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Wirtschaftsnobelpreis Nobelpreis für Ökonomie geht an Spieltheoretiker

10.10.2005 ·  Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an Robert Aumann und Thomas Schelling. Sie haben mit ihren Arbeiten das Verständnis von Konflikt und Kooperation durch Spieltheorieanalysen vergrößert, wie das Nobelkomitee mitteilte.

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Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht an den in Deutschland geborenen Israeli sowie amerikanischen Staatsbürger Robert J. Aumann (75) und den 84 Jahre alten Thomas C. Schelling aus den Vereinigten Staaten für ihre grundlegenden Beiträge zur Spieltheorie.

Wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mitteilte, werden beide für ihre Arbeiten „zum besseren Verständnis von Konflikt und Kooperation“ mittels der Spieltheorie ausgezeichnet.

Wie es weiter hieß, hätten der 1930 in Frankfurt/Main geborene Aumann und Schelling dieser Theorie zum Durchbruch weit über die Grenzen der Volkswirtschaftslehre hinaus verholfen. Dabei habe Schelling ab Mitte der fünfziger Jahre vor allem „originelle Gedanken und Begriffe mit einem Minimum an mathematischer Technik“ entwickelt. Seine Hauptarbeiten („The Strategy of Conflict“, „Experimental Games and Bargaining Theory“) datieren von 1960. Weitere wichtige Arbeiten („Choice and Consequence“, „Strategy and Arms Control“) entstanden Mitte der achtziger Jahre. Schelling lehrte seit seiner Erimitierung von der Harvard-Universität in New York an der Universität des amerikanischen Bundesstaates Maryland.

Aumann 1938 aus Deutschland geflohen

Aumann habe im Gefolge vor allem für die Anwendung mathematischer Analysewerkzeuge zur Entwicklung von Begriffen und Hypothesen gesorgt. Er lehrt seit 1956 an der Universität Jerusalem. Seine wichtigsten spieltheoretischen Arbeiten erschienen in den sechziger und siebziger Jahren („Values of Non-atomic Games“, „Cooperative Games with Coalition Structures“). Aumann äußerte sich „völlig überrascht“ über seine Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. „Ich hatte wirklich keine Ahnung“, sagte der in Frankfurt geborene Mathematiker der Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Aber ich freue mich natürlich enorm.“ Aumann, der 1938 mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland in die Vereinigten Staaten floh, lebt seit 1956 in Israel und lehrt an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Der Preis ist mit rund einer Million Euro dotiert und wurde 1968 von der Schwedischen Nationalbank im Andenken an den Industriellen Alfred Nobel gestiftet, aus dessen Erbe die fünf anderen Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden finanziert werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Agenturen
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