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Wichtiger Absatzmarkt : Volkswagen ist China hörig

Die Abhängigkeit des Volkswagen-Konzerns von China wächst: Er verdient jeden dritten Euro im Reich der Mitte. Und baut Werke, die er eigentlich nicht braucht. Das ist bedenklich.

          Die Abhängigkeit des Volkswagen-Konzerns von China wächst, sowohl vom Markt als auch von den Mächtigen dort. Es ist nur ein Symbol, aber ein mahnendes: Das nächste Werk entsteht in Changsha, nicht weit von Maos Geburtsort entfernt. Natürlich ist das ein Zufall, aber er steht dafür, dass Volkswagen dem kommunistischen Staat immer näher rückt, einem autoritären Regime ohne Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Pluralismus.

          Noch in diesem Jahr öffnet eine weitere Fertigung in Xinjiang in Nordwestchina. VW will und braucht sie eigentlich nicht. Peking aber möchte die Provinz der aufmüpfigen Uiguren befrieden, mit Ansiedlungen und auch mit der gezielten Zuwanderung von Han-Chinesen und Ausländern. Dann, so das Kalkül, wünschen auch die Fremden und ihre Regierungen, dass es dort ruhig bleibt.

          Der Staat, der die Partei ist, steuert die Deutschen auch im Unternehmen selbst: über die staatlichen Zwangs-Joint-Ventures. Das alles wäre weniger bedenklich, wenn Volkswagen nicht jeden dritten Euro in China verdiente, also immer erpressbarer würde. Den gefährlichen Kurs trägt die deutsche Politik mit: Das Land Niedersachsen sitzt bei VW im Aufsichtsrat und hält dort eine Sperrminorität.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

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