Home
http://www.faz.net/-gqg-7acoz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Abkommen zwischen Europa und Amerika Merkel: Gentechnik-Standards bleiben trotz Freihandelszone

Die EU und die Vereinigten Staaten wollen ein Freihandelsabkommen schließen. Doch viele Themen werden wohl ausgeklammert. Auch Standards in der Gentechnik gehören dazu, sagt die Bundeskanzlerin.

© dpa Vergrößern Jede Woche wendet sich die Kanzlerin im Internet an ihre Bürger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei dem geplanten Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten an den strengen Standards der Gentechnik in Deutschland und Europa festhalten. Eine Anpassung an die amerikanischen Vorgaben im Lebensmittelbereich werde es nicht geben, machte Merkel in ihrem aktuellen wöchentlichen Internet-Podcast deutlich. „Wir wollen jetzt nicht einfach Standards minimieren.“ Die befürchtete Aufweichung von Lebensmittelvorschriften ist in Europa eine der größten Kritikpunkte an dem geplanten Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten.

Die CDU-Vorsitzende geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Verhandlungen über das Abkommen nicht ganz einfach werden. Zum Schluss müsse man Lösungen finden, die von allen akzeptiert würden. „Ansonsten wird so ein Freihandelsabkommen in den nationalen Parlamenten auch keine Mehrheit bekommen“, erklärte Merkel.

Die Kanzlerin und der amerikanische Präsident Barack Obama hatten vor wenigen Tagen in Berlin eine Freihandelszone zwischen den Amerika und Europa als Projekt von herausragender Wichtigkeit bezeichnet. Auf beiden Seiten des Atlantiks sollen dadurch wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden. Kritiker fürchten allerdings, dass dadurch restriktive Regeln in Europa zu Gentechnik in Nahrungsmitteln sowie zum Datenschutz untergraben werden könnten. Frankreich befürchtet zudem eine Schwächung seiner Film- und Musikbranche, weil im Zuge des Abkommens staatliche Förderprogramme gekappt werden könnten.

In dem Internet-Podcast ging Merkel vier Tage vor ihrem Besuch beim Deutschen Bauerntag auch auf die Lage in den Hochwassergebieten ein. Die Kanzlerin bescheinigte den Landwirten eine „im Großen und Ganzen sehr gute und sehr verantwortungsvolle Arbeit“. Bei einigen sei allerdings die Einsicht gefordert, dass Polderflächen nötig seien, um Menschen vor Hochwasserschäden zu schützen. Hier gebe es gute Beispiele. So habe etwa Brandenburg eine ganze Reihe solcher Flächen geschaffen, die bei Hochwasser zur Entspannung geflutet werden könnten.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
TTIP Freihandels-Gegner sammeln 200.000 Unterschriften

Der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten ist groß. Innerhalb von 24 Stunden hat eine Bürgerinitiative 200.000 Unterschriften dagegen gesammelt. Mehr

08.10.2014, 12:09 Uhr | Wirtschaft
Merkel regt weitere Sanktionen gegen Russland an

Bundeskanzlerin Merkel forderte Russland auf, die Separatisten in der Ukraine auf einen friedlichen Weg zu bringen. Sie regte weitere Sanktionen gegen Russland in Absprache mit den Vereinigten Staaten an. Mehr

25.04.2014, 20:41 Uhr | Politik
Energiewende Vattenfall will 4,7 Milliarden Euro für Atomausstieg

Der schwedische Stromkonzern hat die Bundesregierung vor einem internationalen Schiedsgericht wegen des Atomausstiegs verklagt. Vattenfall verlangt Entschädigung für die Stilllegung seiner Atomkraftwerke. Mehr

15.10.2014, 12:56 Uhr | Wirtschaft
Chlor-Hühnchen, Mega-Fusionen und Genmais

Die Deutschen sehen das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA kritisch. Die Bundesregierung hält aber an dem Abkommen fest. Es soll Standards internationalisieren, den Handel vereinfachen. Mehr

02.05.2014, 10:09 Uhr | Politik
Bis 2025 Peking plant Vorstoß zu asiatisch-pazifischer Freihandelszone

Die Verhandlungen über eine Transpazifische Partnerschaft stagnieren. Vor allem die Vereinigten Staaten und Japan tun sich schwer. China will das nutzen und macht einen Gegenvorschlag. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

15.10.2014, 07:07 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.06.2013, 14:12 Uhr

Näher an die rote Linie

Von Philip Plickert

Schritt für Schritt nähert sich die EZB dem Kauf von Staatsanleihen. Wenn die Konjunktur weiter schwach bleibt und die Inflationsrate Richtung Nulllinie sinkt, wird der Druck enorm groß, diese „atomare Option“ zu zünden. Mehr 13 32


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Viel Fleisch nicht zum Verzehr geeignet

Entzündliche Reaktionen der Haut, Hämatome oder abgemagerte Tiere: Fast 16.000 Tonnen Geflügelfleisch aus deutschen Schlachtbetrieben wurden 2013 aussortiert. Die häufigsten Ursachen gibt es in unserer Grafik des Tages. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden