02.06.2008 · Zum Jahreswechsel standen Bund, Länder und Gemeinden mit mehr als anderthalb Billionen Euro in der Kreide, meldete das Statistische Bundesamt. Auf jeden Einwohner entfallen damit im Schnitt Schulden in Höhe von 18.880 Euro.
Trotz aller Sparmaßnahmen steigt die Verschuldung der öffentlichen Hand weiter an. Zum Jahreswechsel standen Bund, Länder und Gemeinden mit zusammen mehr als anderthalb Billionen Euro in der Kreide. Das waren noch einmal 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Auf jeden Einwohner entfallen damit im Durchschnitt Schulden in Höhe von 18.880 Euro. Dabei gab es in den einzelnen Bundesländern jedoch beträchtliche Unterschiede.
Insgesamt beliefen sich die Staatsschulden den Angaben zufolge zum 31. Dezember 2007 auf 1553,1 Milliarden Euro. Der weit überwiegende Teil davon diente zur Finanzierung der Deckungslücken zwischen öffentlichen Ausgaben und Einnahmen. Zu den 1502,2 Milliarden dafür kamen noch weitere 50,9 Milliarden Euro an Kassenkrediten zur kurzfristigen Liquiditätssicherung, deren Anstieg mit 5,3 Prozent weit über dem Durchschnitt von einem halben Prozent lag.
Niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung in Bayern und Sachsen
Eigentlich sind diese Kassenkredite nur zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe zulässig. Nach Erkenntnis des Deutschen Städtetags werden sie aber inzwischen in einer ganzen Reihe von Kommunen mit hohen Defiziten notgedrungen auch zur Finanzierung laufender Ausgaben eingesetzt. Von den rechnerisch 18.880 Euro Verbindlichkeiten je Einwohner entfiel der Löwenanteil von 11.637 Euro auf den Bund. Es folgten die Länder mit 5898 Euro Schulden pro Kopf sowie die Gemeinden und Gemeindeverbände mit einem Durchschnittswert von 1447 Euro.
Von den Bundesländern wiesen Bayern mit 3.012 Euro und Sachsen mit 3.648 Euro pro Einwohner die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung der öffentlichen Hand auf, soweit diese regional zugeordnet werden kann, also in den Haushalten von Ländern und Kommunen. Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung der Flächenländer wurde für das Saarland mit 10.907 und für Sachsen-Anhalt mit 9.920 Euro je Einwohner ermittelt.
Die Pro-Kopf-Werte der Stadtstaaten liegen wegen der hohen Infrastrukturkosten deutlich über denen der Flächenländer: Für Bremen betrug die Durchschnittssumme 21.894 Euro, für Berlin 16.783 und für Hamburg 12.300 Euro. In der Mehrzahl der Länder hat die öffentliche Verschuldung 2007 nur geringfügig zugenommen oder war wie in sechs Bundesländern sogar rückläufig. Eine weitere Zunahme der öffentlichen Schulden war dagegen in Bremen, dem Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen.
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