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Wirtschaftskriminalität 25 Jahre Haft für Ex-Tyco-Chef Kozlowski

20.09.2005 ·  Er kaufte sich golddurchwirkte Duschvorhänge und gab rauschende Partys auf Unternehmenskosten. Jetzt muß Dennis Kozlowski ins Gefängnis - wahrscheinlich zu den Schwerverbrechern in den Hochsicherheitstrakt.

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Nach der Serie von Unternehmensskandalen in den Vereinigten Staaten ist am Montag ein weiteres drakonisches Urteil gefallen: Der ehemalige Chef des amerikanischen Mischkonzerns Tyco, Dennis Kozlowski, wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Er war durch den Kauf golddurchwirkter Duschvorhänge und Gastgeber rauschender Partys auf Firmenkosten vor drei Jahren zum Inbegriff des habgierigen Firmenbosses geworden. Das gleiche Strafmaß verhängte der Richter gegen den ehemaligen Finanzchef des Mischkonzerns, Mark Swartz.

Droht der Hochsicherheitstrakt?

Kozlowski (58) und Swartz (45) wurden in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt. Die beiden hatten vergeblich beantragt, bis zur Berufungsverhandlung auf freiem Fuß bleiben zu dürfen. Sie können nach dem Richterspruch bei guter Führung frühestens nach achteindrittel Jahren vorzeitig entlassen werden.

Wegen des Strafmaßes werden die beiden ihre Haft voraussichtlich in einem Hochsicherheitsgefängnis mit Mördern und Vergewaltigern absitzen. Der Richter verurteilte sie auch zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 134,3 Millionen Dollar (110 Mio. Euro). Kozlowski und Swartz hatten stets alle Schuld von sich gewiesen und kündigten Berufung an.

Boni im Wert von mehr als 150 Millionen Dollar

Vor Kozlowski war in diesem Sommer bereits der Chef des einstigen Kommunikationsriesen Worldcom, Bernard Ebbers, wegen Bilanzfälschung zu 25 Jahren verurteilt worden. Der Gründer der Kabelfernsehfirma Adelphia, John Rigas, hatte sich nach dem Urteil der Geschworenen aus den Firmenkassen bedient und erhielt 15 Jahre Haftstrafe, sein Sohn 20 Jahre. Alle sind bis zur Berufung auf freiem Fuß.

Kozlowski und Swartz waren im Juni schuldig gesprochen worden. Sie hatten sich illegal Boni im Wert von mehr als 150 Millionen Dollar genehmigt. Zusätzlich trieben sie den Aktienpreis mit geschönten Angaben über die Finanzlage des Unternehmens nach oben und prellten Aktionäre so um 400 Millionen Dollar. Ein erster Prozeß scheiterte im vergangenen Jahr, nachdem eine Geschworene, die offenbar bei den Juryberatungen als einzige auf Freispruch beharrte, angab, bedroht worden zu sein.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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