28.02.2007 · Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dauert unvermindert an. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im vergangenen Monat auf 4,22 Millionen gesunken. Dies ist der erste Rückgang in einem Februar seit dem Jahr 2000.
Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dauert unvermindert an. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im vergangenen Monat um 24.000 auf 4,22 Millionen gesunken. Dies bedeutet den ersten Rückgang in einem Februar seit dem Jahr 2000. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 826.000 Personen weniger. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 10,1 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Behörde geht auf Grund der guten Entwicklung nun von 4 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt aus statt wie bislang von 4,1 Millionen.
Frank-Jürgen Weise, der BA-Vorstandsvorsitzende, sprach von einem „guten Zeichen“, warnte aber vor Euphorie: „Es gibt noch viel zu tun.“ In den vergangenen Tagen hatten Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sowie Arbeitsmarktbeobachter von mittelfristig weniger als drei Millionen Erwerbslosen gesprochen. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mahnte ebenfalls: Dieser „Wettlauf um die schönste Prognose“ sei „kontraproduktiv und dumm“. Die weltweiten Rahmenbedingungen blieben labil.
Warmer Winter
Im Februar profitierten vor allem die Außenberufe weiterhin vom sehr warmen Winter. Allerdings zeigt sogar die um solche saisonalen Effekte bereinigte Betrachtung einen Rückgang von 79.000 Personen. Deshalb kommt dem konjunkturell bedingten Beschäftigungsaufbau entscheidende Bedeutung zu. Zwar sank im Januar die Zahl der Erwerbstätigen um 690.000 auf knapp 39 Millionen, nach dem Saisonbereinigungsverfahren ergibt sich jedoch ein Anstieg um 43.000. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten kletterte saisonbereinigt um 25.000 und lag um mehr als 450.000 über dem Vorjahreswert. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch, ebenso das Angebot an offenen Stellen.
Den stärksten Zuwachs verzeichneten mit fast 8 Prozent die unternehmensnahen Dienstleistungen, wozu die Zeitarbeit erneut einen Großteil beitrug. Auch die Wirtschaftszweige Verkehr und Nachrichtenübermittlung (3,5 Prozent), das Gastgewerbe (2,8 Prozent) sowie der Bau (3 Prozent) bauen Beschäftigung auf. Dagegen sind vor allem das Kredit- und Versicherungsgewerbe (minus 1,5 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (minus 0,5 Prozent) von Stellenabbau gekennzeichnet.
Überschuss von 11 Milliarden Euro beschert
Von den 4,22 Millionen Arbeitslosen erhielten 37 Prozent Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, 63 Prozent bezogen das steuerfinanzierte Arbeitslosengeld II. Die Dynamik im Versicherungsbereich, wo die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres um 25 Prozent sank, ist nach wie vor deutlich größer als bei den Langzeitarbeitslosen, wo der Rückgang binnen Jahresfrist aber immerhin 10 Prozent betrug. Es besteht die Aussicht, dass die positive Arbeitsmarktentwicklung allmählich auch die Langzeitarbeitslosen erfasst, schreibt die Bundesagentur.
Der Rückgang der Versicherungsfälle hatte der BA im vergangenen Jahr einen Überschuss von 11 Milliarden Euro beschert. Damit wurden die Beiträge von 6,5 auf 4,2 Prozent gesenkt. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres hat sich wieder ein Überschuss von 240 Millionen Euro angehäuft. Die Behörde geht schon davon aus, das Jahr finanziell weitaus besser abzuschließen als mit dem veranschlagten Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Unionspolitiker fordern deshalb eine Beitragssenkung auf 4 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.369,44 | −1,77% |
| Dow Jones | 12.454,00 | −1,01% |
| EUR/USD | 1,2398 | −0,72% |
| Rohöl Brent Crude | 103,63 $ | −3,01% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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