30.03.2005 · Nur ganz leicht ging die Zahl der Arbeitslosen im März zurück, ist aus Kreisen der Bundesagentur für Arbeit zu erfahren. Saisonbereinigt waren sogar fast 100.000 mehr Menschen ohne Arbeit als im Februar.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach Informationen verschiedener Medien und Nachrichtenagenturen im März um 41.000 auf 5,176 Millionen zurückgegangen und damit unter das Nachkriegshoch vom Februar gefallen.
Dies seien aber 628.000 Arbeitslose mehr gewesen als vor einem Jahr, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorab aus Kreisen der Bundesagentur für Arbeit (BA), die am Donnerstag in Nürnberg die Arbeitsmarktstatistik März vorlegt.
Nachkriegshoch im Februar
Der für die Jahreszeit übliche saisonale Rückgang sei im März geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Dies sei vor allem auf das ungewöhnlich kalte Wetter in der ersten Monatshälfte zurückzuführen. Dieses sei auch maßgeblich für den deutlichen saisonbereinigten Anstieg um 92.000 im Vergleich zum Vormonat. Dieser sei nur zum geringsten Teil auf die Konjunktur und den Statistik-Effekt der Hartz-IV-Reform zurückzuführen.
Die unbereinigte Arbeitslosenquote sei von Februar auf März um 0,1 Punkte auf 12,5 Prozent gefallen, hieß es weiter. Im Februar hatte die Arbeitslosenzahl mit rund 5,216 Millionen ein Nachkriegshoch erreicht (Rekordhoch: 5,2 Millionen Arbeitslose im Februar)
Statistischer Effekt der Hartz-IV-Reform
Im Januar und Februar hatte der statistische Effekt der Hartz-IV-Reform durch die Hereinnahme erwerbsfähiger Sozialhilfeempfänger in die Arbeitslosenstatistik zu drastischen Anstiegen der Arbeitslosigkeit geführt.
Im März sei dieser Effekt unter dem Strich gering ausgefallen, weil sich Zugänge und Abgänge in etwa ausgeglichen hätten. Der reine Konjunktureinfluß auf den Arbeitsmarkt sei kaum zu beziffern, weil sich Konjunktur und steigendes Arbeitsangebot überlagerten.
Volkswirt: Bestenfalls Stagnation
Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem saisonbereinigten Anstieg um nur 55.000 Arbeitslose gerechnet. In ersten Reaktionen zeigten sich Volkswirte dennoch optimistisch. „Insgesamt dürfte sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten etwas verbessern, allerdings hauptsächlich getragen von Ein-Euro-Jobs sowie den Mini- und Midi-Jobs“, sagte Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank.
Jürgen Michels von der Citigroup sagte: „Man kann zwar noch immer nicht die Trendwende am Arbeitsmarkt ausrufen, aber ich warne auch davor, diesen neuen Anstieg überzubewerten.“ Bernd Weidensteiner von der DZ Bank sprach die Erwartung aus, daß zunächst bestenfalls mit einer Stagnation der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl zu rechnen sei: „Ab Spätsommer könnte es dann minimal besser werden.“
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.369,44 | −1,77% |
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