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„Wirtschaftliche Unsicherheiten“ Ratingagentur Moody's stuft Italiens Kreditwürdigkeit herab

04.10.2011 ·  Die Ratingagentur Moody’s wertet italienische Staatsanleihen ab. Die Risiken für Italiens Wirtschaft seien gestiegen. Moody’s warnt vor weiteren Herabstufungen.

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© REUTERS Das Moody`s-Logo am Firmensitz in New York

Die Ratingagentur Moody’s hat am späten Dienstagabend die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Italiens herabgestuft. Die Bonitätswächter begründeten die Absenkung des Ratings um drei Stufen von „Aa2“ auf „A2“ am Dienstag mit wirtschaftlichen Unsicherheiten. Die Risiken für die italienische Wirtschaft seien gestiegen. Moody’s warnte zudem vor weiteren Herabstufungen, indem die Agentur das Rating mit einem negativen Ausblick versah. Ihre kurzfristige Bewertung von „Prime-1“ behielt Moody’s bei.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, ihre Etatziele zu erreichen. Die Pläne dazu seien von der EU-Kommission gut aufgenommen und akzeptiert worden, hieß es in italienischen Medien. Das EU-Sorgenkind, dessen Staatsverschuldung im Juli auf mehr als 1,9 Billionen Euro anstieg, strebt für 2013 einen ausgeglichenen Etat an.

In der derzeitigen Schuldenkrise hätten sich für hoch verschuldete Euroländer wie Italien die Refinanzierungsrisiken verschärft, begründete die Agentur den Schritt. Das Vertrauen der Märkte sei erschüttert und die italienische Wirtschaft stehe vor großen strukturellen Herausforderungen. Das Risiko, dass Italien seine Haushaltsziele nicht erreichen kann, sei gestiegen und die staatlichen Reformbemühungen hätten gerade erst begonnen. Moody’s hatte das Rating im Juni auf die Überprüfungsliste gesetzt.

Ende September hatte S&P die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Note auf „A“ heruntergestuft. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - daran gemessen ist nur Griechenland in der Euro-Zone höher verschuldet. Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. 2013 wird ein ausgeglichener Haushalt angepeilt. Die enormen Schulden haben Italien ins Visier der Finanzmärkte gerückt: Das Land muss Anlegern historisch hohe Zinsen zahlen.

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