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Abschottung und Robotersteuer : Die Ideen von Gates und Trump taugen nichts

Der Handelsprotektionismus liegt auf einer Ebene mit anderen Plänen, den Fortschritt zu bremsen. Auch die Forderung von Bill Gates, den Einsatz von Robotern zu besteuern, verdient keine höheren Weihen.

          Freier Handel, Wettbewerb und technischer Fortschritt sind die Kräfte, die den Wohlstand der Menschheit mehren. Nichts hat sich an dieser Erkenntnis geändert durch die Globalisierung oder den Eintritt ins digitale Zeitalter. Alle Länder, die versucht haben, diese Wohlstandskräfte zu bremsen, bezahlten mit Armut. Man muss nicht die sozialistischen Systeme bemühen, die mit der Eliminierung der Konkurrenz ihre Völker zur Agonie verdammt haben. Die Wirtschaftsgeschichte ist voller marktwirtschaftlicher Länder, deren Regierungen mit Zöllen, Einfuhrverboten oder anderen Dekreten die heimische Industrie zu schützen trachteten.

          Als der amerikanische Präsident George W. Bush im Jahr 2002 Strafzölle über Stahlimporte verhängte, bremste er damit zwar den Niedergang der amerikanischen Stahlproduzenten, doch Amerikas stahlverarbeitende Industrie litt und trennte sich in der Folge von mehr Arbeitern, als in der Stahlerzeugung verschont wurden. Das Resultat hält Präsident Donald Trump aktuell leider nicht davon ab, dasselbe zu versuchen.

           Prioritär bleibt das Wachstum

          Er ist damit aber kein Deut schlechter als sein Vorgänger Barack Obama, der Reifenimporte mit Strafzöllen belegte – zu Lasten der amerikanischen Konsumenten. Sie mussten mehr Geld für Reifen ausgeben und hatten damit weniger Geld für andere Güter. Deren Anbieter und gefeuerte Arbeiter waren die Leidtragenden, nur waren sie nicht sichtbar und damit politisch nicht relevant.

          Der Handelsprotektionismus, der wieder hoffähig scheint, liegt auf einer Ebene mit anderen Plänen, den technologischen Fortschritt zu bremsen. So verdient zum Beispiel die Forderung des Unternehmers und Philanthropen Bill Gates, den Einsatz von Robotern zu besteuern, keine höheren Weihen als Trumps Strafzölle.

          In der Weltwirtschaft hat sich eine Aufgabenverteilung besonders bewährt: Die Unternehmen sorgen in weitgehend freier Entfaltung für die Wohlstandsmehrung, der Staat kümmert sich um aus sozialen Gründen gebotene Korrekturen an der Verteilung. Die Ideen von Gates und Trump haben gemeinsam, dass sie die Wohlstandsmehrung bremsen. Wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) auf seinem Frühjahrstreffen nun wieder und wieder „inklusives Wirtschaftswachstum“ predigt, berücksichtigt er diese Aufteilung. Die Wirtschaft muss blühen, die Früchte sollten fair verteilt werden. Nur: Prioritär bleibt das Wachstum. Ohne die Stagnation der vergangenen Jahre wäre der Unmut, der überall zu spüren ist, deutlich kleiner.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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