27.08.2003 · Bundesfinanzminister Hans Eichel erwartet in diesem Jahr eine deutsche Defizitquote von voraussichtlich 3,8 Prozent. Damit läge Deutschland abermals deutlich über der Maastricht-Grenze.
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) erwartet in diesem Jahr eine deutsche Defizitquote von voraussichtlich 3,8 Prozent. Zwar würden die entsprechenden Berechnungen des Ministeriums erst an diesem Donnerstag abgeschlossen, doch sei es wahrscheinlich, daß eine Zahl in dieser Größenordnung in dem Bericht stehen werde, den das Bundesfinanzministerium in Kürze an die Europäische Kommission schicke, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen in Berlin. Das Ministerium wollte die Zahl jedoch noch nicht bestätigen.
Damit würde die deutsche Defizitquote die nach dem Maastricht-Vertrag erlaubte Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich übersteigen. Nach Angaben aus den Kreisen wird das Ministerium in dem Bericht noch keine Prognose über die Entwicklung des Defizits im kommenden Jahr treffen. Dies werde erst im Stabilitätsprogramm im Herbst geschehen.
IWF plant Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft zu senken
Analysten und Wirtschaftsforscher rechnen allerdings damit, daß Deutschland auch 2004 Jahr und damit zum dritten Mal in Folge das Defizitkriterium reißen wird. Im vergangenen Jahr lag die Quote bei 3,6 Prozent. Eichel hat allerdings immer wieder beteuert, unter dem Wert bleiben zu wollen. Die Bundesregierung muß im Rahmen der Haushaltsüberwachung der Europäischen Kommission zweimal einen Bericht über die aktuelle Entwicklung des öffentlichen Gesamthaushaltes zur Verfügung stellen. Relevant ist dabei die Kassenlage des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der sozialen Sicherungssysteme.
Unterdessen wurde bekannt, daß der Internationale Währungsfonds (IWF) offenbar plant, seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht zu verringern. Der IWF rechne nun mit 3,1 (bisher 3,2) Prozent in diesem Jahr, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf einen Entwurf des Weltwirtschaftsberichts, der Mitte September vorgestellt werden soll. Für das kommende Jahr erwarte der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von 4 Prozent. Schon vor Wochen hatte der Fonds mitgeteilt, er rechne mit einer Stagnation der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr und mit einem leichten Wachstum von 1,5 Prozent 2004. Der Meldung zufolge sagt der IWF für den Euro-Raum eine Wachstumsbeschleunigung von 0,7 (bisher 1,1) auf 1,9 Prozent 2004 voraus.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2454 | −0,27% |
| Rohöl Brent Crude | 106,17 $ | −0,64% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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