Home
http://www.faz.net/-gqg-sjcv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ärztestreik Möllring: „Ich hoffe, daß die Streiks bald beendet werden“

10.06.2006 ·  Zum ersten Mal seit Wochen gibt es Hoffnung auf ein mögliches Ende der anhaltenden Ärztestreiks an den Uni-Kliniken. Nach einem Spitzengespräch in Hannover gaben sich beide Seiten optimistisch.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach fast drei Monaten Streik gibt es Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts an den Universitätskliniken: Nach einem Spitzengespräch am Samstag in Hannover äußerten sich Gewerkschafts- und Arbeitgeberseite gleichermaßen optimistisch über eine baldige Einigung.

„Ich hoffe, daß die Streiks an den Universitätskliniken bald beendet werden“, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), nach dem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Ärzteorganisation Marburger Bund, Ulrich Montgomery. Möllring betonte, er sei „vorsichtig optimistisch“. Über das Ergebnis des gut einstündigen Vier-Augen-Gesprächs im niedersächsischen Finanzministerium vereinbarten beide Seite Stillschweigen. Möllring und Montgomery würden zunächst die Tarifgemeinschaft der Länder beziehungsweise die Gremien des Marburger Bundes informieren, sagte Ministeriumssprecher Jürgen Tostberg.

Streiks bis zu einer Einigung

Auch der Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias, sprach von einer „konstruktiven Atmosphäre“ des Gesprächs. Es seien „Leitplanken“ festgelegt worden, an denen man sich orientieren könne. Am Montag treffe sich die Tarifkommission in Frankfurt am Main, um das Ergebnis des Gesprächs zu bewerten und gegebenenfalls zu billigen. In diesem Fall sei eine Einigung über Details noch in der kommenden Woche möglich. Die Streiks würden allerdings bis zu einer Einigung fortgesetzt.

Die rund 22.000 Ärzte an Unikliniken und Landeskrankenhäusern verlangen von den Ländern einen eigenen Ärzte-Tarifvertrag. Die Länder wollen dagegen, daß sich die Krankenhausärzte dem mit der Gewerkschaft Verdi geschlossenen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst anschließen. Der Streik dauert schon fast drei Monate an. Am Freitag war abermals Baden-Württemberg der Schwerpunkt des Ausstands, rund 1000 Mediziner legten die Arbeit nieder.

Bald Warnstreiks an kommunalen Kliniken?

Zu diesen Streiks drohen nun auch Arbeitsausstände an den kommunalen Krankenhäusern. Die Tarifverhandlungen für die 70.000 Ärzte der städtischen Kliniken waren am Freitag abend in Köln ergebnislos abgebrochen worden. Laut Marburger Bund könnte es schon in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks kommen. Für 12. Juni ist die zuständige Tarifkommission einberufen, um über das Scheitern der Gespräche und eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik zu entscheiden. Wie an den Unikliniken will der Marburger Bund auch in den Kommunen einen eigenständigen Tarifvertrag durchsetzen. Die Gewerkschaft verlangt bessere Arbeitsbedingungen und 30 Prozent mehr Gehalt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 9 8

30.05.2012 09:01 Uhr
  Vortag
Dax 6.359,86 −0,58%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.386,43 −0,55%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2454 −0,27%
Rohöl Brent Crude 106,17 $ −0,64%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.