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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Amerikanische Notenbank Fed kauft für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen

 ·  Die amerikanische Notenbank öffnet wieder die Geldschleusen. Angesichts des kraftlosen Aufschwungs in den Vereinigten Staaten kündigt die Federal Reserve den Kauf von Staatsanleihen für 600 Milliarden an. Der Dollar verliert zum Euro.

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Die amerikanische Notenbank Federal Reserve verschärft ihre expansive Geldpolitik und beginnt eine zweite Runde der quantitativen Lockerung. Der Offenmarktausschuss der Fed kündigte am Mittwochabend an, für 600 Milliarden Dollar amerikanische Staatsanleihen zu kaufen, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Das Programm soll bis Ende des zweiten Quartals 2011 laufen.

Die Fed will das Volumen des Programms regelmäßig prüfen und gegebenenfalls anpassen. Auch die Erträge aus Wertpapieren, die das Ende ihrer Laufzeit erreichen, will sie weiter in Staatsanleihen anlegen. Die amerikanischen Aktienmärkte gaben nach der Entscheidung kurz nach, schlossen aber im Plus. Der Dollar verlor an Wert und wurde zeitweise mit 1,4133 je Euro gehandelt.

„Fortschritt enttäuschend langsam“

Der Offenmarktausschuss begründete die Entscheidung mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung und zu niedrigen Inflation. „Auch wenn der Ausschuss eine schrittweise Rückkehr zu einer höheren Kapazitätsauslastung bei Preisstabilität erwartet, ist der Fortschritt enttäuschend langsam“, heißt es in der Erklärung. Die Fed verwies auf ihr Mandat, nach dem sie maximale Beschäftigung und Preisstabilität begünstigen müsse. Die Arbeitslosenquote wird für Oktober bei 9,6 Prozent erwartet.

Die Inflation liege niedriger als das Niveau, das der Ausschuss auf lange Sicht mit seinem Mandat für vereinbar halte, heißt es. Die Inflationserwartungen seien stabil. Nach dem von der Fed präferierten Inflationsmaß lag die Teuerung zuletzt bei 1,2 Prozent. Die Entscheidung fiel mit einer Gegenstimme. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Kansas, Thomas Hoenig, warnte, die expansive Geldpolitik erhöhe die Gefahr künftiger finanzieller Ungleichgewichte.

Leitzins für längere Zeit bei 0 bis 0,25 Prozent

Die Notenbank erhöht mit der Entscheidung ihre Wertpapierbestände auf rund 2,6 Billionen Dollar, das ist mehr als das Dreifache des Volumens vor der Finanzkrise. Sie hält schon jetzt rund 12,5 Prozent der Anleihen der Vereinigten Staaten. Ihr erstes Programm der quantitativen Lockerung über 1,75 Billionen Dollar hatte sie im Frühjahr beendet. Damals kaufte die Notenbank aber überwiegend mit Hypotheken unterlegte Wertpapiere.

Die Fed kündigte abermals an, für eine längere Zeit den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent zu halten. Nach einer Erklärung der Federal Reserve Bank von New York will die Notenbank nun überwiegend Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zweieinhalb bis zehn Jahren kaufen. Der Kurs der Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit gab deutlich nach. Anleger hatten erwartet, dass die von Ben Bernanke geführte Fed mehr davon kaufen würde. Die Rendite der Anleihen mit 10 Jahren Laufzeit blieb fast unverändert.

Die amerikanische Konjunktur hatte sich im Laufe des Sommers deutlich abgeschwächt. Im dritten Quartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt nach erster Schätzung um annualisiert 2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, in europäischer Rechnung entspricht das 0,5 Prozent. Umfragen unter Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und unter Dienstleistern für Oktober waren zuletzt überraschend besser ausgefallen. Vor allem die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes berichteten über ein Export- und Auftragswachstum.

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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