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Ärztestreik Streik und Spiele

08.06.2006 ·  Auch die WM ist kein Anlaß für die Länder als Arbeitgeber, ihre Verhandlungstaktik gegenüber den Klinikärzten zu ändern. Sie tun gut daran, die überzogenen Forderungen des Marburger Bundes weiter zu ignorieren. Ein Kommentar von Heike Göbel.

Von Heike Göbel
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Wo Gewerkschaftsfunktionär Frank Ulrich Montgomery recht hat, hat er recht. Die medizinische Versorgung der Fußball-Weltmeisterschaft ist nicht in Gefahr, nur weil in Deutschland immer noch an einigen Universitätskliniken gestreikt wird. Insofern ist das Großereignis auch kein Anlaß für die Länder als Arbeitgeber, ihre Verhandlungstaktik zu ändern.

Sie tun gut daran, die überzogenen Forderungen der im Marburger Bund unter Vorsitz von Montgomery organisierten Klinikärzte weiter zu ignorieren. Schließlich haben die Länder kürzlich mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen, der für die Ärzte Gehaltsaufbesserungen vorsieht, die sich sehen lassen können. In der Fläche ist mehr aber nicht drin, das sollte endlich auch der Marburger Bund begreifen und den Vertrag übernehmen.

Es wird höchste Zeit

Es mag sein, daß sich einzelne Bundesländer wie Bayern, in denen die Haushaltsnot nicht so groß ist wie anderswo, weitere Zulagen für die Klinikärzte leisten können. Daß darüber separat verhandelt wird, ist kein Zeichen von "ganz verrücktem Wettbewerb", wie Montgomery meint, sondern sollte in einem Föderalstaat der Normalfall sein.

Es wird höchste Zeit, daß sich auch in den Gehältern der Ärzte unterschiedliche Wirtschaftslage oder politische Prioritäten der Länder spiegeln. Wie überall, wird auch hier der Wettbewerb das Geschäft beleben. Gute Ärzte werden davon profitieren.

Quelle: F.A.Z., 08.06.2006, Nr. 131 / Seite 11
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Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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