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40-Stunden-Woche Die Deutschen müssen wieder länger arbeiten

30.06.2004 ·  Mit Siemens ist der Damm gebrochen. Zahlreiche Unternehmen verhandeln mit ihren Mitarbeitern über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit. Doch dieser Gedanke ist längst nicht neu. FAZ.NET-Spezial.

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Mit Siemens ist der Damm gebrochen. Der Elektrokonzern war nicht das erste Unternehmen, das zur 40-Stunden-Woche zurückkehrt, aber der bisher spektakulärste Fall, dem sich andere anschließen. Bei Siemens bedeutet der Ergänzungstarifvertrag von der vergangenen Woche, daß rund 4500 Mitarbeiter an den Standorten in Kamp-Lintfort und Bocholt von Juli an ohne Lohnausgleich durchschnittlich 40 statt bisher 35 Stunden in der Woche arbeiten. Außerdem entfallen Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Statt dessen erhalten die Beschäftigten eine erfolgsabhängige Jahreszahlung.

Mit der Senkung der Arbeitskosten um 30 Prozent ist nach Darstellung von Siemens der Kostennachteil im Vergleich mit Ungarn in etwa ausgeglichen. Für vier süddeutsche Standorte in den Sparten Energieübertragung, Netzwerktechnik und Automatisierungstechnik verhandelt Siemens in Arbeitsgruppen noch über Lösungen, um möglichst viele der ebenfalls bedrohten insgesamt 2000 Arbeitsplätze zu sichern. Ein Teil könnte auch hier mit einer verlängerten Arbeitszeit gerettet werden. Eine generelle Verlängerung auf 40 Stunden in der Woche für alle 167 000 Siemens-Mitarbeiter in Deutschland kommt allerdings nicht in Frage, wie Vorstandsvorsitzender Heinrich von Pierer immer wieder betont.

Mit all diesen Überlegungen steht Siemens nicht allein. Zahlreiche Unternehmen verhandeln derzeit mit ihren Arbeitnehmern über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit. Doch ein Blick zurück zeigt auch: Der Gedanke, die betriebliche Arbeitszeit zu verlängern, ist nicht neu.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2004, Nr. 149 / Seite 14
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Von Heike Göbel

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