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Ärztetag in Kiel Montgomery Präsident der Bundesärztekammer

02.06.2011 ·  Frank Ulrich Montgomery ist neuer Ärztepräsident. Der 59-Jährige erhielt bei der Wahl am Donnerstag auf dem Ärztetag in Kiel 128 von 246 Stimmen. Damit setzte er sich unter anderen gegen den Berliner Kammerchef Günther Jonitz durch.

Von Andreas Mihm, Kiel
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Der Hamburger Krankenhausarzt Frank Ulrich Montgomery ist der neue Präsident der Bundesärztekammer. Die Delegierten des 114. Deutschen Ärztetages wählten den 59 Jahre alten Facharzt für Radiologie am Donnerstag in Kiel für vier Jahre zum obersten Repräsentanten der 440.000 deutschen Mediziner, von denen 334.000 den Arztberuf ausüben. Der Präsident der Ärztekammer Hamburg folgt auf Jörg-Dietrich Hoppe, der das Amt zwölf Jahre lang ausgeübt hat.

Insgesamt hatten sich fünf Kandidaten um den Führungsposten der deutschen Ärzteschaft beworben. Montgomery setzte sich im zweiten Wahlgang mit 128 der 246 gültigen Delegiertenstimmen durch gegen den Präsidenten der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz (94 Stimmen), und den der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theo Windhorst (24 Stimmen). Zu Beisitzern wurden die Vorsitzenden der Ärztekammern Niedersachsens, Martina Wenker, und Bayerns, Max Kaplan, gewählt.

„Sehr viel mehr“ in die Gesundheits- und Sozialpolitik einmischen

Montgomery hatte vor seiner Wahl angekündigt, er wolle sich „sehr viel mehr“ in die Gesundheits- und Sozialpolitik einmischen. Die Ärzte müssten von staatlicher Gängelung befreit werden. Er wolle die Arbeitsbedingungen und Einkommen der Ärzte in Krankenhäusern und Praxen verbessern.

Konkret kündigte er an, sich für die Änderung der Gebührenordnung der Ärzte, nach der diese die Behandlung der Privatpatienten abrechnen, noch in dieser Wahlperiode einzusetzen. Die Ärzte erhoffen sich davon mehr Geld und weniger Streit bei der Abrechnung.

Der 70 Jahre alte Hoppe war nach zwölf Jahren an der Spitze nicht mehr angetreten, er bleibt als bis 2014 gewählter Präsident der Ärztekammer Nordrhein jedoch Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer. Montgomery, der Vizepräsident der Bundesärztekammer war, dankte Hoppe für 35 Jahre berufpolitische Tätigkeit. Unter seiner Führung sei die Bundesärztekammer eine „ethisch-moralische Instanz“ geworden.

Im zweiten Anlauf

Frank Ulrich Montgomery ist 59 Jahre alt. Der Oberarzt und Facharzt für Radiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf schaffte den Sprung an die Spitze der Bundesärztekammer im zweiten Anlauf, 1999 war er Jörg Dietrich Hoppe unterlegen. Seit drei Jahrzehnten ist Montgomery berufspolitisch aktiv. Von 1989 bis 2007 war er Vorsitzender der Krankenhausärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), seither ist er Ehrenvorsitzender der Gewerkschaft, wie seine beiden Vorgänger an der Spitze der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar und Jörg-Dietrich Hoppe. In seine späten Jahre beim MB fielen erstmals bundesweite Streiks der Krankenhausärzte für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und einen eigenständigen Tarifvertrag der Krankenhausärzte. Unter Montgomerys Führung setzte der Marburger Bund dies durch. Seither stieg seine Mitgliederzahl stark an, heute vertritt der MB gut zwei Drittel der 150.000 deutschen Krankenhausärzte. Im Vorstand der Bundesärztekammer arbeitet Montgomery seit 1999 (mit einer Unterbrechung der Jahre 2002 bis 2006) in seiner Funktion als Präsident der Ärztekammer Hamburg mit. 2007 wählte ihn der Ärztetag zum Vizepräsidenten der Bundesärztekammer. In der Rolle hat er in den vergangenen Jahren auch in der Öffentlichkeit den gesundheitlich angeschlagenen bisherigen Präsidenten Hoppe vertreten. Montgomery gilt als politisch gewieft, gut vernetzter Taktiker und rhetorisch geschickt. Er hat das Parteibuch der SPD, ist verheiratet mit einer aus Schweden stammenden, in Hamburg niedergelassenen Allgemeinärztin. Mutter und Großvater waren ebenfalls Ärzte, seine Mutter betrieb nach dem Krieg eine Praxis am Rande von St. Pauli. Sein Vater war britischer Offizier, Montgomery hat Sohn und Tochter. (ami.)

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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