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Amerikanische Konjunktur Bernanke schließt weitere Lockerung nicht aus

27.08.2010 ·  Er erwartet, dass die Wirtschaft nächstes Jahr stärker wächst - doch die amerikanische Zentralbank steht bereit, weitere Stimuli zu geben, sagt ihr Vorsitzender Bernanke. Er warnt: „Zentralbanker allein können die wirtschaftlichen Probleme der Welt nicht lösen.“

Von Patrick Welter, Washington
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Der Vorsitzende der Zentralbank Federal Reserve, Ben Bernanke, schließt eine weitere Lockerung der amerikanischen Geldpolitik nicht aus. Er bindet diese aber an die Voraussetzung, dass die amerikanische Konjunktur sich deutlich verschlechtere. „Der Offenmarktausschuss wird sich jeder Abweichung von der Preisstabilität nach unten stark entgegenstemmen“, sagte Bernanke am Freitag zum Auftakt einer Zentralbankkonferenz in Jackson Hole. „Der Fall in eine Deflation ist zur Zeit aber kein signifikantes Risiko in den Vereinigten Staaten.“ Die Voraussetzungen für eine Beschleunigung des Wachstums im Jahr 2011 seien weiterhin gegeben, sagte Bernanke. Die Zentralbank stehe aber bereit, weitere Stimuli zu geben, sollte sich dies als notwendig erweisen, um die Wirtschaft zu stützen. Zugleich aber warnte er, die Aufgaben nur bei der Geldpolitik zu sehen: „Zentralbanker allein können die wirtschaftlichen Probleme der Welt nicht lösen.“

Die zuletzt schwächeren Wirtschaftsdaten in Amerika haben an den Finanzmärkten die Sorgen vor einem möglichen abermaligen Absturz in eine Rezession (Double Dip) verstärkt. Nach einer am Freitag veröffentlichten Revision ist die Wirtschaft im zweiten Quartal auf ein Jahr hochgerechnet nur um 1,6 Prozent und nicht wie zuvor genannt um 2,4 Prozent gewachsen. Die Federal Reserve hatte Anfang August trotz Bedenken mehrerer Mitglieder im Offenmarktausschuss einen vorsichtigen Schritt hin zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik getan und zugesichert, den Wertpapierbestand auf knapp über 2 Billionen Dollar zu halten. An den Finanzmärkten wurde dies vielfach als Einstieg in eine weitere Lockerung der Geldpolitik verstanden. Bernanke begründete den Schritt abermals damit, dass die Fed eine unerwünschte passive Schrumpfung ihrer Wertpapierbestände habe verhindern wollen. Die Zentralbank hatte in den vergangenen Krisenjahren große Mengen an hypothekenbasierten Wertpapieren aufgekauft, um den Hausmarkt zu stützen und das Zinsniveau zu drücken. Die Fed wolle verhindern, dass es durch einen zu schnellen Abbau dieser Bestände zu einer unerwünschten Straffung der Geldpolitik komme, erklärte Bernanke.

Die meisten Ökonomen erwarten eine Wachstumsdelle

Nach der aktualisierten Berechnung des Wirtschaftsministeriums wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt auf ein Jahr hochgerechnet gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozent statt der bisher genannten 2,4 Prozent. Die Erholung wurde abermals vor allem durch die Investitionen der Unternehmen getragen. Der private Konsum legte fast unverändert um 2 Prozent zu, er entwickelt aber angesichts der trüben Arbeitsmarktaussichten keine rechte Wachstumskraft. Das Wachstum bremste vor allem ein starker Zuwachs des Imports. Die Quartalseinfuhr legte mit annualisiert 32 Prozent so stark wie zu wie seit 26 Jahren nicht mehr.

Die meisten Ökonomen erwarten für das zweite Halbjahr eine Wachstumsdelle, aber keine Rezession. Die Ökonomen der Deutschen Bank in New York etwa betonen, dass die Haushaltseinkommen wohl weiter steigen würden und dass die Unternehmensgewinne solide zulegten. Der Internationale Währungsfonds hält nach Angaben eines Sprechers an seiner Prognose einer gedämpften Aufwärtsentwicklung für 2010 und 2011 von 3,3 Prozent fest. 2009 war die amerikanische Wirtschaft um 2,6 Prozent geschrumpft.

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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