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Airbus-Sanierung Paris will die Führung bei EADS

06.03.2007 ·  Frankreichs Regierung gibt sich großzügig: Sie will sich an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen. Dafür wollen die Franzosen künftig im Management mitmischen. Ohne die Deutschen.

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Airbus kommt nicht zur Ruhe: Inmitten des harten Widerstands der Belegschaft gegen das Sanierungsprogramm „Power 8“ meldete Frankreich einen Führungsanspruch beim Mutterkonzern EADS an.

Die französische Regierung kündigte an, sie sei bereit, sich „zusammen mit den anderen Aktionären“ an einer Kapitalerhöhung bei EADS zu beteiligen. In diesem Fall müsse aber auch das Führungsmodell mit den deutsch-französischen Doppelspitzen überprüft werden, sagte Premierminister Dominique de Villepin.

„Einfach die besten Leute nehmen“

„Es wäre vielleicht nötig, ernsthaft über die Möglichkeit zu diskutieren, nur noch einen Verantwortlichen zu haben“, sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton. Er schränkte ein, dass der Konzern mit einer Bitte um eine weitere Beteiligung an den Staat herantreten müsse.

Auch der französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy sprach sich für ein Ende der deutsch-französischen Parität aus.“Wir sollten mit dieser französisch-deutschen Gleichheit aufhören und einfach die besten Leute nehmen, um die besten Entscheidungen zu treffen“, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Vertretern der Airbus-Gewerkschaften.

Großaktionäre konzentrieren sich lieber auf eigene Geschäfte

Ein einziger Hauptaktionär solle die industrielle Führung bei dem Konzern innehaben und etwa über das Management entscheiden können. Bisland schreibt der Pakt vor, dass die Regierungen sich aus der Unternehmensführung heraushalten, selbst wenn sie - wie Frankreich und Spanien - Großaktionäre sind.

Derzeit liegt die industrielle Führung bei EADS bei den Großaktionären DaimlerChrysler und dem französischen Medienkonzern Lagardere. Beide wollen sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Die Airbus-Mutter EADS, die dringend Milliarden benötigt, will dem „Handelsblatt“ zufolge bei der Hauptversammlung am 4. Mai eine Kapitalerhöhung beschließen. Aus Unternehmenskreisen hieß es, der Konzern wolle damit in diesem Jahr zwei bis drei Milliarden Euro für die A350 einsammeln.

Merkel will keine weiteren Anteilseigner

Nicht nur die aktuelle Regierung in Paris, auch die französische Opposition pocht auf eine Aktive Rolle bei EADS und Airbus. Die Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten, Ségolène Royal, will bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein Moratorium bei der Umsetzung von „Power8“ werben. Merkel hatte den Sanierungsplan bisher gelobt.

Die Bundesregierung betont weiterhin, dass die Führungsstrukturen mit der dominierenden Rolle von Deutschen und Franzosen nach einem möglichen Einstieg neuer Investoren nicht verändert werden dürften. „Wir sollten derzeit keine weiteren Anteilseigner in den Aktionärspakt von EADS dazu nehmen“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“.

Vergangene Woche hatte sich der Außenminister des Öl-Emirats Katar mit dem französischen Regierungschef Dominique de Villepin getroffen, um über einen EADS-Einstieg zu reden. Die staatliche russische Bank VTB hatte vergangenes Jahr über die Börse bereits eine Beteiligung von gut fünf Prozent erworben.

Aktionstag am 16. März

Der Widerstand in der Airbus-Belegschaft gegen die Einschnitte durch das Sanierungsprogramm „Power 8“ bleibt unterdessen hart. In den drei deutschen Werken Varel, Nordenham und Laupheim lief die Arbeit nach mehrtägiger Unterbrechung nur schleppend wieder an.

Nach Berichten aus der Belegschaft sind viele Beschäftigte verbittert über die harten Maßnahmen des Sanierungsplans „Power8“ und wollten „Dienst nach Vorschrift“ machen. Die Gewerkschaften planen einen europaweiten Aktionstag, als Termin ist der 16. März im Gespräch. Bei der Termin handele es sich um einen deutschen Vorschlag, der noch mit dem Gewerkschaften in Frankreich, Spanien und Großbritannien abgestimmt werden müsse, hieß es.

In Toulous traf der Europa-Betriebsrat mit dem Airbus- Management zusammen. Die Arbeitnehmervertreter erhofften sich von den Gesprächen mehr Details zu den Sanierungsmaßnahmen. Es ist immer noch unklar, wie sich der geplante Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen auf die einzelnen Werke verteilen soll.

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