Home
http://www.faz.net/-gqg-1014w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Alkoholfreie Getränke Die Mehrwegquote sinkt

Eigentlich sollte das Pfand auf Dosen und andere Einwegverpackungen die Mehrwegquote auf Dauer deutlich erhöhen. Doch beim Einkauf alkoholfreier Getränke scheinen die meisten Deutschen fünf Jahre nach Einführung des Dosenpfands nach Einwegflaschen aus Plastik zu greifen.

© picture-alliance/ dpa/dpaweb Vergrößern Die Mehrwegquote liegt tiefer als vor der Einführung des Dosenpfands

In Deutschland greifen einem Bericht zufolge immer weniger Verbraucher zu Mehrwegflaschen. Die Mehrwegquote befinde sich weiterhin im freien Fall, schreibt die „Welt“. Laut dem Consumer Scan des Marktforschungsunternehmens GfK sei der Anteil der Mehrwegflaschen bei alkoholfreien Getränken wie Wasser, Limo oder Fruchtsaft im ersten Halbjahr 2008 auf nur noch 27,2 Prozent gesackt. Damit liege die Quote 2,6 Prozentpunkte niedriger als im Gesamtjahr 2007 und sogar fast 25 Prozentpunkte tiefer als vor der Einführung des Dosenpfands 2003.

Eigentlich sollte das Pfand auf Dosen und andere Einwegverpackungen die Mehrwegquote auf Dauer deutlich erhöhen. Mittlerweile sind aber dem Bericht zufolge Einwegflaschen aus Plastik mit einem Anteil von 63 Prozent die mit Abstand meist genutzte Gebindeart im Bereich der alkoholfreien Getränke. Danach folgten laut GfK-Berechnungen Plastik-Mehrweg mit 13,7 Prozent und Glas-Mehrweg mit 13,5 Prozent. Dahinter folgten Glas-Einweg, Kartons und Dosen.

Mehr zum Thema

Kritik von Getränkeverband

„Natürlich ist die Entwicklung bei den alkoholfreien Getränken unerfreulich“, zitiert die Zeitung das Bundesumweltministerium. „Die nicht eingetretene Lenkungswirkung in Richtung Mehrweg ist aber nur ein Aspekt.“ Immerhin habe das Einwegpfand die Verschmutzung der Landschaft verringert und Stoffkreisläufe optimiert. Dennoch suche das Ministerium nun den Dialog mit allen Betroffenen, um über neue Instrumente zur Stützung der Mehrwegquote zu beraten. Damit reagiere die Politik früher als nötig, schreibt die Zeitung. Denn offiziell stehe die nächste Überprüfung der Quoten und damit der Ökobilanz der einzelnen Materialarten laut der aktuellen Verpackungsverordnung erst wieder im Jahr 2010 an.

„Die Politik hat ein funktionierendes System ohne Not kaputt gemacht und damit ein Desaster angerichtet“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG), Werner Witting. Der Verband befürchtet in den kommenden Monaten eine Pleitewelle bei mehrwegorientierten Getränkeherstellern.

„Viele mittelständische Betriebe sind bereits in Existenznot geraten, weil sie aus Kostengründen nicht einfach von Mehrweg auf Einweg umstellen können“, sagte Witting. Damit gefährde das politisch erzwungene Pfand Tausende von Arbeitsplätzen. Die WAFG sieht zudem den freien Fall der Quoten noch nicht gestoppt: „Der kontinuierliche Abwärtstrend wird sich noch über Jahre hinweg fortsetzen“, sagte Witting. Experten halten demnach bereits Quoten von deutlich unter 20 Prozent für möglich.

Quelle: AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Agentur Kastner&Partners Die Agentur, die Flügel verleiht

Der Aufstieg von Red Bull zur Weltmarke zählt zu den erfolgreichsten Werbegeschichten aller Zeiten. Viele Ideen dazu sind in Frankfurt entstanden – in einem früheren Pferdestall. Mehr Von Tim Kanning

21.10.2014, 11:00 Uhr | Rhein-Main
Guter Tropfen aus Äthiopien

Ausgerechnet in Äthiopien produziert der französische Getränke-Gigant Castel jetzt Wein: Der Boden und das Klima bieten gute Voraussetzungen, Arbeitskräfte sind günstig. Das ärmste Land der Welt hofft damit auf ein bisschen mehr Wohlstand. Mehr

28.07.2014, 11:45 Uhr | Wirtschaft
Preis für Werbeideen Eine Flasche namens Stephan

Gute Werbung ist nicht nur lustig, sondern steigert auch den Absatz. Der Wiesbadener Agentur Scholz & Volkmer ist das gerade für Coca-Cola gelungen - mit einem brutalen Eingriff in die Marke. Mehr Von Tim Kanning

24.10.2014, 17:01 Uhr | Rhein-Main
Überleben mit Dosensammeln

Tag für Tag laufen in New York Sammler durch die Straßen, immer auf der Suche nach leeren Flaschen und Dosen, die sie in Supermärkten oder Recycling-Höfen zu Geld machen: 5 US-Cent bekommen sie pro Dose. Für umgerechnet ein paar Euro am Tag schuften sie von früh bis spät. Mehr

05.06.2014, 13:00 Uhr | Gesellschaft
Überarbeitung gewünscht Betriebsräte rebellieren gegen Gesetz zur Frauenquote

Michael Brecht, Gesamtbetriebsratschef des Autoherstellers Daimler, warnt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor den Folgen der Frauenquote. Doch nicht nur Brecht ist für eine Überarbeitung des Gesetzes zur Frauenquote. Mehr Von Dietrich Creutzburg, Berlin

23.10.2014, 18:44 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.08.2008, 08:00 Uhr

Geld rettet Japan nicht

Von Carsten Germis

Die japanische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer noch weiteren Öffnung der geldpolitischen Schleusen. Doch das rettet das Land nicht. Mehr 5 11

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Womit im Umweltschutz am meisten verdient wird

Deutsche Wind- und Solarenergie sind weltweit gefragt. Das gilt auch für andere Bereiche aus dem Umweltschutz, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden