http://www.faz.net/-gqe-7acoz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.06.2013, 14:12 Uhr

Abkommen zwischen Europa und Amerika Merkel: Gentechnik-Standards bleiben trotz Freihandelszone

Die EU und die Vereinigten Staaten wollen ein Freihandelsabkommen schließen. Doch viele Themen werden wohl ausgeklammert. Auch Standards in der Gentechnik gehören dazu, sagt die Bundeskanzlerin.

© dpa Jede Woche wendet sich die Kanzlerin im Internet an ihre Bürger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei dem geplanten Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten an den strengen Standards der Gentechnik in Deutschland und Europa festhalten. Eine Anpassung an die amerikanischen Vorgaben im Lebensmittelbereich werde es nicht geben, machte Merkel in ihrem aktuellen wöchentlichen Internet-Podcast deutlich. „Wir wollen jetzt nicht einfach Standards minimieren.“ Die befürchtete Aufweichung von Lebensmittelvorschriften ist in Europa eine der größten Kritikpunkte an dem geplanten Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten.

Die CDU-Vorsitzende geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Verhandlungen über das Abkommen nicht ganz einfach werden. Zum Schluss müsse man Lösungen finden, die von allen akzeptiert würden. „Ansonsten wird so ein Freihandelsabkommen in den nationalen Parlamenten auch keine Mehrheit bekommen“, erklärte Merkel.

Die Kanzlerin und der amerikanische Präsident Barack Obama hatten vor wenigen Tagen in Berlin eine Freihandelszone zwischen den Amerika und Europa als Projekt von herausragender Wichtigkeit bezeichnet. Auf beiden Seiten des Atlantiks sollen dadurch wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden. Kritiker fürchten allerdings, dass dadurch restriktive Regeln in Europa zu Gentechnik in Nahrungsmitteln sowie zum Datenschutz untergraben werden könnten. Frankreich befürchtet zudem eine Schwächung seiner Film- und Musikbranche, weil im Zuge des Abkommens staatliche Förderprogramme gekappt werden könnten.

In dem Internet-Podcast ging Merkel vier Tage vor ihrem Besuch beim Deutschen Bauerntag auch auf die Lage in den Hochwassergebieten ein. Die Kanzlerin bescheinigte den Landwirten eine „im Großen und Ganzen sehr gute und sehr verantwortungsvolle Arbeit“. Bei einigen sei allerdings die Einsicht gefordert, dass Polderflächen nötig seien, um Menschen vor Hochwasserschäden zu schützen. Hier gebe es gute Beispiele. So habe etwa Brandenburg eine ganze Reihe solcher Flächen geschaffen, die bei Hochwasser zur Entspannung geflutet werden könnten.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Horst Seehofer ...,werde ich kein grünes Licht für TTIP geben

Die Umweltorganisation Greenpeace hat geheime Dokumente über das TTIP-Freihandelsabkommen veröffentlicht. Die deutsche Regierung reagiert prompt. Mehr

02.05.2016, 12:30 Uhr | Wirtschaft
Video Obama und Merkel pochen auf TTIP noch 2016

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat bei seinem fünften und wohl letzten Deutschland-Besuch im Amt gesagt, dass die Verhandlungen zum umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP bis Jahresende abgeschlossen werden könnten. Kritiker befürchten unter anderem, dass bei einem Abkommen der Verbraucherschutz aufgeweicht wird. Mehr

25.04.2016, 15:03 Uhr | Politik
Hannover Zehntausende demonstrieren gegen Freihandelsabkommen

Mit Aufblaspferden, Transparenten und Musik marschieren Protestanten gegen das TTIP-Handelsabkommen vor dem Obama Besuch durch Hannover. Amerikas Präsident und Kanzlerin Merkel verteidigen das Abkommen. Mehr

23.04.2016, 16:10 Uhr | Politik
Schloss Herrenhausen Merkel begrüßt Obama mit militärischen Ehren

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den amerikanischen Präsidenten Barack Obama auf Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen. Am Sonntagabend wird er mit der Kanzlerin die Hannover Messe eröffnen. Zuvor sind bilaterale Gespräche und eine Pressekonferenz geplant. Mehr

25.04.2016, 10:22 Uhr | Politik
Obama in Hannover Merkel steht auf der richtigen Seite der Geschichte

Bei seinem letzten Besuch als amtierender Präsident Amerikas lobt Barack Obama die Kanzlerin für ihre Haltung in der Flüchtlingskrise. Gemeinsam werben sie unermüdlich für das angestrebte Freihandelsabkommen. Mehr Von Reinhard Bingener und Majid Sattar, Hannover

24.04.2016, 20:11 Uhr | Politik

Was Trillerpfeifen übertönen

Von Dietrich Creutzburg, Berlin

Wem gehört der Produktivitätsfortschritt? Verdi und IG Metall lassen für Rentner nichts übrig. Mehr 1 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Ungleichheit Norwegens Staatsfonds geht gegen überhöhte Managergehälter vor

Der weltgrößte Staatsfonds will bald Prinzipien zu einer angemessenen Bezahlung für Top-Manager vorstellen. Die Institution ist an mehr als 9000 Unternehmen beteiligt. Mehr 42

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“