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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Abbau von Bodenschätzen Deutschland sichert sich Rohstoffe in der Mongolei

 ·  Kanzlerin Merkel und der mongolische Ministerpräsident Batbold haben ein Abkommen zur Erschließung von Rohstoffen geschlossen, die in der Hochtechnologie-Industrie sehr begehrt sind.

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Deutschland und die Mongolei haben eine Partnerschaft zum Abbau von Bodenschätzen geschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterzeichnete mit dem mongolischen Ministerpräsidenten Sukhbaatar Batbold ein Abkommen während eines Besuchs in Ulan Bator. Dabei geht es nicht nur um den Abbau von Kohle, sondern auch um die Erschließung von seltenen Erden in der Mongolei. Diese Metalle sind in der Hochtechnologie-Industrie sehr begehrt. Zudem wurde die Lieferung von Gasturbinen durch Siemens für ein Kraftwerk in der Mongolei beschlossen. Geplant ist auch ein gemeinsamer Wirtschaftsausschuss.

Der Wettstreit um Ressourcen auf der Welt hat sich verstärkt, die Preise für viele Rohstoffe sind stark gestiegen. Viele Unternehmen im rohstoffarmen Deutschland leiden nicht nur unter den Preisen, sondern erwarten Schwierigkeiten, manche Rohstoffe überhaupt noch zu erhalten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßte das Abkommen.

Größtes unberührtes Kohlevorkommen der Welt

Die Mongolei zählt zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Erde und hat große Vorkommen an Kohle, Kupfer, Gold, Silber und Uran. Deutschland bezieht bereits kleine Mengen Kokskohle aus dem Land. Nun sollen rund 15 Millionen Tonnen Kohle im Jahr gefördert werden. Dieses Projekt hat ein Volumen von etwa einer Milliarde Euro.

Nach langer Abhängigkeit von der Sowjetunion und Russland hat die Mongolei nun die Chance, eine prosperierende, demokratisch geführte Volkswirtschaft zu schaffen. Denn das Land sitzt auf einem Bodenschatz wie sonst wohl nur noch Australien. Dabei werden die Fäden im Rohstoffland Mongolei längst von außen gezogen: Australier und Kanadier sind groß im Geschäft mit dem Ausgraben von Erz, Kohle, Kupfer oder Gold in dem Steppenland. "Die Mongolei ist derzeit die heißeste Investmentstory in Asien", sagt Christopher Wood vom Analysehaus CLSA in Hongkong. Das Wirtschaftswachstum liegt bei knapp 15 Prozent.

Das Tavan-Tolgoi-Gebiet gilt als größtes unberührtes Kohlevorkommen der Welt. Unter den Bietern für die Entwicklung des Westteils sind die Schweizer Xstrata genauso wie Peabody und Arcelor Mittal sowie Konsortien aus den Stahlländern Japan und Südkorea. Das Oyu- Tolgoi-Projekt, das für rund 6 Milliarden Dollar ausgebaut wird, soll die größte Kupfermine der Welt außerhalb Chiles werden. Es gehört zu gleichen Teilen der kanadischen Ivanhoe Mines, der australisch-britischen Rio Tinto und dem mongolischen Staat. Hier aber liegt das Problem: Die Mongolen fordern eine größere Teilhabe an ihren Schätzen. Gerade erst wurde ein erbitterter Streit beigelegt, in dem die Regierung ihren Anteil an der Mine auf 50 Prozent ausweiten wollte. Die Rohstoffriesen zeigten sich stur, und die Regierung musste klein beigeben. Die Kernfrage für Investoren lautet, ob die politischen Bedingungen stabil bleiben.

Ausbildung und Gesundheit

Völlig offen ist, wie die das Bauernland mit seinem plötzlichen Reichtum umgeht. Allein die Investitionen in die Oyu-Tolgoi-Mine entsprechen in etwa dem bisherigen Bruttosozialprodukt der Mongolei. Die Regierung will Fonds für Ausbildung und Gesundheit auflegen, verspricht aber auch direkte Zahlungen an ihre Bürger. Rund 35 Prozent der Bevölkerung der Mongolei lebt unter der Armutsgrenze.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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