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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wettbewerbsfähigkeit Frankreich unter Druck

 ·  Knapp zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich wird dort heftig über die Wirtschaftspolitik gestritten. Grund ist zum einen die steigende Arbeitslosigkeit, aber noch mehr der Verlust der Top-Bonitätsnote. Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit ist bedroht.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (14)

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Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 12.04.2012 15:10 Uhr

Kaum Innovationen aus Frankreich

Frankreich zahlt heute für seine Kolonial- und Einwanderungspolitik ebenso wie GB. Bei einer Bevölkerung, von der immer größere Teile sich eher von religiösen Motiven leiten lassen als von Fortschrittsdenken, bleibt die Industrie auf der Strecke. Innovationen entspringen eigenen Ideen, keinen Gebetsbüchern. Meine Prognose: Deutschland wird in 20 Jahren dort stehen wo Frankreich heute steht.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 12.04.2012 12:34 Uhr

@Horst Müller - nicht nur gegen die BRIC-Währungen

Ohne die Schweizer wäre der Kurs EUR/USD vermutlich längst weit unter 1,30. Um den Kurs EUR/CHF bei 1,20 zu halten kauft die SNB Dollar gegen CHF, mit diesen Dollars werden dann EURO gekauft (was den EURO dann auch gegen den Dollar stützt). Vorübergehend - solange wie die Schweizer eben intervenieren.

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Horst Müller

Das droht uns mit dem Euro auch. Denn dessen Wert fällt

gegenüber den Währungen der BRIC Länder. Diese Währung, genannt Euro, katapultiert seine Veranstalter auf das Niveau von Bittstellern gegenüber den rohstoffreichen Schwellenländern. Die EU-E-Geld-Richtlinie (2009/110/EG) rundet das Bild dann ab: Bargeld wird demnach verboten. Währung weg, Geld weg. Passt.

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Gerhard Storm

Elektrogeräte, deutsch od. frz.?

Der Artikel zeigt umfassend die Schwächen des frz. Wirtschaftssystems.

Dass F in harter Konkurrenz mit Schwellenländern seine Baguettes verdienen muß, ist fast tragisch. Ein Land, das als ehemalige Kolonialmacht sich franko frei der Ressourcen ausländischer Staaten bediente, hat kein Konzept entwickelt, erfolgreich in der global economy gewinnbringend agieren zu können.

Wenn man mit Franzosen über dt. Elektrogeräte spricht, geraten diese fast ins Schwärmen u. zählen unaufgefordert alle renommierten dt. Firmen auf, nicht wissend, dass diese schon längst alle in China produziert werden.

Von ihren entsprechenden einheimischen Produkten halten sie nichts. Dementsprechend sind in F viele dt. Autos aller Kategorien unterwegs.

Man merkt deutlich, dass die Franzosen von ihrer Wirtschaft nicht überzeugt sind. Der Einfluss des frz. Staates ist groß, die Staatshörigkeit ebenso. Land ist nicht in Sicht.

Man kann dort aber immer noch so leben wie Gott in Frankreich!

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Holger Baade

Die Wiedererlangung von Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit und der Euro schließen einander aus.

Das gilt übrigens mit Ausnahme von den Niederlanden, Finnland, Deutschland und wahrscheinlich Österreich uneingeschränkt für alle anderen Euro-Länder.

Warum die Niederlande und Finnland sich durch das Festhalten am Euro-Verbund selbst strangulieren bleibt mir ein Rätsel. Denn auch diese Länder werden (ebenso wie Deutsachland) wegen fehlender Abwehrmechanismen durch die unkontrolliert und rasant wachsenden Target2 Salden - die samt und sonders aus den PIFIGS-Staaten stammen, also einschließlich Frankreich) - finanzpolitisch ebenfalls bald handlungsunfähig sein.

Es scheint immer noch nicht zu reichen, dass sich nun Frankreichs Großmachtsuchtträume, die man sich mittels des Euro und dank der deutschen Unterwürfigkeit zu sichern hoffte, in Schall und Rauch auf. Nein: Erst wenn ganze Volkswirtschaften in diesem "Schwarzen Loch" Euro verschwunden sind, wird Ruhe herrschen - Grabesruhe.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 11.04.2012 17:57 Uhr

Es läuft immer wieder auf das Gleiche hinaus, egal welches Land man betrachtet .....

.immer klarer wird, dass die "Einheitswährung" das Problem ist. Solch disparate Volkswirtschaften wie wir sie in Europa haben, können unter einer einheitlichen Währung und einer einheitlichen Geldpolitik nicht funktionieren! Die Länder müssen auf-/abwerten und eine eigene Geldpolitik definieren können. Innere Abwertungen, welche ja von grenzdebilen Politikern favorisiert werden, sind der Tod jeder Volkswirtschaft und stürzen die Bevölkerung in bitterste Armut. Weniger Einkommen, weniger Konsum, weniger Umsatz dies sind die Parameter einer "Inneren Abwertung" - DOCH die Schulden der Unternehmen und Privaten bleiben in unveränderter Höhe bestehen. Wie soll das funktionieren? Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass der EURO sowohl politisch und vor allem aber ökonomisch gescheitert ist. Man könnte die Rückkehr zu nationalen Währungen durchaus organisieren, doch damit gingen viele Pöstchen für diese Euro-Illusionisten verloren - dann lassen sie doch lieber UNS die Zeche zahlen.

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Edda Kuhlmann

Auch Frankreich

Ein weiteres Land, in dem der Euro die Wettbewerbsfaehigkeit gesenkt und die derzeitigen wirtschaftlichen Probleme mit verursacht hat. Und doch wird mit aller Macht daran festgehalten, weil die Gier auf deutsches Vermoegen den Blick auf die langfristigen Folgen verstellt.

Gestern erfolgte ein Ausverkauf spanischer und italienischer Staatsanleihen- der Erhalt des Euro ist wieder ein gutes Stueck teurer geworden. Muss wirklich erst alles zusammenbrechen, bevor auch Bruessel merkt dass sich die zugrundeliegenden Probleme nicht durch Rettungsschirme, Target Systeme oder "Bazookas auf Spekulanten" loesen lassen?

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Siegfried Kellner

man war in Frankreich schon immer unter Druck, oder ...?

Frankreich hatte vor der Euroeinführung auch das Problem wie alle Südeuropäer, daß man von Zeit zu Zeit mal eine Null auf den Geldscheinen weg "operieren " mußte. Und anschließend ging es munter weiter. Solange jedoch in Frankreich die Lebenseinstellung herrscht : Der Franzose arbeitet um zu Leben und der Deutsche lebt um zu arbeiten; wird sich auch an den französischen Schwierigkeiten nichts ändern. Vor nicht allzu langer Zeit wollte man in Frankreich das Renteneinstiegsalter von 60 Jahren "etwas" anheben und siehe da, schon wurden die Politker ängslich weil sie um ihre Wiederwahl fürchteten.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn es in in diesem Artikel heißt :" Problematisch sind die hohen Lohnnebenkosten " Und nun sitzt man mit dem Euro in der Falle, weil man keine Null mehr weg "operieren" kann.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.04.2012 18:31 Uhr
Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 11.04.2012 18:31 Uhr

Welche Falle?

im gemachten Nest sitzen sie.
Denn die Deutschen leben nicht nur zum Arbeiten für sich, sie leben um zu arbeiten für die ganze südliche EU incl. Frankreich.

P.S. Übrigens haben die Franzosen nicht nur das frühe Renteneintrittsalter, sie haben meines Wissens auch immer noch die 35-Stunden-Woche.

Und meiner Meinung nach funktioniert der Zentralismus dort eigentlich ganz gut, denn ich hätte nicht gedacht, dass das bei solch hohen Sozialstandards und Lohnsteigerungen so lange gut gehen kann.
Normalerweise müsste der deutsche Lebensstandard mit Arbeit bis 67, HartzIV und der Zahl der realen Wochenstunden Kilometer voraus sein. Ist er aber nicht, weil wir für üble Zockereien und irre Rettungsprojekte benutzt werden, die uns auch noch den letzten Rest an Wohlstand rauben werden.

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 11.04.2012 15:13 Uhr

Und jetzt ?

Deutschland ist ein Gefangener des €, ohne Aussicht, eigene Währungspolitik zu betreiben.
Der Wohlstand, bzw. der Wohlstandsverlust der Deutschen wird u.a. in Paris + PIIGS bestimmt (siehe 1000 Mia gedrucktes EZB-Geld, Target II Papierforderungen...).
War es vorher nicht in D bekannt ?
Warum hat man zugelassen, dass der reale Zustand von Frankreich aus polit. Korrektheit nicht kommuniziert wurde ?
Warum wird F in der Nachkriegsgeschichte in D so glorifiziert (Kohl & Mitterrand händchenhaltend in Verdun, "Motor" Europas...) ? Waren die Deutschen etwa doch mit diesem Zustand zufrieden?
Ach diese gefährliche Romantik, schon wieder.

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Tim Sonder
Tim Sonder (timbo_em) - 11.04.2012 15:00 Uhr

Merkel sei Dank ist das eher ein deutsches Problem

Durch den Euro und die Krisenpolitik der vergangenen Jahre wurde die perfekte Hängematte geschaffen. Jede Volkswirtschaft, die nicht wesentlich auf Rohstoffe, Vorprodukte, etc. von außerhalb der Eurozone angewiesen ist, kann Dank des Merkelschen Transferrubels die Zeit im Euro genießen. Dank TARGET2 kann jedes Land unbegrenzt deutsche Güter einkaufen. "Bezahlt" werden diese und andere Güter (im Zweifel) über einen quasi-kostenlosen Kredit, der nie fällig gestellt werden kann. So konnte ein völlig bankrottes Griechenland 2011 per Saldo immer noch für 20 Mrd Euro im Ausland einkaufen.

Und kann ein Land seine Schulden nicht mehr tragen, wird zwar mahnend der Finger gehoben aber gleichzeitig gibt man dem Schuldner und dem Gläubiger viele Möglichkeiten die Folgen ihres Fehlverhalten bei der Allemeinheit abzuladen. Und wenn es mal etwas ärger klemmt, wird einfach die Notenpressen angeworfen.

Warum soll eine Regierung durch Reformen seine Wiederwahl gefährden, wenn es auch anders geht?

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2012 10:18 Uhr
Mark Tan
Mark Tan (MuselMane) - 12.04.2012 10:18 Uhr

Leider nicht!!

Hier zeigt sich mal wieder, dass die Ratingagenturen schlafen. Denn eine Abwertung Deutschlands - die m.E. durchaus berechtigt ist, denn deutsche Staatsanleihen unterliegen einem sehr hohen Inflationsrisiko, ergo Kursverlustrisiko - würde endlich einer größeren Öffentlichkeit die Augen öffnen.

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Rolf Huchthausen

Das Szenario nimmt langsam kriminelle Züge an! Und in D interessiert das keine Sau!

Wenn z.B. F-Unternehmen ihre Rohstoffe und Halbfertige aus Drittstaten ausserhalb von EU/€URO nicht mehr vorfinanzieren können, die Banken pleite sind, schießt nun die EZB mit einem mittelfristigen Tender Geld in die Märkte und akzeptiert dabei wachsweiche Sicherheiten, z.B. geplatzte Hypothekendarlehen oder den Pulli vonner Omma!

Das Risiko liegt nun über den Kapitalschlüssel der EZB eben dort. Warum sollte man als F an dieser Stelle hektisch werden? Man erhält für seine Unternehmen 100 und gemäß vorgenanntem Schlüssel liegt das Risiko in dieser Architektur bei 20, wenn die Zuteilungen nicht über Mehrwertschöpfungsprozesse rückgeführt werden können.

Bilaterale Absprachen zu Lasten Dritter erfüllen den Straftatbestand des Betruges. Zusammen mit den über Target 2-Salden verrechneten Importen aus D, NL, A und FIN läßt es sich prima leben in der EU als Unternehmen aus den PIIGS + F.

Deutschland wird systematisch geplündert! Einredefrei und in den Ansätzen nahezu explodierend.

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Gerhard Dünnhaupt

Verlust der Bonität in absehbarer Zeit

Angesichts der zunehmenden Verstrickung Deutschlands in die Gesamteuroschulden ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, ehe auch Deutschland seine bisherige Bonität verliert.

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