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Risikoabsicherung

Wirtschaftskrise In der Chipindustrie geht es auch 2009 abwärts

Die Chipindustrie hat das Jahr 2008 schlecht überstanden, und die Aussichten für 2009 bleiben trübe. Probleme bereitet vor allem der Markt für Chips, die nur der Datenspeicherung dienen. Selbst der „Krisengewinner“ Intel verlor kräftig an der Börse.

© dpa Vergrößern Der Chiphersteller Qimonda konnte nur durch ein staatliches Rettungspaket vor der Insolvenz bewahrt werden

Die Chipindustrie hat das Jahr 2008 schlecht überstanden, und die Aussichten für 2009 bleiben trübe. Das gilt vor allem für die Hersteller von Chips, die allein zum Speichern von Daten eingesetzt werden. Gerade dieser Teil der Branche ist für sein zyklisches Geschäft zwar berüchtigt, aber solche Verwerfungen wie in den vergangenen zwölf Monaten registrieren selbst Anbieter wie Micron Technology oder Sandisk nur selten. Der deutsche Hersteller Qimonda konnte nur mit staatlicher Hilfe vor der Insolvenz gerettet werden. Die Qimonda-Muttergesellschaft Infineon ist ebenfalls problembeladen.

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Denn hart sind die Zeiten auch für die Hersteller der „intelligenteren“ Mikroprozessoren, die das Herz von Personalcomputern (PC) oder Netzwerkrechnern (Servern) sind. Diese Chips kommen in der Regel von Intel oder seinem einzigen ernstzunehmenden Wettbewerber Advanced Micro Devices (AMD). AMD steht derzeit mit dem Rücken zur Wand und ist mit einigen wichtigen Produkten technologisch ins Hintertreffen geraten.

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Auch „Krisengewinner“ Intel verliert an der Börse

Vor diesem Hintergrund hat sich Intel vom Marktführer zum Marktdominator entwickelt. Während es vor einigen Jahren so schien, als könnte AMD mit seinen Athlon-Prozessoren seinem Erzfeind, der damals Entwicklungsrückschläge einzustecken hatte, etwas entgegensetzen, hat Intel 2008 seine Spitzenposition ausgebaut. Das zeigt sich besonders greifbar an den mobilen Computern der neuesten Generation: Sämtliche Notebook- und Netbook-Hersteller haben Intels mobilen Prozessor „Atom“ eingekauft. Der konkurrierende Geode-Prozessor, der überhaupt erst geholfen hat, den Netbook-Markt aus dem Boden zu stampfen, hat sich bisher nicht durchgesetzt.

Intel könnte man deshalb zwar als Gewinner der Krise bezeichnen, an der Börse spiegelt sich aber auch das nicht wider. Selbst die Intel-Aktionäre blicken 2008 auf einen Kursverlust von 45 Prozent zurück. Das ist viel, denn der Dow-Jones-Index, in dem die 30 führenden amerikanischen Aktien aller Branchen enthalten sind, hat im vergangenen Jahr „nur“ 39 Prozent verloren.

Deutlich wird die bedrückende Lage der Chiphersteller auch mit Blick auf einen Branchenindikator, den Philadelphia Semiconductor Index, der die Branche in ihrer Breite erfasst. Hier steht ebenfalls ein Minus von fast 50 Prozent zu Buche.

Ein „desaströser“ Markt

Und nach Ansicht der Marktforscher der Agentur Isuppi wird der Markt für Speicherchips auch im neuen Jahr „desaströs“ bleiben. Das werde weitere starke Umsatzeinbußen für die führenden Hersteller mit sich bringen. Der Branchenverband Semiconductor Industry Association erwartet für den gesamten Chipmarkt im kommenden Jahr ein Umsatzminus von 5 Prozent auf 247 Milliarden Dollar. Eine Erholung ist nach den derzeit gültigen Prognosen erst im Jahr 2010 zu erwarten.

Die schlechte Auftragslage bleibt nicht ohne negative Auswirkungen auf die Beschäftigung in den Unternehmen. KLA-Tencor und Applied Materials, zwei der größten Hersteller von Maschinen zur Produktion von Chips, streichen gerade 900 beziehungsweise 2800 Stellen. Der Chiphersteller Texas Instruments trennt sich in der Sparte, die den Herstellern von Mobiltelefonen zuliefert, von 650 Stellen. Bei National Semiconductor werden gerade 330 Arbeitsplätze abgebaut.

Auch AMD hat soeben mitgeteilt, sogar noch mehr Mitarbeiter entlassen zu haben, als zunächst angekündigt worden war. In einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hieß es kurz nach Weihnachten, im jüngsten Quartal seien 600 Stellen gestrichen worden, 100 mehr als ursprünglich geplant. Zudem werde AMD eine weitere Abschreibung im Zusammenhang mit der Übernahme des Grafikprozessor-Herstellers ATI Technologies verbuchen müssen.

Einzelheiten wurden noch nicht genannt, aber in diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Sorgen um die Solidität der Bilanz von AMD. Das Unternehmen hatte ATI vor zwei Jahren für inzwischen zu hoch erscheinende 5,4 Milliarden Dollar übernommen. 2008 war AMD gezwungen, seine Chipwerke in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen, an dem die Amerikaner nur noch mit einer Minderheit beteiligt sind.

Quelle: F.A.Z.

 
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