http://www.faz.net/-gqe-8w2oh

Altenpflege schlecht bezahlt : „Auf Deutschland kommt ein großes Problem zu“

  • Aktualisiert am

Wer soll sich um die Alten von morgen kümmern? Bild: dpa

In kaum einem Beruf ist der Bedarf größer als in der Altenpflege, doch die Löhne sind noch immer niedriger als in anderen Branchen. Der Pflegenotstand scheint unausweichlich.

          Die Löhne in der Pflege hinken nach Angaben des Deutschen Pflegerates immer noch weit hinter anderen Branchen her. „Damit nicht genug haben wir in Deutschland ein deutliches Lohngefälle in der Pflege selbst“, sagte der Präsident der Pflegerates, Andreas Westerfellhaus der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe Lohnunterschiede zwischen der Kranken- und Altenpflege „von 30 Prozent in ostdeutschen und rund 18 Prozent in westdeutschen Bundesländern. Vom Ziel eines gleichen Lohns für die gleiche Arbeit sind wir daher weit entfernt.“

          Dabei seien gute Bezahlung und attraktive Arbeitsbedingungen überaus wichtig, um den drohenden Pflegenotstand zu vermeiden. Angesichts niedriger Geburtenziffern und steigenden Bedarfs an Pflegepersonal komme auf Deutschland ein großes Problem zu, sagte der Pflegerat-Präsident. Das Statistische Bundesamt gehe schon in den nächsten acht Jahren von einem Bedarf von 135.000 bis 214.000 Vollzeitkräften aus.

          Zu wenige Pflegekräfte auch in Kliniken

          Trotz des vor einem guten Jahr in Kraft getretenen Krankenhausstrukturgesetzes, das einen Ausbau der Pflege am Bett vorsieht, bestehe nach wie vor ein Nachholbedarf von rund 50.000 Mitarbeitern in der Krankenhauspflege. Ein erster Schritt für mehr Personal sei die geplante Bündelung der Fördermittel, sagte Westerfellhaus. Künftig stünden jährlich 830 Millionen Euro für zusätzliche Pflegestellen in den Krankenhäusern zur Verfügung.

          In der kommenden Woche (23. bis 25. März) findet der Deutsche Pflegetag in Berlin statt. Es ist die zentrale Branchenveranstaltung rund um das Thema Pflege. Westerfellhaus bekräftigte: „Die Pflege ist und bleibt ein Frauenberuf. Über 80 Prozent aller in der Pflege Beschäftigten sind Frauen und sie leisten enorm viel, bei einer steigenden körperlichen und psychischen Belastung.“

          Der Deutsche Pflegerat ist ist der Dachverband der Berufsverbände im Pflege- und Hebammenwesen.

          Weitere Themen

          Wahlkampf in Deutschland Video-Seite öffnen

          Türkei will auf Tour gehen : Wahlkampf in Deutschland

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Wahlkampftour im bosnischen Sarajevo. Dort sprach er fünf Wochen vor dem Urnengang in der Türkei, vor rund 15.000 Anhängern und bat sie um ihre Stimmen.

          Was Merkel in China will

          Auf dem Weg nach Peking : Was Merkel in China will

          Während die Chinesen in Deutschland auf Shoppingtour sind, gelten in China harte Restriktionen. Auch deshalb dürften die Gespräche zwischen Angela Merkel und Xi Jinping in Peking nicht gerade harmonisch werden.

          Bewunderung statt Kritik Video-Seite öffnen

          Audi-Azubis in Mexiko : Bewunderung statt Kritik

          Das Image der deutschen Autoindustrie glänzt noch immer - trotz Diesel-Betrug-Skandalen. Zumindest im mexikanischen Puebla. Dort fertigen VW, Audi und Daimler. Und eine Ausbildung bei ihnen gilt als Glücksgriff.

          Topmeldungen

          Reaktion auf Bamf-Skandal : Seehofers Brandschneise

          Der Bundesinnenminister setzt ein Zeichen, um vom Bamf-Skandal nicht erfasst zu werden. Doch nicht nur im Willkommensmilieu Bremens ist die konsequente Abschiebung eher die Ausnahme als die Regel. Ein Kommentar.

          Treffen zwischen Trump und Kim : Weltklasse-Pokerspieler unter sich

          Vor dem geplanten Gipfeltreffen von Trump und Kim werden Bedingungen gestellt, Erwartungen formuliert und Drohungen ausgesprochen. Dabei spielt auch China eine wichtige Rolle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.