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Ab 1. Juli 2012 : Die Renten steigen

  • Aktualisiert am

Von Juli an steigen die Renten in Deutschland Bild: dapd

Vom 1. Juli an steigen die Renten in Deutschland. Im vergangenen Jahr gab es 0,99 Prozent mehr, nun sind höhere Zuwächse vorgesehen - allerdings in Ost und West in unterschiedlicher Größenordnung.

          Die etwa 20 Millionen Rentner in Deutschland bekommen vom 1. Juli an mehr Geld. Die Bezüge der Ruheständler würden im Westen um 2,18 Prozent und im Osten um 2,26 Prozent angehoben, teilte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag mit.

          Für den Westen ist das zwar die zweitgrößte Rentenanhebung seit 1994. Sie reicht aber kaum aus, um die Preissteigerung von 2,3 Prozent im vorigen Jahr auszugleichen. Die Anhebung im Osten fällt überraschend gering aus, nachdem Rentenexperten eine Erhöhung um deutlich mehr als drei Prozent vorausgesagt hatten.

          Ein Rentner, der 45 Jahre lang Beiträge auf einen Durchschnittsverdienst bezahlt hat, bekommt somit im Westen knapp 27 Euro und im Osten knapp 25 Euro im Monat mehr. Das Bundeskabinett will die Rentenerhöhung am Mittwoch beschließen. Das Arbeitsministerium sprach von einer „kräftigen“ Rentenerhöhung.

          Die Rentner hätten Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung 2011, der mit Lohnsteigerungen und einem deutlichen Beschäftigungszuwachs verbunden gewesen sei. Ministerin von der Leyen kündigte an, die Bundesregierung werde noch vor der Sommerpause ein Gesetzespaket für die geplante Kombi- und Zuschussrente auf den Weg bringen.

          Ähnlich stark stiegen die Renten zuletzt 2009

          Die Zuschussrente stelle sicher, dass sich Vorsorge auch für Geringverdiener sowie Frauen lohne, die Teilzeit gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hätten. Ähnlich stark waren die Renten zuletzt 2009 gestiegen, mit einer Anhebung um 2,41 Prozent im Westen und 3,38 Prozent im Osten.

          Im Jahr darauf gab es eine Nullrunde, im vorigen Jahr nur eine schmale Rentenanhebung um ein Prozent. Die diesjährige Anhebung im Osten fiel aber geringer aus, als von der Rentenversicherung im Herbst geschätzt. Die „Bild“-Zeitung hatte noch am Samstag von einem Rentenplus von 3,6 Prozent berichtet.

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          Ausschlaggebend für die Rentenerhöhung ist die Entwicklung der Löhne, die für den Osten von den Experten überschätzt wurde. Im Osten legten die Löhne 2011 um knapp 2,3 Prozent zu, im Westen um fast drei Prozent. Zudem wirkt sich in diesem Jahr ausnahmsweise der Nachhaltigkeitsfaktor rentensteigernd aus, der das Zahlenverhältnis von Rentnern und Beitragszahlern widerspiegelt. Der Beschäftigungsaufbau 2011 war so rasant, dass weniger Neurentner hinzugekommen sind als neue Beitragszahler.

          Daraus hätte sich rechnerisch im Westen eine Rentenerhöhung um 4,4 Prozent und im Osten um 3,73 Prozent ergeben. Diese Anhebungen werden aber verringert als Ausgleich dafür, dass Schutzklauseln in den Jahren 2005, 2006 und 2010 Rentenkürzungen verhindert hatten. Dieser Ausgleichsbedarf ist im Osten nun abgebaut, während im Westen noch 0,71 Prozentpunkte als Bürde für künftige Rentenerhöhungen übrig sind.

          Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters

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