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Wirtschaftskriminalität Neuer Heros-Besitzer soll bis Ende April gefunden werden

24.02.2006 ·  Der Insolvenzverwalter der größten deutschen Geldtransport-Firma Heros will bis Ende April einen neuen Eigentümer für das hannoversche Unternehmen und seine Töchter finden.

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Der Insolvenzverwalter der größten deutschen Geldtransport-Firma Heros will bis Ende April einen neuen Eigentümer für das hannoversche Unternehmen und seine Töchter finden. Es seien bereits Gespräche mit Banken und anderen Interessenten aufgenommen worden, teilte Insolvenzverwalter Manuel Sack am Freitag mit.

„Sämtliche Geldtransportfahrzeuge und Cash-Center stehen weiterhin zur Verfügung, so daß den Kunden der Heros-Gruppe alle bisherigen Leistungen auch weiterhin angeboten werden können.“ Alle europaweit rund 5000 Mitarbeiter erhielten ihre Löhne bis Ende April weiter, es habe keine Kündigungen gegeben.

Schadenregulierung wird geklärt

Mit den Versicherungen werde derzeit die Regulierung der bei den Kunden entstandenen Schäden geklärt, erklärte Sack. „Gleichzeitig verhandeln wir über eine Anpassung der zur Zeit unverändert fortbestehenden Versicherungsverträge an die neuen Rahmenbedingungen.“

In dieser Woche habe Heros für insgesamt 27 Gesellschaften der Gruppe Insolvenzanträge gestellt, teilte Sack weiter mit. Für die zur Gruppe gehörenden Gesellschaften in Österreich, den Niederlanden und Belgien seien keine Insolvenzanträge gestellt worden. Heros hat rund 70 Standorte in Deutschland und neun weiteren EU-Ländern. Darin sind die etwa 20 Standorte der im November übernommenen Sparte Geld- und Wertdienste der schwedischen Securitas enthalten.

Hintergrund der Heros-Pleite ist eine Betrugsaffäre, bei der der Inhaber und drei weitere Personen nach Angaben der Ermittler rund 300 Millionen Euro veruntreut haben sollen. Sack zufolge hat Heros einen großen Teil seiner Konten für Kundengelder nicht als Treuhandkonten geführt. „Dadurch konnten die verantwortlichen Geschäftsführer eingezahlte Kundengelder auf andere Geschäftskonten von Heros weiter überweisen lassen und dort für den Geschäftsbetrieb und andere Zwecke verwenden.“

Diese Manipulationen habe es bereits seit Jahren geben; durch sie sei eine zunehmende Liquiditätslücke entstanden, die in der vergangenen Woche offenbar geworden sei. Bertram Börner, der Anwalt des in Untersuchungshaft sitzenden Heros-Chefs, sagte dem Magazin „Focus“ laut Vorabbericht, der Schaden könne sich auch auf 350 Millionen Euro belaufen.

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Von Heike Göbel

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