http://www.faz.net/-gqe-75l65
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.01.2013, 11:14 Uhr

18,8 Millionen Menschen Rekordarbeitslosenquote in der Eurozone

Die Zahl der Arbeitslosen im Euroraum steigt und steigt. Seit Frühjahr 2011 klettern die Zahlen. Besonders junge Menschen und die Bürger Griechenlands und Spaniens leiden. Deutschland geht es dagegen im europäischen Vergleich gut.

© dpa Spanien ist stark von hoher Arbeitslosigkeit betroffen

Die Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf einen neuen Rekord getrieben. Im November waren in den 17 Ländern mit der Gemeinschaftswährung 18,8 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag meldete. Das entspricht einer Quote von 11,8 Prozent - 0,1 Prozentpunkte oder 113.000 mehr als im Vormonat. Zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um mehr als 2,01 Millionen.

Die höchsten Arbeitslosenanteile wiesen wie schon zuvor Spanien (26,6 Prozent) und Griechenland (26 Prozent im September) auf. Damit war hier mehr als jeder Vierte ohne Job. In den Krisenländern sind die Zahlen zudem besonders rasant geklettert: In Griechenland stieg die Quote zwischen September 2011 und September 2012 um 7,1 Prozentpunkte. Im ebenfalls gebeutelten Zypern legte die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 4,5 Prozentpunkte zu, auf 14 Prozent im November.

Mehr zum Thema

In Spanien lag der Anstieg bei 3,6 Prozent innerhalb eines Jahres. Deutschland gehörte mit 5,4 Prozent zu den Ländern mit der niedrigsten Quote. Die anteilig wenigsten Arbeitslosen hatte Österreich (4,5 Prozent). In Luxemburg und den Niederlanden sind es weniger als 6 Prozent. Besonders hart trifft die Krise junge Menschen. Fast jeder Vierte unter 25 Jahren (24,4 Prozent) war in der Eurozone ohne Arbeit, das sind 3,7 Millionen.

Der vergleichsweise hohe Wert ist aber teilweise in den Rechenmethoden der Statistiker begründet: Studenten und Auszubildende stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, dadurch machen sich Arbeitslose in der Statistik stärker bemerkbar. Die Jungen leiden besonders in Griechenland und Spanien: Dort war jeder Zweite junge Mensch ohne Arbeit. In der Slowakei war es mehr als jeder Dritte. Aber auch Italien meldete einen Rekord bei der Jugendarbeitslosigkeit im November von 37,1 Prozent, wie das Statistikamt Istat in Rom berichtete, ein Anstieg um 5 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat.

Infografik / Teil1 / Arbeitslosigkeit in der Eurozone © DPA Bilderstrecke 

Deutschland, Österreich und die Niederlande schlagen sich - wie bei der Beschäftigungssituation insgesamt - auch bei der Jugendarbeitslosigkeit vergleichsweise gut: Weniger als jeder Zehnte unter 25 Jahren ist hier ohne Arbeit. Die Situation in der Europäischen Union insgesamt ist ein wenig besser als die Lage in der Eurozone. 26,1 Millionen Menschen waren im November in allen 27 EU-Ländern ohne Job, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,7 Prozent.

Und wer in Europa arbeitslos wird, findet immer schwerer einen neuen Job: Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist im Laufe der Wirtschaftskrise weiter gestiegen. Das geht aus einem Bericht zur sozialen Lage in Europa hervor, den EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am Dienstag in Brüssel vorstellte. Während 2009 noch 33 Prozent aller Arbeitslosen ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung blieben, waren es 2011 insgesamt 42,5 Prozent. Dies liege auch an falschen Qualifikationen, sagte Andor: „In einigen Ländern, besonders in Süd- und Osteuropa, passen Fähigkeiten und Jobs nicht gut zusammen - und dies hat sich verschlechtert.“

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wahlkampf in Amerika Trump auf Kuschelkurs

Aktuellen Umfragen zufolge wollen die Amerikaner Hillary Clinton als nächste Präsidentin. Schon schlägt Donald Trump erste versöhnliche Töne an – und hat damit vor allem eine Wählergruppe im Blick. Mehr

24.08.2016, 03:39 Uhr | Politik
Alternative Ernährung Berlin als Trendstadt für Veganer

Immer mehr Menschen wollen sich vegan, also ganz ohne tierische Produkte ernähren: 900.000 sollen es in ganz Deutschland sein. Fast zehn Prozent davon leben Schätzungen zufolge in Berlin, und so ist es nicht überraschend, dass die deutsche Hauptstadt hier Trendsetter ist. In Berlin gibt es mehr vegane Restaurants als in Paris oder London, und immer mehr vegane Betriebe schießen aus dem Boden. Mehr

23.08.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Terrorfolgen In Pariser Luxushotels purzeln die Preise

Der Terrorismus schadet dem Tourismus in Frankreich. Ausländische Gäste machen mehr und mehr einen Bogen um Paris. Erste Luxushotels senken in der französischen Hauptstadt deshalb ihre Preise. Mehr

23.08.2016, 15:00 Uhr | Finanzen
Kampf gegen Naturgewalten 100.000 Menschen von Flut in Amerika betroffen

Bei einem Hochwasser im amerikanischen Bundesstaat Louisiana sind bereits 13 Menschen gestorben, viele weitere sind in Gefahr. Außerdem wurden schon mehr als 40.000 Häuser beschädigt. Mehr

19.08.2016, 18:58 Uhr | Gesellschaft
Gastbeitrag Der Akademisierungswahn und seine Folgen

Immer mehr junge Menschen scheitern in ihrem Studium - oder sie quälen sich durch die falschen Fächer. Gleichzeitig herrscht anderswo Mangel, und die Ausbildung wird geringgeschätzt. Das ist unverantwortlich. Mehr Von Johannes Varwick

22.08.2016, 05:47 Uhr | Beruf-Chance

Steuerwahlkampf

Von Holger Steltzner

Die Melkkuh der Nation, die Mittelschicht, stöhnt unter der Last aus Steuern und Sozialabgaben. Vielleicht lautet der nächste Wahlkampfschlager wieder Steuersenkung. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden