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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Arbeitsmarkt Deutschland verliert 121.000 Arbeitsplätze

02.01.2006 ·  Konnten die Statistiker zu Beginn des vergangenen Jahres noch melden, daß unter dem Strich in Deutschland Arbeitsplätze geschaffen wurden, ging es 2005 wieder bergab. Nicht mal neue Ein-Euro-Jobs konnten den Stellenabbau in der Industrie und am Bau ausgleichen.

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Im gerade abgelaufenen Jahr 2005 waren 121.000 Menschen weniger Menschen erwerbstätig als 2004. Das entspricht einem Rückgang von 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden nach ersten vorläufigen Berechnungen mitteilte.

2004 war die Beschäftigung dagegen noch um 0,4 Prozent oder 146.000 angestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen ging damit im Jahr 2005 dem Bundesamt zufolge wieder in etwa auf das Niveau des Jahres 2003 zurück. Neue Ein-Euro-Jobs, die 2004 noch für den Anstieg der Erwerbstätigenzahl gesorgt hatten, konnten 2005 den beschleunigten Stellenabbau in der Industrie und am Bau nicht ausgleichen. Im Jahresdurchschnitt gingen 38,7 Millionen Menschen einer regulären Arbeit nach.

Schwerpunkt des Rückgangs in der Produktion

Für den Stellenschwund war 2005 vor allem der - wenn auch verlangsamte - Abbau voll sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und die stärkere Reduzierung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen verantwortlich. Die Firmen beschäftigten außerdem weniger Minijobber, nachdem die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten 2003 und 2004 noch deutlich gestiegen war.

In Industrie, Bau und Landwirtschaft verschärfte sich 2005 der Stellenabbau, während bei Dienstleistern deutlich weniger neue Arbeitsplätze entstanden als 2004. “Ein Schwerpunkt des Beschäftigungsrückgangs lag im Jahr 2005 - wie bereits in den Jahren zuvor - im Produzierenden Gewerbe“, erläuterten die Statistiker. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen um 133.00 oder 1,7 Prozent nach einem Minus von 1,5 Prozent 2004. Am Bau gingen 113.000 Stellen verloren - ein Rückgang von fünf Prozent nach minus drei Prozent 2004. Im Service-Sektor - Handel, Gastgewerbe, Verkehr und sonstige Dienstleistungen - entstanden 144.000 Arbeitsplätze, ein Anstieg von lediglich 0,5 nach 1,3 Prozent im Jahr davor.

Strukturwandel setzt sich fort

Damit setzte sich in Deutschland der seit vielen Jahren in den Industrieländern zu beobachtende Strukturwandel fort. Während die Industrie heute nur noch 20,3 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt, waren es 1991 noch 29,3 Prozent. Dagegen wuchs der Anteil der Arbeitsplätze bei Dienstleistern auf 71,9 von 59,5 Prozent im Jahr nach der Wiedervereinigung. Am Bau arbeiteten nur noch 5,5 (1991: 7,3) Prozent der Erwerbstätigen, in der Landwirtschaft nur noch 2,2 (3,9) Prozent.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
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Von Holger Steltzner

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