22.04.2008 · Nach den neuesten Erhebungen der Statistiker war Deutschland im Jahr 2007 das siebtteuerste Land, gemessen an den absoluten Arbeitskosten. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Arbeitskosten wachsen immer langsamer.
Arbeit in Deutschland bleibt im europäischen Vergleich teuer - die deutsche Wirtschaft wird bei den Arbeitskosten aber von Jahr zu Jahr wettbewerbsfähiger: Die Arbeitskosten in Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenig gestiegen wie in keinem anderen EU-Land. Die Arbeitsstunde kostete in der Privatwirtschaft im Schnitt 29,10 Euro und damit ein Prozent mehr als 2006, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
In den anderen EU-Staaten lag der Anstieg zwischen 1,2 Prozent in Malta und 30,4 Prozent in Rumänien. Im laufenden Jahr dürften die Arbeitskosten angesichts zuletzt deutlich höherer Tarifabschlüsse Experten zufolge jedoch wieder stärker anziehen. In die Arbeitskosten rechnen die Statistiker alles hinein, was ein Arbeitgeber zur Beschäftigung eines Arbeitnehmers aufwenden muss: Bruttolöhne und -gehälter, Sozialbeiträge sowie Kosten für berufliche Fortbildung.
Bei den absoluten Kosten auf dem siebten Platz
Deutschland lag bei den absoluten Kosten auf dem siebten Platz und fiel damit im Vergleich zu 2006 um einen Rang zurück. Am teuersten war die Arbeitsstunde in Dänemark, wo Arbeitgeber 35 Euro zahlen müssen. Das niedrigste Niveau hatte Bulgarien mit 2,10 Euro. Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, lag Deutschland mit Kosten von 33 Euro je Stunde im EU-Vergleich auf dem vierten Platz hinter Dänemark, Schweden und Belgien. Auch hier war aber der Anstieg hierzulande mit 1,2 Prozent am geringsten.
„In der Industrie sind wir immer noch in der Spitzengruppe, hier war es bitter nötig, dass wir einen moderaten Anstieg der Kosten hatten“, sagte Christoph Schröder, Arbeitskosten-Experte bei dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Das habe die Chancen der deutschen Unternehmen gestärkt, sich im Wettbewerb zu behaupten. Auch der jüngste Beschäftigungsaufbau sei unter anderem auf die gemäßigten Steigerungen der Lohnkosten zurückzuführen.
Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts IMK, bezifferte den erwarteten Anstieg für 2008 auf zwei Prozent. Dennoch werde Deutschland wohl weiterhin an Wettbewerbsfähigkeit dazugewinnen, weil die Zuwächse in den anderen EU-Staaten höher ausfielen, sagte er.
Bei den Lohnnebenkosten im Mittelfeld
Bei den oft als zu hoch kritisierten Lohnnebenkosten liegt Deutschland nach den Berechnungen der Statistiker im europäischen Mittelfeld. Auf 100 Euro Bruttolohn und -gehalt zahlten Arbeitgeber in Deutschland im vergangenen Jahr zusätzlich 32 Euro Lohnnebenkosten, wozu Pflichtabgaben zu den Sozialversicherungen und Zahlungen für betriebliche Altersvorsorge gerechnet werden. Das war weniger als der europäische Durchschnitt von 36 Euro und Rang 14 in der EU.
An der Spitze lagen die Lohnnebenkosten in Frankreich und Schweden bei 50 Euro je 100 Euro Bruttolohn, in Malta waren es dagegen nur 10 Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.327,25 | −2,72% |
| Dow Jones | 12.393,50 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,2322 | −0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 98,88 $ | −2,70% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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