12.03.2008 · Er hatte Kontakte zu einem Prostituiertenring zugegeben. Danach hatten ihm republikanische Politiker mit einem Amtsenthebungsverfahren gedroht. Jetzt verlautet aus Regierungskreisen: Eliot Spitzer, der Gouverneur von New York, geht freiwillig.
Wegen der Verwicklung in einen Sexskandal tritt der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer zurück. Spitzer werde sein Amt am Montag niederlegen, verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen des amerikanischen Staates. Spitzer will sich noch im Lauf des Mittwochs in Form eines „kurzen Statements“ an die Öffentlichkeit wenden.
Spitzer hatte einem Zeitungsbericht zufolge Kontakte zu einem Prostituiertenring. Da Prostitution in Amerika verboten ist, galt es als wahrscheinlich, dass sein Geständnis früher oder später zum Verlust seines Amtes führen würde. Am Montag hatte Spitzer schon in aller Öffentlichkeit um Entschuldigung gebeten.
Mit seiner Entscheidung entspricht der Gouverneur einer Forderung der Bürger. In einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit der Bewohner des Staates New York für seinen Rücktritt aus. Hätte er sich geweigert, wären laut der am Dienstag veröffentlichten Umfrage 66 Prozent sogar für eine Amtsenthebung gewesen. Die oppositionellen Republikaner im Parlament des Staates New York hatten ihm ein solches Verfahren bereits angedroht (siehe dazu auch: Eliot Spitzer droht Amtsenthebung). Spitzers Nachfolger wird David Paterson, der damit erster schwarzer Gouverneur New Yorks wird.
Zehntausende Dollar für Edelprostituierte
Aus Ermittlungskreisen verlautete am Dienstag, der 48-jährige Spitzer habe mehrere zehntausend Dollar für die Dienste von Edelprostituierten bezahlt. Er habe seine Verpflichtungen gegenüber seiner Familie verletzt, sagte der Familienvater am Montag auf einer Pressekonferenz mit seiner Ehefrau an seiner Seite.
Im November 2006 war Spitzer mit dem Rekordwert von 69 Prozent zum Gouverneur des Staats New York gewählt worden. Inzwischen sanken die Zustimmungswerte zu seiner Amtsführung auf 30 Prozent. Vor seinem Amtsantritt im Januar 2007 war Spitzer mehrere Jahre New Yorker Generalstaatsanwalt und machte sich mit seinem Vorgehen gegen Korruption einen Namen.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
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