitarbeitslosigkeit (länger als ein Jahr), und fast 8 Prozent waren zuvor noch nie beschäftigt gewesen.

Die befragten Zeitarbeitnehmer waren nur relativ kurz im Einsatz – im Durchschnitt schieden sie nach drei Monaten wieder aus dem Zeitarbeitsunternehmen aus. Entsprechend hoch war im Jahr 2006 die Fluktuation in der Branche: Während in der gesamten Wirtschaft 27 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse beendet wurden, war der Wert in der Zeitarbeitsbranche fünfmal so groß. Jeder Zeitarbeiter hat also im Durchschnitt 1,5 Mal im Jahr eine neue Arbeitsstelle angetreten.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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