26.08.2006 · Die Korruptionsaffäre um das schwedische Möbelhaus weitet sich offenbar aus. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ikea-Mitarbeiter und Dutzende Bau- und Handwerksfirmen. Seit Mitte der 80er Jahre sollen Bestechungsgelder in Millionenhöhe geflossen sein.
Die Korruptionsaffäre um das schwedische Einrichtungshaus Ikea ist offenbar weit größer als bislang bekannt. Inzwischen ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen sieben Mitarbeiter der Bauabteilung des Möbelmultis sowie gegen 44 Mitarbeiter von Bau- und Handwerksfirmen wegen des Verdachts der Bestechung und des Betrugs. Dies habe eine Sprecherin der Behörde bestätigte, berichtet die Zeitschrift „Der Spiegel“ am Samstag vorab berichtete,
Allein der inzwischen verstorbene Hauptbeschuldigte soll dem Bericht zufolge seit Mitte der 80er Jahre - zunächst in bar, später über seine Scheinfirma „Planbau Mombach“ - Bestechungsgelder in Millionenhöhe kassiert haben. Laut Haftbefehl soll er allein in der Zeit von Dezember 2002 bis August 2005 von einer Düsseldorfer Projektfirma Zahlungen in Höhe von 281 000 Euro erhalten haben. Der bayerische Baukonzern Bögl, gegen dessen Verantwortliche laut „Spiegel“ demnächst Anklage erhoben werden soll, habe demnach rund 330.000 Euro - unter anderem für die Ikea-Neubauten in Ulm, Fürth und Taufkirchen - überwiesen.
Das Vermögen, das dem Bericht zufolge in Liechtenstein und der Schweiz lagerte, habe der Hauptbeschuldigte laut einem internen Vermerk der Staatsanwaltschaft auf 2,8 Millionen Euro beziffert. Ein zweiter Beschuldigter habe sich nicht nur mit Bargeld und Urlaubsreisen bestechen lassen, sondern soll sich zudem sein Wohnhaus komplett von Ikea-Zulieferern renoviert haben lassen. Die sieben beschuldigten Ikea-Mitarbeiter hätten das Unternehmen inzwischen verlassen, berichtet der „Spiegel“. Zu den betroffenen Baufirmen habe Ikea jede Geschäftsbeziehung abgebrochen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
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