19.08.2009 · Argentinien zählte zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch zu den reichsten Ländern der Welt, aber besonders im letzten Viertel des Jahrhunderts wurde eine katastrophale Wirtschaftspolitik betrieben, die sich in hoher Staatsverschuldung, Inflation und Währungskrisen äußerte.
Argentinien zählte zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch zu den reichsten Ländern der Welt, aber besonders im letzten Viertel des Jahrhunderts wurde eine katastrophale Wirtschaftspolitik betrieben, die sich in hoher Staatsverschuldung, Inflation und Währungskrisen äußerte. Außer Kontrolle gerieten die Staatsfinanzen während der Militärdiktatur (1976 bis 1983) sowie mit Beginn der Demokratisierung (ab 1983). Hierzu trugen eine negative Handelsbilanz sowie Kapitalflucht bei. Die Inflationsrate lag 1980 bei 101 Prozent, vier Jahre später bei 627 Prozent und im Jahre 1989 bei 3080 Prozent. Danach beschloss die Regierung ein „Notstandsprogramm der strikten Austerität und des strukturellen Wandels“. Unter einer Krise litten damals allerdings auch andere lateinamerikanische Länder.
Nach einigen Jahren der Stabilisierung, die mit Deregulierungen einhergingen, aber nichts an der verbreiteten Korruption änderten, bahnte sich in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre eine weitere schwere Krise an, die ihre Vorgängerin aus den achtziger Jahren noch übertreffen sollte. Im Jahre 1998 stürzte die argentinische Wirtschaft unter anderem wegen einer Krise im wichtigen Nachbarland Brasilien, einer Überbewertung der eigenen Währung sowie zahlreicher staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft in eine Rezession, verbunden mit Kapitalflucht und einem schwindenden Vertrauen der Bevölkerung in die Bonität des Bankensystems.
Das Misstrauen in die argentinische Währung belegten auch der auf Milliarden geschätzte Bargeldumlauf in Dollar sowie die Tatsache, dass sich der argentinische Staat zu einem guten Teil in Fremdwährungen verschuldete. So wurden auch viele deutsche Anleger Gläubiger Argentiniens.
Im Jahre 2001 eskalierte die Krise trotz finanzieller Hilfen durch den Internationalen Währungsfonds. Ratingabstufungen für Staatsanleihen kamen erschwerend hinzu. Im Dezember 2001 erklärte die Regierung eine Art Staatsbankrott; der Peso wertete erheblich ab. 2002 brach die Wirtschaft ein; es kam zu Unruhen. In den darauffolgenden Jahren gelang der argentinischen Wirtschaft eine beeindruckende Erholung. gb.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2454 | −0,27% |
| Rohöl Brent Crude | 106,17 $ | −0,64% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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