Home
http://www.faz.net/-gqe-10m2s
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wilde Kursbewegungen Börsenpanik

24.10.2008 ·  Die Finanzmarktkrise ist mit ungeheurer Wucht in ihre nächste Phase getreten. Zwar ist es gelungen, das Bankensystem zu stabilisieren. Nun aber fordern die auf Sicherheit bedachten Banken von den unregulierten Hedge-Fonds die Rückzahlung von Krediten. Das zwingt sie zu Wertpapierverkäufen um fast jeden Preis.

Von Gerald Braunberger
Artikel Lesermeinungen (11)

Die Finanzmarktkrise ist mit ungeheurer Wucht in ihre nächste Phase getreten. Nun steht nicht mehr die Stabilisierung der Banken durch massive Staatseingriffe auf der Agenda, sondern eine durch Rezessionsängste und den Abbau von Kreditpyramiden im Finanzsystem ausgelöste Verkaufswelle von Großanlegern, die Sicherheit suchen und daher risikobehaftete Wertpapiere auf den Markt werfen. Das Ergebnis sind schwere Kurseinbrüche an den Aktienbörsen und wilde Kursbewegungen an den Devisenmärkten, die mit fundamentalen ökonomischen Daten nicht vereinbar sind. An den Finanzmärkten herrscht Panik. Privaten Anlegern kann man in einer solchen Situation nur eines raten: Ruhe bewahren, freies Geld sicher anlegen und warten, bis sich der Sturm verzogen hat.

Das kann allerdings noch dauern, denn von einem Ende der Krise kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Sie scheint sich sowohl in der Finanzbranche als auch in der Realwirtschaft noch einmal zu verschlimmern. Den Regierungen ist es zwar gelungen, das Bankensystem zu stabilisieren. Nun aber richtet sich der Blick auf die unregulierten Hedge-Fonds, die mit sehr hohen Krediten Wertpapiergeschäfte betreiben. Die auf Sicherheit bedachten Banken fordern die Rückzahlung von Krediten, was die Hedge-Fonds zu Wertpapierverkäufen um fast jeden Preis zwingt.

In den Schwellenländern wird das Wachstum einbrechen

Aufgelöst werden auch Fremdwährungsgeschäfte, die zu den Kurskapriolen an den Devisenmärkten führen. Bildlich gesprochen, schrumpft das überdimensionierte, durch zu großzügige Kreditvergaben aufgeblähte Finanzsystem. Dieser Prozess ist zwar gesund, aber auch äußerst schmerzhaft und noch in vollem Gang. Möglicherweise werden die Notenbanken bald versuchen, durch Leitzinssenkungen etwas Ruhe in die Märkte zu bekommen. Mehr als eine vorübergehende Wirkung wäre auch davon nicht zu erwarten.

Gleichzeitig verdüstern sich die Konjunkturaussichten rund um den Globus. In den Industrienationen stellt sich nicht länger die Frage, ob sie in eine Rezession eintreten werden. Heute lautet die Frage, wie lange und wie tief die Rezession verläuft. In den Schwellenländern wird das Wachstum einbrechen. Es ist bitter, aber wahr: Die Weltwirtschaft befindet sich in ihrer schwierigsten Phase seit der großen Krise nach 1929.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Einknicken der Euro-Retter

Von Holger Steltzner

Das Leben auf Pump geht weiter: Der Süden druckt einfach das Geld, das er für Rechnungen braucht. Warum soll sich Griechenland ändern, wenn es doch immer wieder neue Kredite gibt? Mehr 24 116

10.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.692,96 −1,41%
 OK
10.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
FAZ-INDEX 1.495,13 −1,32%
TecDAX 769,89 −0,43%
MDAX 10.249,10 −1,04%
SDAX 4.985,13 −0,71%
REX 421,06 −0,02%
Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,01 −1,60%
Dow Jones 12.801,20 −0,69%
Nasdaq 100 2.547,32 −0,65%
S&P500 1.342,64 −0,69%
Nikkei225 8.947,17 −0,61%
EUR/USD 1,3195 −0,67%
Rohöl Brent Crude 117,61 $ −0,91%
Gold 1.711,50 $ −2,09%
Bund Future 138,62 € +1,01%