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Wirtschaftskriminalität 2000 Unternehmen schmierten Irak-Hilfsprogramm

10.08.2005 ·  Im Rahmen des UN-Programms Öl für Lebensmittel haben sich rund 2.000 Unternehmen der Bestechung schuldig gemacht. Die Vereinten Nationen drängen die Firmen zur Stellungnahme. Sonst werde ihr Name publik.

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Die Vereinten Nationen (UN) haben eigenen Angaben zufolge Ermittlungen gegen tausende Unternehmen eingeleitet, die im Zusammenhang mit dem Irak-Hilfsprogramm „Öl für Lebensmittel“ unter dem Verdacht der Bestechlichkeit stehen.

Unternehmen in rund zehn Ländern seien darüber informiert worden, daß sie im Zusammenhang mit den Vorwürfen namentlich genannt werden sollen, sagte einer der drei Chef-Ermittler, Richard Goldstone, am Dienstag in einem Interview der BBC. Die Unternehmen sollen Schmiergelder gezahlt haben, um Aufträge zur Lieferung von Hilfsgütern an den Irak und im Gegenzug Öllieferungen aus dem Land zu bekommen. Der entsprechende Untersuchungsbericht solle im Oktober vorgelegt werden. Den Unternehmen werde jetzt die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Auf die Frage, wie viele der insgesamt 4.500 an dem Hilfsprogramm beteiligten Unternehmen betroffen seien, sagte Goldstone: „Wir geben etwa der Hälfte von ihnen Briefe.“
In Deutschland ist zur Zeit erst ein Fall bekannt: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen den Stuttgarter Autohersteller Daimler-Chrysler wegen Irak-Geschäften im Zusammenhang mit dem Programm der Vereinten Nationen „Öl für Lebensmittel“. Zu entsprechenden Berichten der Illustrierten „Stern“ und des Südwestrundfunk (SWR) erklärte ein Sprecher von Daimler-Chrysler: „Wir arbeiten in dieser Sache mit der SEC zusammen und lassen der Börsenaufsicht unsere eigenen Ermittlungsergebnisse zukommen.“ Bei den seit Juli laufenden Ermittlungen gehe es um die Frage, ob im Rahmen von Lieferungen an das Regime von Diktator Saddam Hussein in den vergangenen Jahren Schmiergelder bezahlt worden seien. Engpaß bei der Abwicklung von Irak-Lieferungen sei die tatsächliche Bezahlung gewesen, heißt es in dem „Stern“-Bericht. Auch wenn die Vereinten Nationen schon grünes Licht gegeben hätten, seien hunderte von Firmen Schlange gestanden, um das Akkreditiv für die Bezahlung zu bekommen. Nach dem „Stern“-Bericht prüft die SEC offenbar auch, ob Mercedes in diesem Fall Schmiergelder bezahlt hat, um in der Schlange der wartenden Firmen weiter nach oben zu rutschen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sup/F.A.Z, Reuters, AP
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Von Susanne Preuß

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