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Amerika Schuldsprüche im Enron-Prozeß

25.05.2006 ·  Im Prozeß um die spektakuläre Milliardenpleite des texanischen Energieriesen Enron sind zwei frühere Vorstandschefs des Unternehmens schuldig gesprochen worden. Kenneth Lay und Jeffrey Skillling werden wohl den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen.

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Der spektakulärste Prozeß um Wirtschaftskriminalität in den vergangenen Jahren in Amerika ist am Donnerstag mit Schuldsprüchen zu Ende gegangen. Kenneth Lay und Jeffrey Skillling, die beiden früheren Vorstandschefs des zusammengebrochenen Energiekonzerns Enron, sind von den Geschworenen eines Gerichts in Houston in den meisten Anklagepunkten für schuldig befunden worden.

Beiden Männern drohen nun jahrzehntelange Gefängnisstrafen. Das genaue Strafmaß wird vom zuständigen Richter im September festgesetzt. Die Anwälte des 64 Jahre alten Lay und des 52 Jahre alten Skilling kündigten an, Berufung einzulegen.

Bilanzbetrug, Bereicherung, Insiderhandel

Der Prozeß war der Höhepunkt der juristischen Aufarbeitung der Wirtschaftskandale aus den vergangenen Jahren. Enron war der Anfang einer ganzen Serie von Kriminalitätsfällen, die das Vertrauen der Anleger erschütterten. Dabei ging es um Bilanzbetrug, Selbstbereicherung und Insiderhandel. Enron hatte im Jahr 2001 Insolvenzantrag gestellt und damit für den bis dahin größten Zusammenbruch eines Unternehmens in der amerikanischen Geschichte gesorgt. Es stellte sich heraus, daß der Konzern über Jahre hinweg überhöhte Gewinne ausgewiesen hatte.

Im Jahr 2002 folgte der Telekommunikationskonzern Worldcom mit einem noch größeren Insolvenzfall, ebenfalls nach einem Bilanzskandal. Der frühere Worldcom-Chef Bernie Ebbers ist bereits im vergangenen Jahr für seine Verwicklung in den Skandal schuldig gesprochen und zu einer Gefängnisstrafe von 25 Jahren verurteilt worden. Er wartet derzeit auf sein Berufungsverfahren und ist solange auf freiem Fuß.

Lay ist in allen sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, Skilling bekam Schuldsprüche in 19 von 28 Punkten. Die Schuldsprüche erstreckten sich auf Vorwürfe wie Wertpapierbetrug, Verschwörung und Falschaussagen. Nicht überführt wurde Skilling bei Vorwürfen des Insiderhandels.

Jedes Fehlverhalten bestritten

Beide Angeklagte hatten jegliches Fehlverhalten von sich gewesen. Sie argumentierten, Enron sei im Prinzip ein gesundes Unternehmen gewesen, das durch Panikmache in den Medien und Aktienspekulanten in den Ruin getrieben wurde. Einen kollektiven Bilanzbetrug habe es nie gegeben.

Enron ist der letzte der großen Skandalfälle, in denen die Unternehmensführung vor Gericht gekommen ist. In Amerika gab es lange den Vorwurf, die Verantwortlichen kämen ungeschoren davon, zumal das Unternehmen enge Verbindungen zur Politik hatte.

Der Prozeß in Houston hat sich lange hingezogen: Er begann Ende Januar, es wurden mehr als 50 Zeugen vernommen. Die Geschworenen haben sechs Tage beraten, bevor sie zu ihrem Urteil gekommen sind.

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Mit Schulden

Von Johannes Ritter

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